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Nahost

37 Tote bei Anschlägen in Bagdad und im Nordirak

Kein Ende der Gewalt im Irak: bei Anschlägen und US-Aktionen sind 37 Menschen getötet worden. Unter Sperrfeuer stand das Bagdader Regierungsviertel, die stark gesicherte 'Grüne Zone'.

US-Soldat in der Gegend, in der eine Autobombe detonierte,Shula, Baghdad (23.3.2008, Quelle: AP)

Bis zu 15 Menschen wurden allein in Bagdad getötet

Der am stärksten gesicherte Stadteil in Bagdad, die sogenannte Grüne Zone, ist am Sonntag (23.3.2008) zweimal unter Beschuss geraten. Zwei Serien von Mörsergeschossen trafen den Stadtteil der irakischen Hauptstadt, in der sich die US-Botschaft und das irakische Parlament befinden. Verletzt wurde niemand, unter den Bewohnern brach allerdings Panik aus.

Trauernder Iraker in Shula, Baghdad (23.3.2008, Quelle: AP)

Ein Verwandter des Mannes wurde bei dem Anschlag in Bagdad getötet

Tote gab es aber außerhalb des schwer bewachten Gebiets, wie aus Polizeikreisen verlautete. Bis zu acht Menschen seien von offensichtlich fehlgeleiteten oder willkürlich abgegebenen Katjuscha-Raketen tödlich getroffen wurden. Unterdessen starben in einem von verschiedenen Volksgruppen bewohnten Viertel im Süden Bagdads mindestens sieben Menschen in einem Kugelhagel. Unbekannte hatten aus drei Autos das Feuer auf Fußgänger eröffnet.Insgesamt wurden bei Anschlägen in Mossul und in Bagdad sowie bei einer Razzia 37 Menschen getötet.

Mörsergranaten-Angriff auf die US-Botschaft

Die Mitarbeiter der US-Botschaft flüchteten in den Bunker, als die Mörsergranaten am frühen Morgen explodierten. Laut Augenzeugenberichten schlugen acht in der Nähe der Botschaft ein und zwei weitere in einem Wohnviertel. Sie verursachten jedoch nur leichten Sachschaden. Laut einem Botschaftsangehörigen handelte es sich um die schwerste Attacke auf die Grüne Zone seit dem vergangenen Sommer.

Bei einem Selbstmordanschlag in der nordirakischen Stadt Mossul wurden mindestens zehn Soldaten getötet und 30 Menschen verletzt. Wie die irakische Armee mitteilte, steuerte ein Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen Laster in eine Kaserne. Der Ort des Anschlags im Viertel El Hermat wurde nach Angaben von Zeugen weiträumig abgesperrt. In Mossul gehen irakische und US-Truppen verstärkt gegen Anhänger der Terrororganisation El Kaida vor.

Todesschwadrone in Safraranija

In Safaranija im Süden Bagdads wurden nach Angaben von Sicherheitskräften mindesten sechs Menschen getötet und weitere 16 verletzt, als bewaffnete Männer aus drei Autos heraus das Feuer auf einen Markt eröffneten. In dem Viertel wohnen sowohl Schiiten als auch Sunniten. Im schiitischen Teil El Kamalija wurden durch einen Raketenangriff mindestens fünf Menschen getötet und acht verletzt, wie Sicherheitskräfte mitteilten.

Irakische Sicherheitskräfte marschieren in Basra, nach dem Abzug der Briten (16.12.2007, Quelle: AP)

Im Dezember übernahmen die Iraker die Kontrolle in Basra - offenbar nicht gut genug

Mehrere tausend Menschen forderten am Samstag auf einer Demonstration in New York einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Nach Angaben der Organisatoren versammelten sich anlässlich des fünften Jahrestags des Irak-Kriegs mehr als zehntausend Demonstranten im Zentrum der Stadt. Sie riefen Parolen wie "Kein Dollar mehr, kein Toter mehr". In einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer der Opfer des Krieges. Die Demonstranten trugen Särge mit den Flaggen der USA und des Irak durch die Straßen. Der Irak-Einsatz hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen.

US-Militär: Briten sollen zurück nach Basra

Aufgrund der schlechten Sicherheitslage vor allem im Südirak will das US-Militär einem Zeitungsbericht zufolge die Briten zur Rückkehr ihrer Truppen nach Basra bewegen. Das Blatt "Sunday Mirror" berichtete am Sonntag unter Berufung auf hochrangige US-Militärkreise, die Lage im Südirak sei äußerst besorgniserregend. "Drei große Milizen kämpfen einen äußerst blutigen Machtkampf im Südirak", zitierte die Zeitung den anonymen US-Offizier. Die britischen Truppen hatten im Dezember die Kontrolle über Basra an die Iraker übergeben und sich auf einen Stützpunkt am Flughafen von Basra zurückgezogen.

Irakische und US-Truppen seien derzeit wegen der Großoffensive gegen El Kaida in Mossul gebunden, sagte der US-Offizier. Doch danach wolle die Koalition sich Basra zuwenden. "Dazu werden wir die Briten drängen, in die Stadt zurückzukehren." Sollten die Briten nicht über genügend Soldaten verfügen, solle ihnen Verstärkung durch US-Marineinfanteristen angeboten werden. (mg)

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