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Nachrichten

31.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die syrischen Rebellen haben Präsident Baschar al-Assad ein Ultimatum bis Freitagmittag gestellt, um den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan umzusetzen. Wenn sich die Regierung nicht an die Frist halte, sehe sich auch die Führung der Freien Syrischen Armee an keine Zusage aus dem Plan mehr gebunden, erklärten die Rebellen, die vor allem aus desertierten Soldaten bestehen. Nach dem "barbarischen Massaker an Frauen und Kindern in Hula" sei durch nichts mehr zu rechtfertigen, dass man sich einseitig an den von Annan vermittelten Waffenstillstand halte. In Hula waren am vergangenen Freitag mehr als 100 Zivilisten getötet worden, nach Angaben der Rebellen von Regierungstruppen. Am Mittwoch hatte in New York erneut der UN-Sicherheitsrat über die Gewalt in Syrien beraten, es zeichnete sich jedoch weiter keine einheitliche Linie ab. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, sprach sich vor diesem Hintergrund dafür aus, den Sicherheitsrat notfalls auch zu umgehen. Denkbar seien jetzt drei Lösungen: Ein Einlenken Assads, eine Erzwingung des Friedensplans oder dass sich Staaten fragen, ob sie "außerhalb der Autorität" des UN-Sicherheitsrates tätig werden.

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In Irland hat eine Volksabstimmung über den europäischen Fiskalpakt begonnen. Gut 3,1 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die Beteiligung ihres Landes an dem Abkommen für mehr Haushaltsdisziplin abzustimmen. Irland ist das einzige Land der EU, in dem die Bevölkerung direkt über eine Beteiligung am Fiskalpakt entscheidet. Letzte Umfragen sagten eine breite Zustimmung von 60 Prozent voraus. Der Fiskalpakt sieht verbindliche Schuldenbremsen in allen Teilnehmerstaaten vor. Zudem werden erstmals automatische Sanktionen festgelegt, falls die schon länger geltenden europäischen Defizitregeln gebrochen werden. 25 Länder nehmen an dem Abkommen teil, das sind alle EU-Staaten außer Großbritannien und Tschechien.

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Bundespräsident Joachim Gauck besucht zum Abschluss seiner viertägigen Nahost-Reise das Westjordanland. In Ramallah ist unter anderem ein Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vorgesehen. Außerdem will Gauck eine mit deutschen Mitteln errichtete Mädchenschule eröffnen. Am Mittwoch hatte der Bundespräsident seinen Staatsbesuch in Israel beendet. Bei einem Treffen mit Regierungschef Benjamin Netanjahu bekräftigte er die deutsch-israelische Freundschaft, kritisierte aber zugleich die Siedlungspolitik der Regierung in Jerusalem. Sie gilt als eines der Haupthindernisse für die Umsetzung einer Zwei-Staaten-Lösung.

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Aus Protest gegen die chinesische Fremdherrschaft hat sich erneut eine Tibeterin selbst verbrannt. Wie die in London ansässige Organisation Free Tibet berichtet, überschüttete sich die Mutter von drei Kindern am Mittwoch vor einem buddhistischen Kloster in der südwestchinesischen Provinz Sichuan mit Benzin und zündete sich an. Die Tibeterin namens Rechok sei Mitte 30 gewesen und noch am Ort ihren Verbrennungen erlegen. Es war bereits die 35. Selbstverbrennung seit März vergangenen Jahres. Die Tibeter protestieren gegen die Einschränkung ihrer Religionsfreiheit und fordern die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil.

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Bei der Deutschen Bank geht an diesem Donnerstag die Ära von Josef Ackermann zu Ende. Der Schweizer wird sich auf der Hauptversammlung in der Festhalle in Frankfurt am Main nach zehn Jahren an der Spitze des größten deutschen Geldinstituts von den Aktionären verabschieden und den Stab an seine Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen übergeben. Das neue Führungsduo übernimmt die Bank in einer Zeit, in der sich die Euro-Schuldenkrise gerade wieder zuspitzt und sich die Geldhäuser weltweit für eine strengere Regulierung rüsten müssen. Der 64-jährige Ackermann hat die Deutsche Bank ohne direkte staatliche Hilfe durch die Finanzkrise gesteuert und das Privatkundengeschäft als zweites Standbein neben dem Investmentbanking ausgebaut. Ihm drohen vonseiten der Aktionäre aber auch kritische Fragen. Hauptthemen dürften die holprige Nachfolgesuche, der schwächelnde Aktienkurs, die hohen Investmentbanker-Boni und das Geschäft mit Nahrungsmittelspekulationen sein.

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