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Drogenbanden bekämpfen sich

56 Tote bei Revolte in Gefängnis in Brasilien

Aufstände von Häftlingen sind in brasilianischen Gefängnissen keine Seltenheit. Doch so heftig wie jetzt in Manaus waren die Gewaltausbrüche aber seit Jahren nicht mehr.

Brasielien Manaus Meuterei im Gefängnis Anisio Jobim (picture-alliance/Zumapress/A Critica)

Rauchschwaden über dem Gefängnis in Manaus

Bei einer Gefängnisrevolte in Brasilien sind 56 Häftlinge getötet worden. Das teilten die Sicherheitsbehörden des Bundesstaates Amazonas mit. Frühere Angaben, wonach mindestens 60 Gefangene ums Leben kamen, wurden damit nach unten korrigiert.

Mehrere der Opfer in der Haftanstalt Anísio Jobím in der nordbrasilianischen Stadt Manaus seien geköpft worden, sagte der Chef der Sicherheitsbehörden, Sérgio Fontes, laut einem Bericht des Nachrichtenportals G1.

Blick ins Innere des Gefängnisses von Manaus (Getty Images/M. Tama)

Blick ins Innere des Gefängnisses von Manaus

Kampf zwischen Drogenbanden

Die Meuterei begann am Sonntag, als Häftlinge aus rivalisierenden Drogenbanden aneinander gerieten. Zwölf Gefängniswärter seien zeitweise als Geiseln genommen worden, hieß es in Medienberichten weiter. Einer nicht bekannten Zahl von Gefangenen sei während der Revolte die Flucht gelungen. Erst an diesem Montagmorgen konnten die Sicherheitskräfte wieder die Kontrolle über die Haftanstalt erlangen.

Nach Angaben von Sicherheitsexperten griffen inhaftierte Mitglieder der in Manaus beheimateten Drogenbande "Nördliche Familie"  Gefangene an, die zur rivalisierenden Organisation "Erstes Hauptstadt-Kommando" aus Sao Paulo gehörten, dem größten Rauschgiftkartell Brasiliens. Die "Nördliche Familie" sei mit dem "Roten Kommando" aus Rio de Janeiro verbündet, dem größten Rivalen der Sao-Paulo-Gruppe.

In den überfüllten brasilianischen Gefängnissen kommen Aufstände und Kämpfe häufig vor. Allein im Oktober wurden bei mehreren Gewaltausbrüchen in Haftanstalten mehr als 20 Menschen getötet.

wl/kle (dpa, afp, rtre)