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Gesellschaft

43 Prozent der Frauen wurden laut Umfrage sexuell belästigt

Mehr als jeder sechste Mann in Deutschland hat einer Umfrage zufolge schon einmal jemanden sexuell bedrängt. Der Anteil der Frauen, die sich belästigt gefühlt haben, ist deutlich höher. 

Nach dem Skandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein machen Frauen weltweit ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung öffentlich. Auch in Deutschland ist das Problem verbreitet, wie eine Umfrage zeigt: 43 Prozent der befragten Frauen gaben an, schon einmal sexuell bedrängt oder belästigt worden zu sein. Dagegen gaben nur zwölf Prozent der befragten Männer an, schon einmal belästigt worden zu sein. Das ergab eine Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, an der Ende Oktober insgesamt 2056 Menschen teilnahmen. 

Demnach hat mehr als jeder sechste Mann in Deutschland schon einmal jemanden sexuell bedrängt. 18 Prozent der befragten Männer räumten ein, sich selbst so verhalten zu haben, dass das Gegenüber dies "als unangemessen oder sexuell bedrängend empfunden haben könnte". Unter den teilnehmenden Frauen lag der Anteil mit sechs Prozent deutlich niedriger. 

Die Debatte um sexuelle Belästigung hat auch das EU-Parlament erreicht - hier die deutsche Grünen-Abgeordnete Terry Reintke (Reuters/C. Hartmann)

Die Debatte um sexuelle Belästigung hat auch das EU-Parlament erreicht - hier die deutsche Grünen-Abgeordnete Terry Reintke

Bereits Mitte des Monats hatte eine YouGov-eigene Umfrage mit 2388 Teilnehmern ähnliche Zahlen zu Betroffenen ergeben. Die häufigste Art der Belästigung sind laut dieser Umfrage Berührungen (rund 28 Prozent), gefolgt von anzüglichen Sprüchen (24 Prozent). 

Mit dem Hashtag #MeToo demonstrierten online in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Frauen, unter ihnen viele Stars, wie verbreitet das Problem ist. Einige Männer bekannten sich daraufhin zu Übergriffen. 

Video ansehen 03:19

Sexuelle Belästigung im EP - EU-Abgeordnete Monika Vana im Gespräch

Das EU-Parlament kündigte an, Vorwürfe der sexuellen Belästigung in seinen Reihen extern untersuchen zu lassen. Ebenso machten Mitarbeiter der Parlamente in Großbritannien und Schweden sexuelle Übergriffe öffentlich. So rief die britische Premierministerin Theresa May Frauen am Freitag dazu auf, sexuelle Belästigung im Londoner Parlament zu melden, nachdem entsprechende Vorwürfe bekannt geworden waren. "Alle Vorwürfe werden ernst genommen", sagte ein Regierungssprecher. 

Der lange einflussreiche Hollywood-Produzent Weinstein soll über drei Jahrzehnte hinweg Frauen sexuell belästigt haben. Zahlreiche Frauen haben sich mit entsprechenden Vorwürfen gemeldet, unter anderen die Top-Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Mindestens sechs Frauen werfen Weinstein vor, er habe sie vergewaltigt. In New York und Großbritannien wurden bereits Ermittlungen wegen der Vorwürfe eingeleitet. Weitere Klagen sind zu erwarten.

stu/rk (afp, dpa)
 

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