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Aktuell Deutschland

50 Jahre Élysée-Vertrag

In Berlin haben die Feiern zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages begonnen. Er markiert das Ende einer jahrhunderte alten "Erbfeindschaft" und den Beginn einer unvergleichlichen Freundschaft.

Bundespräsident Joachim Gauck hat im Rahmen der Feierlichkeiten den französischen Präsidenten François Hollande im Schloss Bellevue in Berlin mit militärischen Ehren empfangen. Hollande war in Begleitung seines Mimisterpräsidenten Jean-Marc Ayrault erschienen. Anschließend war eine gemeinsame Sitzung beider Regierungen im Kanzleramt angesetzt.

Zum Auftakt der Feierlichkeiten hatte Hollande, der sich bereits seit Montag in der Stadt aufhält, Bundeskanzlerin Angela Merkel in der französischen Botschaft am Brandenburger Tor empfangen. Dabei sprachen Merkel und Hollande mit Gästen aus beiden Ländern.

Gemeinsame Parlamentssitzung

Den Höhepunkt der Feierlichkeiten markiert eine gemeinsame Sitzung des Bundestages und der französischen Nationalversammlung (Assemblée National) unter Vorsitz von Bundestagspräsident Norbert Lammert und seinem französischern Kollegen Claude Bartolone. Die zentralen Reden werden Hollande und Merkel halten. Beide Parlamente wollen sich dabei in einer gemeinsamen Erklärung zu einer weiteren Intensivierung ihrer Zusammenarbeit verpflichten.

Video ansehen 02:16

Berlin feiert 50 Jahre Élysée-Vertrag

Auch der Bundesrat und der französische Senat sowie das Deutsch-Französische Jugendwerk beteiligen sich mit  eigenen Veranstaltungen an den Feierlichkeiten, die am Abend mit einem Festkonzert in der Berliner Philharmonie ausklingen.

Komplex und einfacher

Lob für das Verhältnis beider Länder kam in Vorfeld vom französischen Außenminister Laurent Fabius. Deutschland und Frankreich hätten eine Beziehung "auf Augenhöhe", sagte Fabius im Deutschlandfunk. Sie seien getragen vom gegenseitigen Respekt und der Einsicht, "dass es niemandem zusteht, jemand anderem irgendwelche schulmeisterliche Lehren zu erteilen."

Vor 50 Jahren habe es noch erheblicher Kühnheit bedurft, zwei Länder zusammenzuführen, die vorher Krieg gegeneinander geführt hätten. So gesehen sei das Verhältnis heute einfacher. Komplexer sei es geworden, weil sich die Zusammenarbeit deutlich erweitert habe und heute alle Bereiche durchziehe, so Fabius weiter. Das deutsch-französische Verhältnis sei aber nicht ausschließend gegenüber anderen Staaten.

Mit dem Élysée-Vertrag hatten damals Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Präsident Charles de Gaulle am 22. Januar 1963 eine historische Annäherung beider Länder eingeleitet. Unter anderem sind darin Konsultationen Deutschlands und Frankreichs in wichtigen politischen Fragen vereinbart. Zudem legt der Vertrag regelmäßige Gipfeltreffen fest, die in der Regel zwei Mal pro Jahr stattfinden und an denen auch viele Minister teilnehmen.

gmf/as ( afp, dpa, dapd, rtr)

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