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Politik

571 Millionen Euro für den Kongo gesucht

Die Vereinten Nationen und die EU-Kommission haben am Montag (13.2.) einen humanitären Aktionsplan für den Kongo gestartet. Hilfe ist für das Land im Herzen Afrikas nach jahrelangem Bürgerkrieg bitter nötig.

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Armut und Hunger bestimmen das tägliche Leben

"Zu wenigen Politikern ist bewusst, dass vier Millionen Menschen ihr Leben verloren haben und viele weitere folgen werden, wenn wir nicht das Richtige tun", sagte UN-Hilfskoordinator Jan Egeland im Vorfeld der Konferenz. Unterstützt wird er von EU-Entwicklungskommissar Louis Michel. Rund 30 Millionen Kongolesen - das ist die Hälfte der gesamten Bevölkerung - sind auf Hilfslieferungen angewiesen.

Schutztruppe machtlos

Flüchtlinge im Kongo

Wenige Monate vor den geplanten ersten freien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Juni sind weite Teile Kongos, ein Land von der Größe Westeuropas, noch immer außer Kontrolle. Jeden Tag, so schätzen die UN, sterben mehr als 1200 Kongolesen an den Folgen der Gewalt. Schon seit 1999 ist die UN-Schutztruppe MONUC mit rund 10.000 Soldaten im Kongo. Bei einem Referendum im Dezember stimmte eine deutliche Mehrheit für die neue Verfassung. Bis Ende Juni soll die Befriedung mit der Wahl von Präsident und Parlament abgeschlossen werden.

Der Frieden ist bisher allerdings sehr brüchig. In Kinshasa belauern sich die rivalisierenden Gruppen in der Übergangsregierung. Im Osten des Landes geht die Gewalt weiter, die auch von den UN-Soldaten nicht eingedämmt werden konnte. Dort, wo fast alle Kriege im Kongo bisher ihren Anfang nahmen, dürfte auch der Schlüssel für Frieden und Wohlstand liegen.

Problem-Regionen

Kindersoldaten in Kongo

Katanga im Südosten der Demokratischen Republik Kongo ist eine der reichsten Regionen Afrikas. Hier gibt es Kupfer, Kobalt, Gold, Diamanten und Uran. Doch mitten im Reichtum sterben die Menschen. Der Buschkrieg zwischen Mai-Mai-Rebellen, die mehr als 30.000 Kindersoldaten befehligen, und der kongolesischen Armee hat mehr als 120.000 Einwohner vertrieben. Ganze Dörfer haben die Mai-Mai in den vergangenen Wochen niedergebrannt. "Hier zu helfen, ist ein logistischer Alptraum", resigniert der französische Arzt Roman Gitenet. Die Lastwagen mit den nötigen Medikamenten brauchen selbst in Friedenszeiten mindestens zwei Wochen.

Mindestens so verfahren wie in Katanga ist die Lage im Nordosten Kongos an der Grenze zu Ruanda und Uganda. Milizen, die im Kongo-Krieg (1998-2002) mit Hilfe der Nachbarstaaten operierten, kontrollieren bis heute weite Gebiete der rohstoffreichen Region. UN-Blauhelme und kongolesische Soldaten gehen gemeinsam gegen die Milizen vor, konnten sie aber nicht stoppen.

Lebenserwartung deutlich gesunken

Kämpfe in Kongo

Selbst dort, wo gerade nicht gekämpft wird, enden einfachste Infektionskrankheiten tödlich. Nach Angaben von UN und EU-Kommission kamen im Kongo vier Millionen Menschen an den direkten Folgen des Bürgerkriegs ums Leben. Rund 1,6 Millionen Menschen seien noch immer Vertriebene. Etwa 1,7 Millionen Menschen seien erst kürzlich in ihre Heimat zurückgekehrt und bräuchten Hilfe beim Wiederaufbau. Die durchschnittliche Lebenserwartung sank demnach seit Beginn des Bürgerkriegs 1997 um zehn Jahre. In den östlichen Provinzen des Landes komme es weiter zu Morden, Vergewaltigungen und Entführungen.

330 Hilfsprojekte

UN Soldaten in Kongo Kämpfe

Der Aktionsplan von UNO und EU umfasst 330 Hilfsprojekte. An der Ausarbeitung des Plans seien neben der Regierung des Kongo zahlreiche andere Vertreter des Landes, Spenderorganisationen, UN-Agenturen und Nichtregierungsorganisationen vor Ort beteiligt worden, hieß es. Investiert werden solle unter anderem in die Nahrungsmittelsicherheit, Gesundheitsdienste, Bildung und Wasservorsorgung. Weitere Hilfen seien für die Wiedereingliederung, die Verbesserung der Sicherheit und die Aids-Bekämpfung vorgesehen. (arn)

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