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Nachrichten

31.10.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Einen Tag nach dem Aufprall des Wirbelsturms "Sandy" auf die Ostküste der USA ist das volle Ausmaß der Katastrophe noch unklar. Die Zahl der Todesopfer stieg auf mindestens 45. Allein in New York starben nach Behördenangaben 18 Menschen. Besonders hart traf es den Stadtteil Manhattan. Dort standen Straßen unter Wasser, U-Bahn-Tunnel liefen voll. Mehr als acht Millionen Amerikaner haben nach wie vor keinen Strom. Es kann noch Tage dauern, bis ihre Haushalte wieder ans Netz angeschlossen werden. US-Präsident Barack Obama warnte vor weiteren Schäden durch "Sandy". An diesem Mittwoch will Obama nach New Jersey fliegen, dem vom Unwetter am stärksten betroffenen Bundesstaat. Ersten Schätzungen von Ökonomen zufolge belaufen sich die Sachschäden auf bis zu 20 Milliarden Dollar. Die endgültige Summe könnte allerdings noch wesentlich höher liegen, wenn etwa Einnahmeausfälle von Unternehmen mitgerechnet werden, berichtete der TV-Sender CNN.

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Im Ringen um ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien hat sich der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi an China gewandt. Das Land könne "eine aktive Rolle bei der Suche nach einer Lösung spielen", sagte er bei einem Gespräch mit dem chinesischen Außenminister Yang Jiechi in Peking. Bislang verweigerte sich China internationalen Appellen, Druck auf den syrischen Staatschef Baschar al-Assad auszuüben, der den Aufstand gegen sich seit rund 19 Monaten blutig bekämpfen lässt. Brahimi hatte zuvor Gespräche in Moskau geführt und die Lage in Syrien als "sehr sehr gefährlich" beschrieben. Die internationale Gemeinschaft schafft es mit ihren bisherigen Bemühungen nicht, den Bürgerkrieg zu stoppen. Russland und China haben als Vetomächte im UN-Sicherheitsrat bislang Resolutionen gegen das Assad-Regime verhindert. Brahimi hatte über das vergangene Wochenende eine viertägige Waffenruhe in Syrien eingebracht, die aber nicht eingehalten wurde. Mehr als 500 Menschen wurden zwischen Freitag und Montag getötet.

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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hält am Ziel eines Beitritts seines Landes zur Europäischen Union fest. "Wir bereiten uns darauf vor, dass wir Vollmitglied in der EU werden", sagte er in einer europapolitischen Rede in Berlin. Zugleich räumte Erdogan ein, dass der Konflikt um die zwischen Türken und Griechen geteilte Mittelmeerinsel Zypern ein Problem sei. Die Türkei erkennt das EU-Mitglied Zypern nicht an. Zuvor hatte der Gast aus Ankara die neue Botschaft seines Landes in Berlin eröffnet. An diesem Mittwoch wird Erdogan von Kanzlerin Angela Merkel empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs im Kanzleramt dürfte der Bürgerkrieg in Syrien stehen. Die benachbarte Türkei hat bisher mehr als 100.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen.

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In Libyen ist auch der zweite Versuch gescheitert, eine neue Übergangsregierung zu installieren. Ministerpräsident Ali Seidan stellte dem Parlament in Tripolis seine Kabinettsliste vor - doch zur Abstimmung kam es nicht. Im Saal brach lauter Streit unter den Abgeordneten aus, begleitet von Drohgesten junger bewaffneter Sicherheitsleute. Darüber hinaus stürmten aufgebrachte Demonstranten das Gebäude, um gegen einige der designierten Minister zu protestieren, wie das libysche Fernsehen berichtete. Parlamentspräsident Mohammed Al-Magarief setzte für diesen Mittwoch den nächsten Abstimmungstermin an. Libyen soll künftig von einer Koalition der beiden größten Parteien, der liberalen Nationalen Allianz und der Partei Gerechtigkeit und Aufbau, die der Muslimbruderschaft nahe steht, regiert werden.

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Die Bundesregierung forciert einem Zeitungsbericht zufolge zusammen mit vier anderen Ländern die Realisierung des multinationalen Wüstenstrom-Projekts Desertec in Nordafrika. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, haben Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Marokko Gespräche über ein gemeinsames Abkommen begonnen. Die Vereinbarung soll den Bau eines 600 Millionen Euro teuren Solarkraftwerks ermöglichen und den Import von Strom aus Sonnenenergie nach Europa regeln. Marokkos Industrieminister Abdelkader Amara bestätigte Pläne für ein internationales Abkommen. Bereits im November soll eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet werden. Im Rahmen von Desertec soll vor allem in Wüstenregionen in Nordafrika Solarstrom erzeugt und nach Europa geliefert werden. Ein erstes Megakraftwerk ist in Marokko geplant.

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