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Filme

50 x Gelacht

Von Chaplin bis Borat - 50 Filmkomödien, die die Welt zum Lachen brachten. Ein Buch fasst die Listen der Kritiker und Fans zusammen. Die Deutschen haben es dabei schwer - was nicht an deren Humor liegt.

Borat in Badekleidung mit vier Badenixen (Foto: Verleih Fox/AP Photo/Fox, HO)

"Borat"

Nur ein deutscher Film hat es geschafft in die "Top 50" der besten Filmkomödien aller Zeiten. Das liegt noch nicht einmal am vielzitierten (Vor-) Urteil, die Deutschen hätten kein Humor. Es liegt ganz einfach - wie es die Autoren im Vorwort anmerken - an der Dominanz des Hollywood-Kinos und der weltweiten Verbreitung der Universalsprache Nr. 1, dem Englischen. Vor allem aber an der Art der Auswahl. Denn das Büchlein "Die 50 besten Komödien" fußt auf Statistiken!

Die Autoren haben sich, ganz nach dem Vorbild des Vorgängerbandes "Die 100 besten Filme aller Zeiten", sämtliche Bestenlisten und Umfragen, die zum Thema "Filmkomödie" erschienen sind, angeschaut und die Ergebnisse in das nun vorliegende Buch einfließen lassen. So hat die Auswahl etwas scheinbar Objektives, Allgemeingültiges. Das alles ist natürlich nur eine Spielerei, eine spaßvolle aber, schließlich ist die Lust an der Liste weitverbreitet, nicht nur bei Filmkritikern, auch und gerade in Zeiten des Internets bei Fans, Kinofreaks und vielen ganz "normalen" Zuschauern.

Cover des Buches Die 50 besten Filmkomödien (Foto: Bertz Fischer Verlag)

50 mal Lachen

Die Stars des US-Stummfilms

Chronologisch werden die Titel in dem Band aufgelistet, es beginnt wenig überraschend mit den großen Stars des frühen amerikanischen Films: Chaplin und Keaton, Harold Lloyd, Laurel & Hardy, W.C. Fields und den Marx Brothers. Die Screwball-Comedys, also die dialogbetonten, schnell inszenierten Gesellschaftskomödien, die meist ein sich streitendes, im Grunde genommen aber hemmungslos ineinander verliebtes Pärchen zeigen, folgen. Howard Hawks, Frank Capra und Preston Sturges waren hier die Helden auf dem Regiesessel, ihre große Zeit die 30er und 40er Jahre.

Die Nachkriegsära gehört den amerikanischen Titanen Jerry Lewis, Frank Tashlin und Billy Wilder, aber auch den berühmten britischen Verwechslungskomödien ("Adel Verpflichtet"). In den 1960er und 70er Jahren zeigt sich dann oft Kritik und Spott an gesellschaftlichen und individuellen Zuständen hinter der humoristischen Oberfläche, angefangen bei Stanley Kubrick ("Dr. Seltsam") über Mel Brooks ("Frühling für Hitler") bis hin zu Woody Allen, der gleich mehrfach auftaucht.

Woody Allen wird von 2 Damen geküsst (AP Photo/Christophe Ena)

Vielgeliebt: Woody Allen

Stilvolles aus Europa

Hier kommen langsam auch die Europäer ins Spiel, Jacques Tati ist die große Ausnahme aus Frankreich, die britischen Monty Pythons sind natürlich dabei, auch Peter Sellers, später dann Pedro Almodóvar mit seinen "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs". Auch die neuste Komödienepoche wird dann wieder geprägt von Hollywood, das zunehmend derber und brachialer zu Werke geht. Der Humor von "Verrückt nach Mary" oder "Borat" ist sicher nicht jedermanns Sache.

Doch Hollywood ist auch immer wieder für positive Überraschungen gut - auch bei den Komödien. "Und täglich grüßt das Murmeltier", "Lost in Translation" oder auch "The Big Lebowski" waren wunderbar hintergründige Lustspiele, die ohne Zynismus und Sarkasmus auskamen. Überraschungen finden sich im Ranking nur wenige, die britischen Filme "Geliebter Spinner" und "Withnail & I" sind hier die Ausnahmen.

Jacques Tati mit Oscar (Foto: AP Photo)

Jacques Tati

Deutscher Humor

Und der deutsche Beitrag? Den findet man ganz am Anfang des Buches, Reinhold Schünzels melodramatische Komödienvariation "Viktor und Viktoria" aus dem Jahre 1933 vertritt das heimische Kino, hat das vielleicht aber auch nur der späteren Wiederverfilmung des Stoffes durch Blake Edwards zu verdanken - das vermuten zumindest die Autoren des Buches. Zur Ehrenrettung der deutscher Komödienkunst haben sie dem Buch eine Top 10-Lieblingsliste beigefügt, die für ein wenig Ausgleich sorgt: Filme von Willi Forst und Ernst Lubitsch sind dort dabei, aber auch die Franzosen Eric Rohmer und Jacques Rivette. Das ganze wird von praktischen Hinweisen zur Verfügbarkeit der Filme auf DVD abgerundet. Für alle, die das Genre lieben und natürlich für alle Liebhaber von Filmlisten, ist das Büchlein eine Empfehlung.

Symbolbild Film Festival roter Teppich

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