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Welt

50 Tage Gaza-Krieg - Eine Chronologie

Der Kampf zwischen Israelis und radikalen Palästinensern hat vorerst ein Ende. Die Verhandlungen über dauerhaften Frieden sollen fortgeführt werden. Eine Chronologie des siebenwöchigen Krieges und wie es dazu kam.

02. Juni 2014: In Ramallah im Westjordanland bilden Hamas und Fatah eine gemeinsame Regierung. Die Einigung wird in der Welt unterschiedlich aufgenommen. Während sich Europäer und Amerikaner zurückhaltend positiv äußern, bricht die israelische Regierung die von den USA vermittelten Friedensgespräche ab.

12. Juni 2014: Drei jüdische Religionsschüler werden auf dem Heimweg von ihrer Schule gekidnappt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gibt kurz darauf der Palästinenserführung unter Präsident Mahmud Abbas eine Mitschuld am Verschwinden der Jugendlichen. Ende Juni werden die Jugendlichen tot aufgefunden. Am 23. August, erst kurz vor der dauerhaften Waffenruhe, gibt die Hamas zu, dass Mitglieder ihrer Organisation die drei jungen Männer ermordet haben.

02. Juli 2014: Die Leiche eines verschleppten 16-jährigen Palästinensers wird in einem Wald bei Jerusalem gefunden. Seine Familie beschuldigt israelische Siedler, den Jugendlichen ermordet zu haben. Im arabischen Teil Jerusalems kommt es zu schweren Krawallen. Nach andauernden Raketenangriffen aus dem Gazastreifen verlegt die israelische Armee am nächsten Tag zusätzliche Truppen an die Grenze zum Palästinensergebiet. Ein Militärsprecher beteuert jedoch, Israel sei nicht an einer Offensive interessiert.

08. Juli 2014: Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern eskaliert zum Krieg. Innerhalb weniger Stunden werden vom Gazastreifen aus dutzende Raketen auf Israel abgefeuert, die bis in Gebiete nördlich von Tel Aviv reichen. Verletzt wird dabei niemand, da ein Großteil der Raketen schon in der Luft abgefangen wird. Bei israelischen Luftangriffen auf Gaza werden mehr als 20 Menschen getötet und hunderte verletzt. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu weist außerdem die Armee an, Vorbereitungen für eine Bodenoffensive im Gazastreifen zu treffen. 40.000 Reservisten werden mobilisiert.

14. Juli 2014: Nach einer Woche Raketenkrieg gibt es erstmals vage Hoffnung auf eine Feuerpause: Ägypten hat sich als Vermittler eingeschaltet. Israel stimmt einer Waffenruhe, die am folgenden Tag beginnen soll, zu. Die Hamas allerdings lehnt Ägyptens Vorschlag ab. "Ein Waffenstillstand ohne eine Einigung mit Israel ist ausgeschlossen", erklärt Hamas-Sprecher Fausi. Mehr als 180 Menschen wurden im Gazastreifen seit Beginn des Krieges getötet. Die US-Regierung warnt Israel davor, Bodentruppen in den Gaza-Streifen zu schicken.

17. Juli 2014: Zum ersten Mal seit Beginn der Kämpfe einigen sich Israel und die Hamas auf eine fünfstündige Waffenruhe. Nach Ablauf beginnt Israel eine Bodenoffensive an der Grenze zum Gazastreifen. Regierungschef Netanjahu formuliert die Ziele der Operation: Die Infrastruktur der Hamas solle zerstört werden, insbesondere die sogenannten "Terrortunnel". Diese Tunnel werden von militanten Palästinensern für Anschläge und Entführungsversuche genutzt. Mehr als 20 Palästinenser werden zu Beginn der Bodenoffensive getötet. Erstmals seit Beginn des Krieges stirbt auch ein israelischer Soldat bei den Kämpfen.

20. Juli 2014: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert eine sofortige Feuerpause. Zuvor hatten neben den Vereinten Nationen und Ägypten auch Frankreich und Katar versucht, eine Waffenruhe zu vermitteln. Einen Tag später reisen US-Außenminister John Kerry und Ban zu Gesprächen nach Kairo. Inzwischen sind im Gazastreifen tausende Menschen auf der Flucht. In Frankreich und später auch anderen Ländern protestieren Menschen gegen Israels Offensive, in Paris gibt es Großdemos und Übergriffe auf jüdische Einrichtungen. Zugleich wächst aber auch die Kritik an palästinensischen Kämpfern, weil diese Zivilisten als Schutzschild im Kampf gegen Israel nutzen.

24. Juli 2014: Bei einem israelischen Angriff auf eine UN-Schule im Norden Gazas sterben mehr als 15 Menschen, mehr als 200 werden verletzt. Die israelische Armee rechtfertigt sich mit dem Argument, sie habe vor dem Angriff gewarnt. Eine Räumung der Schule sei aber nicht möglich gewesen, berichtet das UN-Flüchtlingshilfswerk. Die Hamas habe die etwa 1200 Flüchtlinge daran gehindert, das Gebäude zu verlassen und der Versuch, die Räumung mit der israelischen Armee zu koordinieren, sei gescheitert. Mehr als 570 Palästinenser und 25 israelische Soldaten sind seit Beginn der Kämpfe getötet.

26. Juli 2014: Eine zwölfstündige Waffenruhe, der beide Parteien in den frühen Morgenstunden zugestimmt hatten, beginnt. In Paris treffen sich die Außenminister zahlreicher Staatem darunter der USA, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands, um die Möglichkeiten für eine langfristige Waffenruhe zu erörtern. Viele Palästinenser nutzen die Feuerpause, um Medikamente und Nahrung zu kaufen. Rettungsdienste bergen mehr als 130 Tote aus Gebäude-Trümmern und suchen nach Verletzten. Während Israel ankündigt, die Waffenruhe um wenige Stunden zu verlängern, feuert die Hamas wieder Raketen ab.

01. August 2014: Eine weitere Feuerpause wird nach wenigen Stunden wieder gebrochen. In den nächsten Tagen folgen mehrere Feuerpausen, die immer wieder von Kämpfen unterbrochen werden. Anfang August beschießt Israel erneut eine UN-Schule, kurz darauf zieht das Land die Bodentruppen aus dem Gazastreifen ab. Die Konfliktparteien verhandeln nun in Kairo über eine dauerhafte Waffenruhe.

10. August: Die längste Waffenruhe seit Beginn des Krieges verschafft Israel und Palästinensern Luft für weitere Verhandlungen. Aus drei Tagen Feuerpause, werden acht, dann neun. Die Vermittler in Ägypten vermeiden die langen

Listen mit Forderungen

, die die Konfliktparteien haben. Erfolgsversprechend scheint nur ein möglichst kurzer Text für ein Abkommen. Die Öffnung der Gaza-Grenzen und eine schrittweise Ausweitung der Fischereizone sind im Gespräch.

19. August: Nachdem Israel und Palästinenser sich laut Medienbericht schon beinahe auf eine dauerhafte Feuerpause verständigt hatten, fliegen doch wieder Raketen. Beide Seiten geben sich die Schuld am Bruch der Waffenruhe. Militante Palästinenser feuern rund 70 Raketen auf Israel, die israelische Armee tötet bei Angriffen auf den Gazastreifen unter anderem die Frau und einen Sohn von Hamas-Militärchef Mohammed Deif. 2000 Palästinenser sind zu diesem Zeitpunkt Opfer des Krieges geworden, mehr als wurden 10.000 verletzt. Die israelische Seite beklagt 64 gefallene Soldaten, drei getötete Zivilisten und mehrere hundert Verletzte. Weitere 10.000 Reservisten sollen die israelische Armee verstärken, die in den darauf folgenden Tagen drei Top-Kommandeure der Hamas tötet. Durch Raketen aus dem Gazastreifen stirbt erstmals ein israelisches Kind.

26. August 2014: Ägypten vermittelt nach 50 Tagen Krieg eine dauerhafte Waffenruhe. Das Abkommen zwischen Palästinensern und Israel soll garantieren, dass die Grenzen des Gazastreifens wieder geöffnet werden. Die Verhandlungen zwischen den beiden Konfliktparteien über weitere Details sollen

in vier Wochen fortgeführt

werden.

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