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Todesstrafe

42 Sunniten im Irak hingerichtet

Es war die größte Massenexekution dieses Jahres - bisher jedenfalls. Nur drei Länder der Welt richten mehr Menschen hin als der Irak. Menschenrechtler prangern zudem Folter an.

Afghanistan Hinrichtung im Gefängnis Pul-e-Tscharchi (picture alliance/ZUMA Press/W. Sabawoon)

2016 wurden nach Angaben von Amnesty International weltweit mehr als 1000 Menschen exekutiert (Symbolbild)

In der südirakischen Stadt Nassirija sind 42 Todesurteile an sunnitischen Muslimen vollstreckt worden. Wie das Justizministerium mitteilte, wurden Häftlinge des dortigen Gefängnisses hingerichtet, nachdem die Urteile vom Präsidialrat bestätigt worden waren. Einige der Verurteilten waren demnach der Vergewaltigung schuldig gesprochen, andere, weil sie Angehörige der Sicherheitskräfte getötet oder Autobombenanschläge verübt hatten.

Es war die bisher größte Massenexekution dieses Jahres. Sie folgte in kurzem Abstand, nachdem Mitte September bei Angriffen sunnitischer Terroristen mindestens 60 Menschen nahe dem schiitisch dominierten Nassirija zum Opfer gefallen waren. Der sogenannte "Islamische Staat" hatte sich zu den Attacken bekannt.

Laut Amnesty International verzeichnet der Irak nach China, dem Iran und Saudi-Arabien die höchste Zahl an Hinrichtungen weltweit. Die Menschenrechtsorganisation kritisiert in ihrem jüngsten Jahresbericht, dass besonders die Rechte von Terrorverdächtigen vor Gericht oft verletzt würden. Zudem sei Folter in der Haft verbreitet, und Milizen übten Druck auf Justiz und Regierung aus, Verdächtige rasch hinzurichten.

jj/rb (afp, rtr)

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