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Nachrichten

4.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach dem Rückzug von FDP-Parteichef Guido Westerwelle berät das Präsidium der Freien Demokraten an diesem Montag in Berlin über das weitere Vorgehen. Es werden Beschlüsse zur personellen und inhaltlichen Neuausrichtung der Partei erwartet. Als mögliche Nachfolger Westerwelles werden Gesundheitsminister Phillip Rösler und Generalsekretär Christian Lindner genannt. Anscheinend möchte die FDP-Spitze die Entscheidung über den neuen Parteivorsitz beschleunigen. Die "Bild"-Zeitung berichtet, die ursprünglich für Montag kommender Woche vorgesehene gemeinsame Sitzung von Präsidium und Landesvorsitzenden werde um sechs Tage auf Dienstag dieser Woche vorverlegt. Mit der Terminänderung sollten unnötig lange Personalspekulationen verhindert werden. Westerwelle hatte am Abend erklärt, er werde beim Bundesparteitag Mitte Mai in Rostock nach zehn Amtsjahren nicht erneut für den Vorsitz kandidieren. Er wolle sich jetzt auf sein Amt als Außenminister konzentrieren.

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Kurz vor der ersten Sitzung der neuen Ethikkommission zur künftigen Energiepolitik hat deren Vorsitzender Matthias Kleiner vor einem übereilten Atomausstieg gewarnt. Es wäre nichts gewonnen, wenn Deutschland seine Kernkraftwerke schnell abschalte, aber dafür Atomstrom aus dem Ausland importieren müsse, sagte der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft der "Financial Times Deutschland". An diesem Montag kommt die Ethikkommission mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kirchen und Gesellschaft in Berlin zusammen. Sie soll bis Ende Mai einen Bericht vorlegen. Dieser Bericht und die Überprüfung aller 17 deutschen Atomkraftwerke sollen die Basis bilden für die Entscheidung, welche und wie viele Meiler dauerhaft stillgelegt werden. Kleiner leitet das Gremium gemeinsam mit dem früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer. - An der Sitzung werden auch Kanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen teilnehmen.

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Im Bemühen um eine Lösung des Konflikts um Machthaber Muammar al-Gaddafi hat das libysche Regime einen Gesandten zu Gesprächen nach Griechenland geschickt. Das Außenministerium in Athen teilte mit, der frühere libysche Ministerpräsident und amtierende Außenminister Abdul Ati al Obeidi sei mit Regierungschef Giorgos Papandreou zusammengetroffen und werde anschließend in die Türkei und nach Malta weiterreisen. Das Regime in Tripolis suche offenbar nach einer Lösung, so die Einschätzung des griechischen Außenministers Dimitris Droutsas. - Großbritannien entsandte unterdessen Diplomaten nach Libyen, um dort unter anderem Mitglieder des Nationalen Übergangsrats der Opposition zu treffen. Die Diplomaten wollten sich in Bengasi über den Übergangsrat und die Lage im Land informieren, hieß es. - Unterdessen gehen die Kämpfe in Libyen weiter. Unterstützt von Nato-Kampfflugzeugen versuchen libysche Widerstandskämpfer die Ölstadt Brega im Osten des Landes wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Ein Sprecher des Verteidigungsbündnisses sagte, allein am Samstag seien mehr als 70 Kampfeinsätze geflogen worden, um die Freiheitskämpfer zu unterstützen. Umkämpft ist neben Brega im Osten auch die Küstenstadt Misrata im Westen des Landes.

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Nach der Präsidentenwahl in Kasachstan ist der seit zwei Jahrzehnten regierende Amtsinhaber Nursultan Nasarbajew erwartungsgemäß zum Sieger erklärt worden. Nach offiziellen Teilergebnissen kommt der autoritär regierende Präsident auf 95,5 Prozent der Stimmen. Vor seinen Anhängern sagte er in der Hauptstadt Astana, das Ergebnis bestätige die Unterstützung des Volkes für seinen Regierungskurs. Damit bleibt der 70-Jährige für weitere fünf Jahre im Amt. Außer ihm waren lediglich drei Kandidaten angetreten, die aber alle ihre Unterstützung des Amtsinhabers erklärt hatten. Prominente Oppositionspolitiker boykottierten die Wahl. Bereits im Vorfeld hatte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa mangelnde Transparenz und fehlenden Wettbewerb bemängelt. Kritiker werfen Nasarbajew unter anderem Menschenrechtsverletzungen sowie die Unterdrückung Andersdenkender und Vetternwirtschaft vor.

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Aus der schwer beschädigten Atomanlage in Fukushima gelangt weiter Radioaktivität in die Umwelt. Durch einen Riss im Boden strömt radioaktiv verseuchtes Wasser ins offene Meer. Die japanische Regierung warnte, dass es Monate dauern könnte, bis das Leck geschlossen sei. Zudem werde erwogen, die Reaktoren zu versiegeln, nachdem auch außerhalb der Sicherheitszone um das Kraftwerk Radioaktivität oberhalb der erlaubten Grenzwerte gemessen wurde. Wegen der ungelösten Atomkrise bezweifelt die Regierung derweil, die eigenen Klimaschutzziele einhalten zu können. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, es könne sein, dass die Zusagen zur Verringerung der Kohlendioxyd-Ausstoßes überdacht werden müssten. Es gebe keinen Zweifel daran, dass sich die Folgen der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe auf verschiedene Sektoren des Landes stark auswirken werden.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden Regen, in der Mitte und im Norden bei wechselnder Bewölkung einzelne Schauer. In Nordseenähe auch längere Zeit heiter. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte von acht bis 17 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Dienstag im Norden stark bewölkt und etwas Regen. Sonst heitere Abschnitte, im Südwesten viel Sonne. Es wird wieder wärmer.

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