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Aktuell Asien

60 gestrandete Wale gerettet

Nach einer der größten Wal-Strandungen in der jüngeren Geschichte Neuseelands sind 140 Grindwale qualvoll verendet. Doch immerhin konnten freiwillige Helfer etwa 60 Tiere retten.

Nach einem stundenlangen Rettungseinsatz konnten die rund 500 Helfer die überlebenden Tiere von einem Strand der Südinsel Neuseeland in tieferes Wasser leiten. "Sie sammeln sich und haben Kurs nach Süden genommen", teilte die Umweltbehörde Departement of Conservation (DOC) mit. Dennoch herrscht große Sorge, dass die bis zu sechs Meter großen Tiere umkehren und erneut ins seichte Wasser schwimmen. Es wäre nicht das erste Mal.

Die 198 Grindwale waren am Freitag auf der Landzunge Farewell Spit im äußersten Norden der Südinsel Neuseelands gestrandet. Der schmale Küstenstreifen gilt als "Todesfalle" für Meeressäuger. Aus allen Teilen der Insel waren Bewohner und Touristen angereist und hatten seither versucht, die Tiere mit Wasserkübeln und nassen Decken feucht zu halten. Die Wale haben keine Hornhaut und würden daher unter der Sonneneinstrahlung verbrennen. "Am Valentinstag ist viel Liebe gezeigt worden", bedankte sich die Tierschutzorganisation Project Jonah, die auf Rettung von Walen spezialisiert ist.

Warum Wale stranden

Am Sonntag bei Tagesanbruch wollen Helfer die Strände nach möglicherweise erneut gestrandeten Tieren absuchen. Wenn es allerdings am Montag noch festsitzende Wale geben sollte, müssten diese eingeschläfert werden, um ihnen weitere Leiden zu ersparen, teilte die Umweltbehörde DOC mit. Eine Herausforderung sei es außerdem, die toten Tiere zu entsorgen. In der Vergangenheit habe man die Kadaver im Sand vergraben.

An den Küsten des Landes stranden jedes Jahr im Schnitt 300 Wale oder Delfine. Grindwale sind die häufigste Walart in neuseeländischen Gewässern. Eine so große Herde wie dieses Mal hatte sich allerdings noch nicht an die Küste verirrt.

Warum Meeressäuger in seichtes Wasser gelangen und stranden, ist bis heute unklar. Wissenschaftler vermuten, dass sich kranke Tiere verirren und die anderen ihnen im Rudel folgen. Möglich sei es aber auch, dass Wale durch akustische Umweltverschmutzung, etwa Sonargeräte von Schiffen, die Orientierung verlieren.

nem/wl (ap, afp, dpa)