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Nachrichten

31.03.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die USA haben mit Enttäuschung auf die Rede von Syriens Staatschef Baschar el Assad zu den Unruhen in seinem Land reagiert. Assad sei bei seinem Auftritt im Parlament in Damaskus hinter den Forderungen der syrischen Bevölkerung nach Reformen zurückgeblieben, stellte ein Sprecher des US-Außenministeriums fest. Der Rede habe es an "Substanz" gemangelt. Assad, der sich ohnehin selten vor den Abgeordneten zeigt, hatte mit seiner Ansprache Hoffnungen auf baldige Veränderungen in Syrien einen Dämpfer versetzt. Der Präsident bezeichnete die seit rund zwei Wochen anhaltenden Proteste in seiner Heimat als "Verschwörung" des Auslands. Bevor diese Welle nicht vorüber sei, gebe es keine Reformen. Auch den seit fast 50 Jahren geltenden Ausnahmezustand, der unter anderem willkürliche Verhaftungen zulässt, hob der Präsident nicht auf. Bei den Zusammenstößen in Syrien sind nach Angaben der Opposition bis zu 100 Menschen getötet worden.

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In der Elfenbeinküste haben Truppen des von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara die strategisch wichtige Stadt San Pedro eingenommen. Die Soldaten seien mit schweren Waffen ins Zentrum vorgedrungen, berichteten Einwohner per Telefon. San Pedro gilt als wichtigster Kakao-Exporthafen der Welt, die Elfenbeinküste ist weltweit der größte Produzent des Genussmittels. Zuvor hatten die Anhänger Ouattaras nach eigenen Angaben bereits die Hauptstadt Yamoussoukro und weitere Städte erobert. Die internationale Gemeinschaft sieht Ouattara als Sieger der Präsidentenwahl vom vergangenen November an und verlangt den Rücktritt des langjährigen Staatschefs Laurent Gbagbo, der sich weiter an die Macht klammert. - Seit Beginn der Krise in dem westafrikanischen Land wurden schon mehr als 460 Menschen getötet, fast eine Million sind nach UN-Angaben auf der Flucht.

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Das Meerwasser vor dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima wird immer mehr verstrahlt. Nach jüngsten Angaben der Betreibergesellschaft Tepco hat die Konzentration von radioaktivem Jod den zulässigen Höchstwert um das 4385-fache überschritten. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Katastrophe Mitte März. Japans Regierung teilte unterdessen mit, es sei nicht geplant, die Evakuierungszone um das Kraftwerk von derzeit 20 Kilometern auszuweiten. Dies fordern unter anderem die Internationale Atomenergiebehörde und die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Sie reagierten damit auf erhöhte Messwerte in einer Ortschaft rund 40 Kilometer nordwestlich von Fukushima, die ebenfalls eine Evakuierung rechtfertigen würden. Derzeit lässt Tepco die zerstörten Reaktoren mit Kunstharz besprühen, um die Radioaktivität einzudämmen. - Der Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Achim Steiner, kritisierte die Informationspolitik der japanischen Behörden wie auch des Betreibers Tepco. In einem Interview der "Berliner Zeitung" wies Steiner zugleich darauf hin, dass weltweit noch mindestens 20 Reaktoren der gleichen Bauart wie in Fukushima in Betrieb seien.

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In der deutschen Atomdebatte hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) vor einem übereilten Ausstieg aus der Kernenergie gewarnt. Die FDP wolle so schnell wie möglich ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien, sagte Brüderle der "Bild"-Zeitung. Doch die Energiewende müsse auch machbar und sicher sein. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) schlug sich in der Frage des Atomausstiegs auf die Seite von FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Er war mit seiner Forderung in die Kritik geraten, die acht ältesten Reaktoren in Deutschland dauerhaft abzuschalten. - Einen schnelleren Atomausstieg haben mehr als 300 Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaftler in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gefordert. Die deutschen Laufzeitverlängerungen müssten dauerhaft zurückgenommen werden, heißt es in dem Brief, der von Forschern aus dem Bereich der erneuerbaren Energien initiiert worden war. Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass Ökoenergien und effizientere Technologien schon vor dem Jahr 2020 alle Atomkraftwerke in Deutschland ersetzen könnten. Zudem könne ein ökologisches Energiesystem viele Milliarden Euro günstiger sein als ein Festhalten am bisherigen Weg.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Richtung Oder und Erzgebirge sowie am Alpenrand nochmals viel Sonne. Sonst meist stark bewölkt, von Westen her Regen. Tageshöchstwerte um 12 Grad an der Oder, am Oberrhein bis 17 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Freitag viele Wolken, zeitweise Regen. Es wird milder und zum Wochenende dann nahezu sommerlich warm.

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