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Nachrichten

5.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die USA und die Europäische Union haben den ivorischen Machthaber Laurent Gbagbo zum sofortigen Amtsverzicht aufgefordet. Gbagbo müsse den Willen seines Volkes akzeptieren und aufhören, die Präsidentschaft für sich zu beanspruchen, erklärte US-Präsident Barack Obama in Washington. Für die Europäer erklärte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel, Gbagbo müsse zurücktreten, damit Frieden herrschen könne. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verteidigte derweil die Angriffe von UN- und französischen Kampfhubschraubern auf den Palast und die Residenz Gbagbos in der Hauptstadt Abidjan. Die Angriffe am Montag hätten dem Schutz der Zivilbevölkerung gedient, erklärte Ban in New York. Abidjan ist derzeit hart umkämpft. Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara begannen nach eigenen Angaben am Montag eine Offensive von vier Seiten mit dem Ziel, den Präsidentenpalast im Süden und die Residenz Gbagbos im Norden der Stadt zu erobern. Auch am Dienstagmorgen waren erneut Schüsse nahe des Präsidentenpalastes zu hören. Die beiden rivalisierenden Politiker liefern sich seit Monaten einen erbitterten Kampf um die Macht.

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Die libysche Führung ist nach Angaben eines Regierungssprechers zu Verhandlungen über politische Reformen bereit - ein Rücktritt von Machthaber Muammar el Gaddafi kommt für sie aber nicht in Frage. Es könne sowohl über Wahlen als auch über ein Referendum gesprochen werden, nicht aber über Gaddafi, sagte der Regierungssprecher in Tripolis. Gaddafi sei der Garant für die Einheit des Volkes und der Stämme. Das libysche Volk müsse darüber entscheiden, ob Gaddafi als Führer bleiben solle oder nicht. Von außen könnten Libyen keine Bedingungen aufgezwungen werden. Die Aufständischen lehnen jedoch jede politische Lösung ab, bei der Gaddafi und seine Familie an der Macht bleiben. Gaddafi und seine Söhne müssten vor jeglicher diplomatischer Lösung abtreten, sagte ein Sprecher des Übergangsrates in Bengasi. Die USA haben ihre Luftangriffe auf Libyen unterdessen beendet. Die US-Kampfflugzeuge seien in der Nacht aus dem internationalen Lufteinsatz zurückgezogen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit. Die Kampfflieger blieben aber in erhöhter Bereitschaft für etwaige NATO-Anfragen.

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Im Jemen sind die Sicherheitskräfte ein weiteres Mal mit scharfer Munition gegen Demonstranten vorgegangen. Augenzeugen und Ärzte berichten von mindestens 17 Todesopfern und Hunderten Verletzten in den Städten Tais und Hudaida. Polizisten und Bewaffnete in Zivil hätten das Feuer auf Anhänger der Opposition eröffnet, als diese ein weiteres Mal den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh forderten. - Die US-Regierung verurteilte das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte und rief die Behörden zur Zurückhaltung auf. Die USA wollten eine politische Veränderung im Jemen sehen, eine Lösung der derzeitigen Krise könne aber nur vom dortigen Volk ausgehen, hieß es.

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EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hat angesichts der zahlreichen Flüchtlinge aus Nordafrika ein umfassendes Maßnahmenpaket für die Europäische Union angekündigt. Sie werde ihre Vorschläge rechtzeitig vor dem EU-Gipfel im Juni vorlegen, sagte die Schwedin vor dem Europaparlament in Straßburg. Zugleich forderte sie die Mitgliedsstaaten zu mehr Zusammenarbeit bei der Bewältigung des Flüchtlingsproblems auf. - Von den rund 400.000 Menschen, die wegen der Konflikte in den arabischen Ländern geflüchtet seien, seien die meisten mittlerweile wieder in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt, erläuterte Malmström. Mehrere tausend Flüchtlinge könnten aber nicht zurückgeführt werden. Für sie müsse es ein europäisches Umsiedlungsprogramm geben. Die EU sei bereit, den Mitgliedsländern dafür Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen. - Die Kommissarin appellierte an die EU-Staaten, die Grenzschutzorganisation der Union, Frontex, mehr als bisher zu unterstützen. Die Grenzkontrollen müssten verstärkt und der Menschenhandel wirksamer bekämpft werden. Notwendig seien auch mehr Mittel zur Wiedereingliederung der Flüchtlinge in ihren Herkunftsländern, mahnte Malmström.

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Die FDP will an diesem Dienstag in mehreren Sitzungen über die Nachfolge des Parteivorsitzenden Guido Westerwelle entscheiden. Als Favorit gilt Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler. Zudem wird Generalsekretär Christian Lindner als möglicher Kandidat genannt. Fest steht bereits, dass der neue Chef der Liberalen von Außenminister Westerwelle das Amt des Vizekanzlers übernehmen soll, sofern er dem Bundeskabinett angehört. Darüber hinaus geht es in Berlin um die Besetzung weiterer Spitzenposten. Parteiinterne Kritik gibt es unter anderem an Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und Fraktionschefin Birgit Homburger. Nach dem Wahldebakel der FDP in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt hatte die Parteispitze eine umfassende inhaltliche und personelle Erneuerung zugesagt. Die Wahl der neuen Führung wird auf einem Parteitag im Mai in Rostock erfolgen, bis dahin bleibt Westerwelle noch FDP-Chef.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Locker bewölkt mit längeren sonnigen Abschnitten, dabei weitgehend trocken. Von der Nordsee her etwas Regen oder Sprühregen. Die Höchsttemperaturen liegen bei 13 bis 20 Grad, an den Küsten bleibt es kühler. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch im Norden und Osten stark bewölkt, aber nur selten Regen. Im Südwesten freundlicher und wieder wärmer.

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