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Wissen & Umwelt

3D-Drucker zu Weihnachten

Mittlerweile gibt es ihn schon für unter 500 Euro: Der 3D-Drucker wird so bei dem ein oder anderem auf dem Wunschzettel landen. Steht dem Gerät nach Jahren in der Nische nun der Durchbruch bevor?

Seit vielen Jahren sprechen Experten vom Durchbruch des 3D-Drucks. Doch die Verkaufszahlen zeigen: Es ist noch ein weiter Weg. So haben Hersteller im vergangenen Jahr laut dem Marktforschungunternehmens Gartner nur 108.151 Geräte verkauft.

Pünktlich zu Weihnachten bietet das deutsche Unternehmen Tchibo einen kleinen 3D-Drucker für Zuhause an: für 499 Euro. Während der Preis der meisten Modelle bisher noch zwischen 1000 und 3000 Euro liegt, erhält das Tchibo-Exemplar dennoch viele positive Bewertungen - besonders für die Zuverlässigkeit und einfache Handhabung.

Der "UP Mini" arbeitet mit für 3D-Druck gängigen Kunststoffen (ABS und PLA). Die Objekte, die es anfertigen kann, sind maximal 12 x 12 x 12 Zentimetern groß. Nutzer loben die Detailtreue.

Für jüngere Technikbegeisterte mit weniger Budget gibt es den "da Vinci Junior". Die Objekte, die dieser Drucker anfertigt, sind allerdings nur halb so groß wie mit dem "UP Mini" und auch weniger genau in den Details. Mit einem Preis von rund 330 Euro ist der 3D-Drucker ein Einsteigermodell für den Technikunterricht in der Schule oder in den eigenen vier Wänden.

Geschenke drucken

Mit etwas größeren Geräten lassen sich dagegen schon richtige Geschenke ausdrucken, zum Beispiel Figuren, Spielzeug oder 3D-Aufkleber. Für solche Spielereien ist eine Software nötig. Mit der können Nutzer vorher eine dreidimensionale Grafik des gewünschten Projekts am Computer anfertigen.

Auch brauchbare Musikinstrumente, Geschirr oder Christbaumschmuck lassen sich anfertigen. Dafür bräuchte es aber große Drucker.

Industrietaugliche 3D-Drucker sind mittlerweile so weit, dass sie Teile für die Medizin, für Flugzeuge oder Autos produzieren. Einige Unternehmen haben 3D-Lebensmittel-Drucker entwickelt, die - theoretisch - das Kochen eines aufwendigen Weihnachtmenüs für uns übernehmen könnten.

Marktforscher gehen davon aus, dass sich die Zahl von 3D-Druckern in diesem Jahr vorraussichtlich verdoppeln wird. Und dennoch schätzen sie, dass die Millionengrenze erst im Jahr 2020 erreicht wird. Die Technologie scheint damit eher ein Nischenprodukt zu bleiben - für das sich lediglich Technikfreaks begeistern.

Haters will be haters!

Denn es ist längst nicht jeder davon überzeugt, dass bald alle Haushalte einen 3D-Drucker besitzen werden oder besitzen sollten.

Viele Nutzer bemängeln, dass es zu lange dauert, bis Entwürfe fertig gedruckt sind, wenn sich im Geschäft schnell dasselbe Produkt für ein paar Euro kaufen lässt.

Bundeskanzlerin Merkel betrachtet einen 3D Drucker (Foto: Wolfgang Kumm/dpa).

Kanzlerin Merkel begutachtet auf dem IT-Gipfel 2015 in Berlin einen 3D-Drucker. Ob so einer jetzt wohl auf ihrem Wunschzettel steht?

Andere wiederum sind über ihre Gesundheit besorgt, da während des Drucks ein unangenehmer Geruch entsteht. Außerdem sind die Kosten für den Kunststoff noch immer vergleichsweise hoch.

3D-Gadgets bestellen

Statt viel Geld für ein Produkt auszugeben, das man nur selten nutzt, haben viele Firmen die Marktlücke erkannt und bieten 3D-Druck auf Anfrage an. So finden sich im Internet mehrere Anbieter, die ein großes Sortiment an personalisierbaren Artikeln anbietet: Gadgets, Schmuck, Kunst - alles geeignete Weihnachtsgeschenke.

Wer aber dennoch gerne selbst drucken möchte, braucht einen Computer mit einer CAD-Software. Damit können Zeichnungen für den Druck angefertigt werden.

Aber es gibt auch Webseiten mit Vorlagen. So zum Beispiel "Thingiverse", die als größter 3D-Druck-Fundus gilt. Mehr als 100.000 von Nutzern erstellte Vorlagen stehen zur freien Verfügung stehen.

Große Onlinehändler wie Amazon und eBay bieten mittlerweile druckfrische Ware an - das Angebot an Spielzeug, Elektronik und anderen Dinge für Zuause, die mithilfe von 3D-Druckern hergestellt werden, wächst stetig.

Andere Unternehmer gehen den Trend mit - immer auf der Suche nach neuen kreativen Ideen. Dazu zählt auch der ehemalige FC Bayern München-Spieler Hasan Salihamidžić. Der ehemalige Profi druckt Fußballspieler im Miniaturformat nach.

Bis hierher war es für die Technologie allerdings schon ein weiter Weg. Chuck Hull, Gründer von 3D Systems, wird oft als Erfinder des 3D-Drucks genannt. Das war im Jahr 1984.

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