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High Five

5 deutsche Karnevalsbräuche, deren Hintergründe Sie wahrscheinlich überraschen

Der Höhepunkt der fünften Jahreszeit ist da, und da wird wieder manch ungewöhnlicher Brauch gepflegt. Hinter abgeschnittenen Krawatten und männlichen Jungfrauen stecken bei allem närrischen Irrsinn oft lange Traditionen.

Das Kölner Dreigestirn ist das offizielle Oberhaupt des Kölner Karnevals. Seine Regenten Bauer, Prinz und Jungfrau sind mehrere Wochen lang die Aushängeschilder der närrischen Zunft. Immer sind es Männer - auch die Jungfrau.

Perücke und Rouge

Ein Narr muss also jedes Jahr ein Krönchen aufsetzen, eine blonde Perücke tragen und sich rote Wangen malen. Aber warum? Gibt es nicht genug attraktive Jeckinnen im Kölner Raum, die die Rolle viel besser spielen könnten? Diskriminierung etwa auch beim Karneval? Ein klein wenig ist es tatsächlich so. Karneval, zumindest der organisierte, war lange alleinige Männersache. Die traditionsbewussten Vereine, die das Dreigestirn stellen, sind bis heute reine Herrenrunden. Und so war die Jungfrau seit ihrem ersten Auftritt 1823 und vor allem nach der Gründung des Dreigestirns ab 1870 ohne Diskussion ein Mann.

Herrenrunde mit Jungfrau

Einzig die Jahre 1938 und 1939 bildeten eine Ausnahme. Zu nah an Travestie und Homosexualität erschienen den Nazis die Männer in Frauenkleidung. Die NSDAP drängte den Festausschuss deshalb, die Rolle der Jungfrau mit Frauen zu besetzen. Auch die Funkenmariechen wurden jetzt weiblich, zuvor wurden auch sie von Männern gespielt. Letztere haben sich in ihrer weiblichen Rolle durchgesetzt, doch die Jungfrau wurde nach dem Krieg sofort wieder durch einen Mann ersetzt.

Was hinter anderen etwas ungewöhnlich anmutenden deutschen Karnevalsbräuchen steckt, das erfahren Sie in unserem High-Five-Ranking. Alaaf und Helau!

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