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Flugverkehr

500 Millionen für eine Pleite-Airline?

Ein weiterer Anwärter auf der Liste der potentiellen Käufer für die insolvente Air Berlin: Der deutsche Unternehmer Wöhrl will die Fluggesellschaft ganz übernehmen. Die streicht derweil weitere Fernverbindungen.

Reisende, die ab dem 25. September von Düsseldorf aus in die Karibik fliegen wollen, müssen sich eine andere Airline suchen. Air-Berlin beendet ihr Karibik-Programm. Betroffen sind unter anderem Flüge nach Mexiko, Kuba und in die Dominikanische Republik. Auch die bereits angekündigte Streichung von anderen Langstrecken wird auf diesen Tag vorgezogen, erklärte Air Berlin weiter. Das betreffe unter anderem Verbindungen von Berlin nach Abu Dhabi, Chicago und San Francisco.

Die insolvente Airline, die nur noch unter Aufsicht eines Sachwalters operieren kann, muss die Kosten drücken, damit sie den Flugbetrieb so lange aufrecht erhalten kann, bis sich Käufer gefunden haben. Bieter können noch bis zum 15. September ein Angebot für Air Berlin als Ganzes oder Teile davon abgeben. Möglicherweise wird eine Entscheidung bereits auf der nächsten Gläubigerversammlung am 21. September fallen.

Deutschland Air Berlin (Reuters/F. Bensch)

Streicht Langstrecken: die insolvente Air Berlin

"Operated by Air Berlin"

Am späten Sonntagabend gab auch der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl offiziell ein Angebot ab. Er bietet 500 Millionen Euro für die insolvente Air Berlin. Wöhrls Konzept sieht vor, dass Air Berlin künftig Flugzeuge inklusive Besatzung, Wartung und Versicherung an andere Fluggesellschaften vermietet. Die Flüge sollen dann unter dem Namen und der Flugnummer der Partner stattfinden, verbunden mit dem Hinweis "Operated by Air Berlin". So könnten Selbständigkeit und Name der Airline erhalten bleiben, wirbt Wöhrl für sein Konzept.

Er gehe davon aus, dass bei einem Kompletterhalt nach seinem Konzept bereits das Sommerprogramm 2018 "kostendeckend" sein werde, so Wöhrl. Der Textilunternehmer hat in der Luftfahrtbranche Erfahrung. Er kaufte vor einigen Jahren die Fluggesellschaft dba und den Ferienflieger LTU. Beide wurden später von Air Berlin übernommen.

Pressekonferenz des Mode-Unternehmens Hans Rudolf Wöhrl (picture-alliance/dpa/N. Armer)

Will insolvente Airline: Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl

Lufthansa fliegt schon Air Berlin

Derzeit gilt die Lufthansa als aussichtsreichster Bieter für Air Berlin. Schon Ende vergangenen Jahres hatte die größte deutsche Fluggesellschaft einen Leasingvertrag mit Air Berlin über 38 Mittelstreckenflugzeuge mitsamt Besatzung abgeschlossen. Medienberichten zufolge will die Airline nun fast alle Langstrecken-Jets und weitere Mittelstreckenflieger übernehmen. Insgesamt soll die Lufthansa an 90 Maschinen von Air Berlin interessiert sein.

Aber auch die britische Easyjet, der deutsche Ferienflieger Condor sowie das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht schauen sich die insolvente Airline derzeit genauer an.

ar/ul (rtr, dpa, afp) 

 

 

 

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