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Reise

41 x Welterbe in Deutschland

In Deutschland sind 41 Orte, Bauten oder Landschaften als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet. Sie alle haben gemeinsam, dass sie einzigartig und authentisch sind.

Deutschland Stadt Bamberg (picture-alliance/Arco Images/P. Schickert)

Die Bamberger Altstadt wurde bereits 1993 von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet

Für Reisende ist der Status "Welterbe" eine Art Gütesiegel. Er verspricht besondere Erlebnisse, Orte von universellem Wert, ein: "Muss man gesehen haben". Anfang Juli entscheidet die UNESCO, ob weitere Natur- und Kulturdenkmäler die Liste der deutschen Welterbestätten erweitern werden. Bis es soweit ist, ein Überblick über die 41, die es bereits geschafft haben.

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Welterbe Wismar und Stralsund

Bezaubernde Altstädte

Enge Gassen, barocke Bürgerhäuser - das Flair vergangener Epochen weht Reisende vielerorts in historischen Altstädten an. Manche sind so gut erhalten, dass sie Weltkulturerbe sind. Die Hansestädte Bremen, Lübeck, Stralsund und Wismar bieten neben viel Backsteingotik jede Menge Hafenambiente.

Die Altstadt von Bamberg dagegen repräsentiert mehrere Epochen vom 11. bis zum 18. Jahrhundert, die Bauten sind weitgehend original erhalten. Mittelalterlichem Lebensgefühl kann man in Regensburg, der am besten erhaltenen mittelalterlichen Großstadt Deutschlands, nachspüren. Oder in den Fachwerkstädten Quedlinburg und Goslar im Harz: Mit ihren windschiefen Dächern und verwinkelten Gassen bezaubern sie jedes Jahr zahlreiche Touristen aus aller Welt.

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Welterbe Wittenberg

Kunst und Kultur

In Eisleben und Wittenberg lebte und wirkte Martin Luther und stieß eines der bedeutendsten Ereignisse der Weltgeschichte an: die Reformation. Als Orte der Reformation sind bislang sechs Gebäude UNESCO-Weltkulturerbe, darunter Luthers Geburts- und Sterbehaus in Eisleben sowie die Schlosskirche in Wittenberg, an die er seine Thesen nagelte.

Im Juli entscheidet die UNESCO, ob zwölf weitere Lutherstätten in Deutschland den Welterbetitel tragen dürfen, darunter sein Elternhaus in Mansfeld und die Kirche St. Peter und Paul in Eisleben, in der er getauft wurde.

Orte, an denen Besucher eine geballte Ladung Kunst und Kultur erwartet, sind die Berliner Museumsinsel und in die Klassikerstadt Weimar. Auch sie zählen neben dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth zum kulturellen Erbe der Menschheit.

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Welterbe Kölner Dom

Kirchen und Klöster

Das erste deutsche Weltkulturerbe war 1978 der Aachener Dom. Um 800 erbaut, gilt er als ein Vorbild sakraler Architektur. Auch andere Kathedralen Deutschlands gehören zum Erbe der Menschheit, darunter der Trierer Dom, Deutschlands älteste Kirche.

Der Kölner Dom ist ein Meisterwerk gotischer Architektur und gehört mit sechs Millionen Besuchern jährlich zu den Top-Sehenswürdigkeiten des Landes. Die Dome in Hildesheim und Speyer sind beeindruckende Zeugnisse romanischer Baukunst. Märchenhafte Rokoko-Verzierungen bietet dagegen die Wieskirche im bayerischen Steingaden.

Das Prädikat "Weltkulturerbe" schmückt auch mehrere Klöster in Deutschland. Sie waren im Mittelalter bedeutende geistliche und weltliche Zentren, in denen Handel, Landwirtschaft, Handwerk, Kultur und Schulen betrieben wurden. Die Klöster Corvey, Lorsch und Maulbronn sowie die Klosterinsel Reichenau sind - mehr und weniger gut erhalten - wichtige Zeugnisse dieser Zeit.

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Welterbe Wattenmeer

Parks und Natur

Einige eindrucksvolle Landschaften und Parks stehen auf der Welterbe-Liste der UNESCO, darunter das Wattenmeer. Es ist als eines der wichtigsten gezeitenabhängigen Feuchtbiotope der Welt und hat als Rastgebiet für Zugvögel globale Bedeutung.

Neben dem Wattenmeer gehören fünf Buchenwaldgebiete in Deutschland zum Weltnaturerbe. Als "wertvollste Reste naturnaher Tiefland-Buchenwälder" sind sie so nur noch in Deutschland zu finden.

Das Obere Mittelrheintal ist dagegen eine von den Menschen geformte Kulturlandschaft, die durch ihre "große Vielfalt und Schönheit" besticht und es daher auf die Welterbe-Liste geschafft hat. Außergewöhnliche Beispiele der Gartenbaukunst sind der Bergpark Wilhelmshöhe, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und der Muskauer Park, die ebenfalls ausgezeichnet wurden.

Architektur, die die Welt veränderte

Mit den Bauhausstätten in Dessau und Weimar stehen Zeugnisse einer epochalen Wende in Architektur, Kunst und Design unter dem Schutz der UNESCO. Hier lebten, lehrten und experimentierten die Bauhaus-Direktoren Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe und ihre Schüler. Sie läuteten damit die Moderne ein. 

Moderne Formensprache, funktionale Grundrisse, bezahlbarer Wohnraum – sechs Berliner Wohnsiedlungen repräsentieren die Ideen der Bauhäusler und sind heute Weltkulturerbe.

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Welterbe Siedlungen der Berliner Moderne

Einen herausragenden Beitrag zur Moderne leistete auch der schweizerisch-französische Architekt Le Corbusier. Sein Gesamtwerk wurde 2016 zum grenzübergreifenden Welterbe erklärt: insgesamt 17 Bauten in sieben Staaten gehören dazu, darunter zwei Häuser der Weißenhofsiedlung in Stuttgart.

Eine gänzlich andere Architektur ist in Hamburg mit dem Welterbe-Titel ausgezeichnet worden: Die Speicherstadt, ein Viertel aus Lagerhäusern in neogotischer Backsteinarchitektur, durchzogen von Brücken und Kanälen.

Gebaut wurde die "Stadt aus Speichern" zwischen 1885 und 1927. Sie steht für deutsche Kaufmannstradition und expandierenden internationalen Handel. Ebenfalls auf die UNESCO-Liste schaffte es das benachbarte Kontorhausviertel, Europas erstes reines Büroviertel.

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Welterbe Grube Messel

Spuren der Vergangenheit: archäologische Ausgrabungen

Einige Orte haben universellen Wert, weil sie etwas über die Geschichte der Erde oder der Menschheit erzählen. Prähistorische Pfahlbauten am Bodensee gehören dazu, ebenso römische Bauten in Trier und der Obergermanisch-Raetische Limes, die einstige Grenzbefestigung des Römischen Reiches. 

Auch einer der weltweit wichtigsten Fundorte für Fossilien liegt in Deutschland und steht unter dem Schutz der UNESCO. In der Grube Messel liegen Fossilien aus der Zeit, nachdem die Saurier ausgestorben waren und sich Tier- und Pflanzenwelt rasant veränderten.

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Welterbe Zeche Zollverein

Denkmäler der Industriekultur

Wer sich für technische Leistungen und Architektur des Industriezeitalters interessiert, findet in Deutschland gleich vier Welterbe-Stätten, die beides veranschaulichen. Die Völklinger Hütte im Saarland produzierte ab 1873 Eisenträger und war einst eine der modernsten Industrieanlagen Europas. Die Zeche Zollverein in Essen war die größte Steinkohleförderanlage der Welt. Beide wurden 1986 stillgelegt, die Anlagen sind bis heute erhalten und können besichtigt werden.

Das Fagus-Werk in Alfeld sowie das Erzbergwerk Rammelsberg bei Goslar mit der Oberharzer Wasserwirtschaft sind ebenfalls beeindruckende Leistungen der Menschheit auf den Gebieten Architektur und Technik.

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Welterbe Würzburger Residenz

Schlösser und Burgen

in Barockschloss mit prächtigem Garten, gestaltet von den angesehensten Architekten der damaligen Zeit: das ist die Würzburger Residenz. Als "das einheitlichste und außergewöhnlichste aller Barockschlösser" genießt es den Status als Weltkulturerbe.

Ebenfalls sehenswert: die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin und die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl. Auf der Wartburg bei Eisenach übersetzte der Reformator Martin Luther die Bibel.

                                                                                                                                                      

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