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Kultur

50 Jahre DW: "Investition für Deutschland"

Mit einem Festakt im früheren Bundestag in Bonn hat die Deutsche Welle ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Bundespräsident Johannes Rau würdigte die Arbeit des deutschen Auslandssenders als eine Erfolgsgeschichte.

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Neues DW-Domizil in Bonn

Die Deutsche Welle (DW) habe sich einen "exzellenten Ruf an Seriosität und Glaubwürdigkeit" erarbeitet, sagte Rau am Freitag (27.06.2003) bei der Jubiläumsfeier. Ihre Sendungen in zahlreichen Sprachen und in alle Welt seien eine Investition, "auf die Deutschland nicht verzichten sollte". Die DW wird aus Steuergeldern aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Es sei wichtig, in aller Welt ein Bild zu verbreiten, das der Wirklichkeit Deutschlands und seiner "bunten Vielfalt" entspreche und auch eine Sympathiewerbung sei, sagte Rau. "Wir können guten Gewissens für unser Land so werben, wie es ist." Daneben sei das objektive Informationsangebot des Senders in den fremdsprachigen Programmen vor allem auch dort gefragt, wo Krieg und Bürgerkriege sowie Zensur und Informationsmangel herrschten. Hier leiste die Deutsche Welle einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung.

Neuer Standort Bonn

Neben dem Jubiläum feierte die DW zugleich die Einweihung des neuen Funkhauses und der Zentrale in Bonn. Nach dem mit Asbest belasteten alten Funkhaus in Köln ist der Schürmannbau im früheren Regierungsviertel ab sofort ihr Domizil. Aus dem neuen Funkhaus senden mit modernster Technik mehr als 1000 Mitarbeiter Hörfunksendungen in mehr als 30 Sprachen. Aus Berlin sendet die DW ihre Fernsehbeiträge.

Die DW sei ein "fester Pfeiler der auswärtigen Kulturpolitik", sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Christina Weiss. In vielen Ländern sei die DW auch eine wichtige Informationsquelle. Die Grundzüge der Gesetzesnovelle für die Zukunft des Senders seien nicht länger strittig. Die Bundesregierung werde auch für die notwendige Finanzierungssicherheit Sorge tragen, sicherte Weiss zu. Eine finanzielle Planungssicherheit über einen Zeitraum von fünf Jahren wäre ein "starker Beitrag", die Staatsferne der DW zu dokumentieren, sagte Intendant Erik Bettermann.

Vom Kurzwellensender zum Multimedia-Unternehmen

Der stellvertretende Vorsitzende der ARD und Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Fritz Pleitgen, sagte, die DW sei weltweit zu einer "hoch geschätzten Institution" geworden. Aus dem reinen Kurzwellensender sei ein multimediales Programmunternehmen geworden. "Den Vergleich mit anderen Auslandssendern braucht die Deutsche Welle nicht zu scheuen."

Am 3. Mai 1953 war die DW erstmals auf Sendung gegangen - mit Hörfunk in Deutsch via Kurzwelle. Schon im Jahr darauf folgten Radiosendungen in Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Heute gestalten rund 1.500 Mitarbeiter aus mehr als 60 Ländern die Programme von DW-TV und DW-RADIO sowie die Website dw-world.de. Gesetzlicher Auftrag der DW ist es, "Rundfunkteilnehmern im Ausland ein umfassendes Bild des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland zu vermitteln und ihnen die deutschen Auffassungen zu wichtigen Fragen darzustellen und zu erläutern".

Das Reformkonzept für die DW, das noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll, zielt im wesentlichen darauf, das Aufgabenprofil zu modernisieren und weltoffener zu gestalten. Dabei soll sich die DW künftig als ein Forum darstellen, auf dem sich Deutschland sowohl als europäische Kulturnation wie auch als demokratischer Verfassungsstaat präsentiert.

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