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Amerika

33 Chileninnen im Bergwerk im Hungerstreik

Aus Protest gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze haben sich 33 Frauen in einer stillgelegten Kohlemine in der Stadt Lota, etwa 500 Kilometer südlich von Santiago, verschanzt und sind in den Hungerstreik getreten.

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Die Frauen verlangen, dass der Staat den Opfern des verheerenden Erdbebens vom Februar ebenso hilft wie den 33 Bergleuten, die im Oktober nach mehr als zwei Monaten unter Tage gerettet worden waren. "Wir brauchen 12.600 Arbeitsplätze für alle Gemeinden in der Region", so Leslie Ramos, eine der streikenden Frauen.

Regierung lehnt Verlängerung der Hilfsprogramme ab

Erdbeben in Chile 2010 Flash-Galerie

Das Beben am 27. Februar 2010 war das stärkste Erdbeben in Chile seit fast 50 Jahren...

Mit Arbeitskluft und Bergarbeiterhelmen waren die Frauen am Vortag (16.11.2010) in das inzwischen in eine Touristenattraktion umfunktionierte Bergwerk bei der Stadt Lota hinabgestiegen. Sie hatten ebenso wie tausende andere Menschen in der Region ihre Arbeit, wie zum Beispiel den Wiederaufbau zerstörter Ortschaften, verloren, weil staatliche Hilfsprogramme für die Opfer des Jahrhundertbebens ausgelaufen waren.

Die Frauen fordern, dass diese Hilfen auch im kommenden Jahr weiter gezahlt werden. Der Hungerstreik sei notwendig geworden, weil die Regierung auf die Forderung nicht eingegangen sei, erklärte Brigida Lara, eine der Streikenden: "Wir haben so viele Dinge unternommen, damit sie uns beachten, aber Santiago hört uns einfach nicht zu". Die Regierung lehnte die Verlängerung der Hilfsprogramme ab und warf der Opposition vor, zu den Protesten angestiftet zu haben.

Erdbeben Chile

...und das fünftstärkste, das weltweit seit Beginn der seismischen Aufzeichnungen im Jahr 1900 gemessen wurde

Aber auch der Bürgermeister der von der Naturkatastrophe besonders betroffenen Stadt Talcahuano, Gastón Saavedra, kritisierte das Ende der Hilfsprogramme: "Die durch das Beben verloren gegangenen Arbeitsplätze konnten noch nicht wieder neu geschaffen werden. Deshalb ist es gerechtfertigt, dass die Menschen protestieren, wenn sie nichts zu essen haben".

Erdbeben, Tsunami und Grubenunglück

Das Erdbeben mit einer Stärke von 8,8 war eines der heftigsten je registrierten Beben und hatte mit dem darauf folgenden Tsuanami mehr als 500 Menschen das Leben gekostet. An Häusern und Infrastruktur entstanden in der ohnehin armen Region Schäden in Höhe von etwa 30 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro). Die Arbeitslosenquote stieg in einigen Regionen auf fast 20 Prozent.

Chile / Bergmann / Rettung / Ende / 33 / Luis Urzua

Die Rettung der 33 verschütteten Kumpel am 13.Oktober war das Medienereignis schlechthin

Mitte Oktober waren aus einer chilenischen Mine 33 Bergleute gerettet worden, die 69 Tage unter Tage eingeschlossen waren. Ihr Schicksal hatte weltweit Anteilnahme ausgelöst, ihre Rettung wurde mit Spannung verfolgt. Die chilenische Regierung unter Präsident Sebastián Piñera hatte Millionen Dollar in ihre spektakuläre Bergung mit einer schmalen Rettungskapsel gesteckt.

Autor: Oliver Pieper (dpa, afp)
Redaktion: Mirjam Gehrke

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