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High Five

5 Lieder, von denen Sie bestimmt nicht wussten, dass sie schon einmal im Wahlkampf für Aufregung gesorgt haben

Ob Angie (Merkel) oder Silvio (Berlusconi), ob Rockhymne oder Soulballade: Ohne Popsongs geht im Wahlkampf heute gar nichts. Mancher Musiker wird so allerdings zum unfreiwilligen Unterstützer - und setzt sich zur Wehr.

Popmusik als Wahlkampfhilfe: Man nehme einen Song mit einer Melodie, die ins Ohr geht, einem Text, der sich leicht zum eigenen Vorteil (um)deuten lässt - und schon hat man die Sympathien auf seiner Seite, so zumindest die Theorie.

Mit Optimismus in die Wahl

Ein berühmtes Beispiel ist der ehemalige britische Ministerpräsident Tony Blair, der sich 2005 die irische Band U2 vor den Wahlkampfkarren spannte. Ihr Hit "Beautiful Day" hatte alles, was er brauchte, war erhebend in der Melodie, optimistisch im Text. Den Wahlsieg für seine dritte Amtsperiode hatte der Labour-Politiker damals sowieso fast in der Tasche. U2 wurden zwar nie offiziell gefragt, richtig wehren tat sich die Band rund um den politisch aktiven Frontsänger Bono gegen die Nutzung ihres Songs aber auch nicht.

Anders sieht es aktuell bei US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump aus. Auch er inszeniert seine Auftritte gerne mit Pomp und schmissiger musikalischer Untermalung. Doch die meisten Musiker, die er zu seinen inoffiziellen musikalischen Wahlkampfhelfern auserwählt hat, sind darüber alles andere als begeistert.

Wahlkampfsong-Fauxpas

Einer der ersten Songs, die der Multimilliardär für seine schillernden Wahlkampfshows nutzte, war von Neil Young. Zu "Rocking in the Free World" fuhr Trump im Juni 2015 auf einer Rolltreppe zur Bühne, um seine Präsidentschaftskandidatur bekanntzugeben. "There's colors on the street - Red, white and blue": Der auf den ersten Blick patriotische Text ist in Wahrheit eine Abrechnung mit George Bush seniors republikanischer Regierung. Neil Young reagierte mit einer Unterlassungserkärung - und stellte den Song dem demokratischen Präsidentschaftbewerber Bernie Sanders zur Verfügung.

Richtig sauer wurde dagegen die Band R.E.M. Ihr Song "It's the End of the World as We Know It" war für die Republikaner Ted Cruz und Donald Trump im vergangenen September der Song der Stunde, als es bei einer gemeinsamen Veranstaltung darum ging, gegen den Atomdeal mit dem Iran zu wettern. Die Reaktion der Band war mehr als deutlich: "Go f... yourselves", wurde Bandleader Michael Stipes auf Twitter zitiert. Weder seine Lieder noch seine Stimme dürften verwendet werden für "traurige, nach Aufmerksamkeit heischende Männer". Ihr Wahlkampf sei nichts weiter als eine "hirnlose Kampagnenfarce".

Korb auch von Adele

Trump versuchte es auch mit Aerosmiths Hit "Dream On" ("Dream until your dream comes true") und dem Everlast-Klassiker "Jump Around" ("Pack it up, pack it in, let me begin, I came to win"), erntete aber nur weitere Unterlassungserklärungen. Der jüngste Korb an den Multimilliardär kam von Adele, und das, obwohl Trump nachgesagt wird, er sei ein großer Fan der britischen Sängerin.

Bald dürften Donald Trump also die Wahlkampflieder ausgehen, doch es gibt ja immer noch Arien wie "Nessun Dorma" aus der Oper Turandot: Viel Pathos - und der Komponist Giacomo Puccini ist seit mehr als 90 Jahren tot. Wehren kann er sich also nicht mehr.

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