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Amerika

68 Tote nach Flugzeugabsturz auf Kuba

Der Absturz eines Passagierflugzeugs auf Kuba hat alle 68 Insassen in den Tod gerissen, unter ihnen auch zwei Deutsche. Die Maschine der AeroCaribbean war auf dem Weg von Santiago de Cuba in die Hauptstadt Havanna.

Flammen schlagen aus dem Flugzeugwrack (Foto: AP)

Die Ursache des Absturzes war zunächst nicht bekannt. Es wurde vermutet, dass Ausläufer des in der Karibik tobenden Wirbelsturms "Tomás" eine Rolle gespielt haben könnten. An Bord des Flugzeugs der staatlichen kubanischen Gesellschaft Aerocaribbean waren 61 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder, wie die Flugsicherheitsbehörde am Freitag (05.11.2010) mitteilte. Unter den Opfern waren laut Passagierliste zwei Deutsche, neun Argentinier, sieben Mexikaner, drei Niederländer und je ein Bürger aus Frankreich, Italien, Spanien, Venezuela und Japan.

Pilot schickte noch Notruf ab

In der Zwischenzeit haben Bergungskräfte den Flugschreiber gefunden. Die Maschine mit der Flugnummer 883 war am Donnerstagnachmittag in der Nähe des kleinen Ortes Guasimal in der Provinz Sancti Spíritus, rund 360 Kilometer östlich von Havanna, abgestürzt. Der Pilot hatte kurz vor dem Absturz noch einen Notruf abschicken können, danach riss der Funkkontakt zur Flugsicherung ab. Augenzeugen berichteten, die Maschine habe einige abrupte Schwenks gemacht und sei dann abgestürzt. Beim Aufprall ging das Flugzeug in Flammen auf.

Turboprop ATR-72 (Foto: AP)

Die Turboprop ATR-72 gehört schon lange zur Flotte von Aerocaribbean

Das Unglück ereignete sich in einer schwer zugänglichen Bergregion in der Nähe von Kubas größtem Stausee Zaza. Die Bergungsmannschaften bahnten sich mit einem Bagger den Weg zur Absturzstelle und bargen die ersten Leichen. Das Regionalflugzeug aus französisch-italienischer Produktion hatte 68 Sitzplätze und eine Reichweite von bis zu 1195 Kilometern.

Reihe von Flugzeugkatastrophen auf Kuba

Die 1982 gegründete Airline Aerocaribbean mit Sitz in Havanna bietet vor allem Inlandsflüge an. Der Flug verbindet zweimal wöchentlich die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince mit Havanna, in Santiago de Cuba gibt es einen Zwischenstopp. Er war am Donnerstag einer der letzten, der Santiago de Cuba vor dem Eintreffen des Tropensturms "Tomás" verließ, der östlich an Kuba vorbeiziehen sollte.

Das Unglück ist eines der schwersten in der Geschichte der kubanischen Luftfahrt. Die schlimmste Katastrophe hatte sich im März 1989 ereignet, als eine Maschine vom Typ Il-62 kurz nach dem Start in Havanna mit Ziel Mailand in eine Siedlung stürzte. 115 Passagiere und 40 Bewohner der Siedlung kamen damals ums Leben. Die Opfer waren überwiegend italienische Urlauber. Zuletzt war in Kuba im März 2002 ein Flugzeug abgestürzt. Damals starben 16 Insassen, darunter zwei Deutsche.

Autor: Oliver Pieper (dpa, dapd)
Redaktion: Mirjam Gehrke

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