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Welt

50 Jahre Unabhängigkeit: Algerien im Jubiläumsjahr

Mit den Verträgen von Evian endete am 18. März 1962 der Algerienkrieg. Die Bevölkerung hatte sich die Unabhängigkeit von Frankreich erkämpft. Auf Demokratie und Rechtsstaat warten viele Algerier bis heute.

Vor einem Jahr sah es so aus, als wäre Algerien das nächste Land in der Dominoreihe des Arabischen Frühlings. Im Februar 2011 gingen auch in Algier Tausende Menschen auf die Straße, um für Demokratie und Rechtstaatlichkeit zu demonstrieren. Doch der Funke sprang nicht über, die Proteste verebbten. Die Omnipräsenz von Polizei und Geheimdienst erkläre das Scheitern aber nur zu einem Teil, glaubt Algerien-Expertin Isabelle Werenfels von der Berliner Stiftung für Wissenschaft und Politik: "Ich bin gerade aus Algerien zurückgekommen, und dort haben mir viele Leute gesagt: 'Wir wollen Wandel, aber wir wollen keine Destabilisierung'."

Tradition der politischen Gewalt

Demonstranten in Algier im Februar 2011 (Foto: Rabbani Haitham)

Februar 2011: Proteste gegen das Regime in Algier

Die Sehnsucht nach Sicherheit und Ordnung vieler Algerier hängt eng mit der Geschichte zusammen. "Ein Land mit einer fürchterlichen Tradition der Gewalt im politischen Bereich", nennt das der Politikprofessor Werner Ruf. Historiker beziffern heute allein die Opfer des Bürgerkrieges der 1990er Jahre mit über 200.000 Toten und zählen bis zu 15.000 Verschwundene. Ein Krieg, den vor allem die damals nach der Macht greifenden Islamisten teuer bezahlen mussten. "Die Führung ist heute entweder vernichtet oder im Ausland", so Ruf.

Und doch ist auch der Arabische Frühling nicht spurl