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Bankenrettung

5.000.000.000 Euro reichen Monte dei Paschi nicht

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena benötigt wohl noch mehr mehr Geld als bisher angenommen. Bundesbank-Präsident Weidmann warnt derweil vor übereilten Staatshilfen.

Die Europäische Zentralbank habe einen Kapitalbedarf von 8,8 Milliarden Euro ermittelt, teilte Monte dei Paschi di Siena mit. Bisher war von fünf Milliarden Euro ausgegangen worden. Die Finanzlage der Bank habe sich seit Ende November drastisch verschlechtert, heißt es.

Monte dei Paschi droht unter einem Berg fauler Kredite zu kollabieren. Nachdem das drittgrößte Kreditinstitut Italiens das zur Sanierung benötigte Geld bei Anlegern nicht zusammenbekam, hatte die Regierung in Rom vergangene Woche einen 20 Milliarden Euro schweren Fonds zur Stabilisierung des Bankensektors ins Leben gerufen. Die Finanzmittel sind dazu gedacht, neben Monte dei Paschi auch andere italienische Krisenbanken zu stützen. Die EU-Kommission in Brüssel zeigte sich offen für die Rettungsversuche. Unter gewissen Auflagen sei eine "vorsorgliche Rekapitalisierung" möglich, erklärte ein Kommissionssprecher kürzlich.

"Nur letztes Mittel"

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, mahnte vor einer Rettung der Krisenbank durch den italienischen Staat eine sorgfältige Prüfung an. "Staatliche Gelder sind nur als letztes Mittel vorgesehen, deswegen liegt die Messlatte entsprechend hoch", sagte Weidmann der "Bild"-Zeitung (Ausgabe vom Dienstag).

Jens Weidmann (Foto: dpa)

Jens Weidmann

"Grundsätzlich haben wir neue Regeln beschlossen. Diese sollen insbesondere den Steuerzahler schützen und Investoren in der Verantwortung halten." Im Fall Monte dei Paschi seien jedoch viele Fragen offen. "Für die von der italienischen Regierung beabsichtigte Maßnahme muss die Bank im Kern wirtschaftlich gesund sein", so der Bundesbank-Chef weiter. "Das Geld darf auch nicht dazu dienen, bereits absehbare Verluste zu decken."

wa/qu (rtr, dpa)

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