1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

3.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Drei Wochen nach Beginn der Protestwelle in Syrien hat Präsident Baschar al-Assad einen neuen Regierungschef ernannt. Der bisherige Agrarminister Adel Safar erhielt den Auftrag, ein neues Kabinett zu bilden, wie das Staatsfernsehen berichtet. Die Regierung seines Vorgängers Nadschi Otri war am Dienstag zurückgetreten. Im Zuge der Unterdrückung der Demonstrationen für mehr politische Freiheit haben die Sicherheitskräfte bisher mindestens 75 Menschen getötet. Erst am Samstag nahm die Polizei nach Demonstrationen in den Städten Duma und Daraa etwa 40 Menschen fest. Oppositionelle betrachten den Austausch der Regierung im autoritär regierten Syrien mit seinem Präsidialsystem als kosmetische Maßnahme, nachdem Al-Assad bei seiner Parlamentsrede am Mittwoch nur in sehr vage Form Reformen in Aussicht gestellt hatte. Die erwartete Aufhebung des langjährigen Ausnahmezustands blieb aus.

***

Im zerstörten japanischen Atomkraftwerk Fukushima bemühen sich Techniker weiter, das Leck im Betonsockel abzudichten, aus dem radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer strömt. Nachdem es nicht gelungen war, den Riss in Reaktor 2 mit Zement zu schließen, scheiterten auch Versuche, das Leck mit wasserabweisendem Kunststoff zu versiegeln. Die Regierung stimmte die Internationale Gemeinschaft darauf ein, dass noch monatelang Radioaktivität aus dem Atommeiler entweichen wird. Japan könne einen langen Kampf gegen die Atomkrise nicht vermeiden, sagte ihr Sprecher Yukio Edano. Am Montag wollen sich zwei Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation vor Ort informieren. Sie würden mit japanischen Fachleuten über Lösungswege beraten, teilte die UN-Behörde in Wien mit. - Zwei vermisste Arbeiter des Kraftwerks wurden jetzt tot aufgefunden. Die Männer seien bei der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom 11. März ums Leben gekommen, teilte ein Polizeisprecher mit.

***

Den dritten Tag in Folge haben in Afghanistan Hunderte Menschen gewaltsam gegen die öffentliche Verbrennung eines Koran-Buchs in den USA protestiert. In der südlichen Provinz Kandahar wurde mindestens ein Mensch getötet, fast 20 Personen wurden durch Schüsse und Steinwürfe verletzt. Die Teilnehmer skandierten "Tod den USA" und "Tod für Präsident Hamid Karsai". Am Samstag waren bei ähnlichen Demonstrationen in Kandahar mindestens neun Menschen getötet worden. - US-Präsident Barack Obama verurteilte die gewaltsamen Proteste. Eine Koranverbrennung sei zwar ein Akt extremer Intoleranz. Er rechtfertige jedoch keine Angriffe auf unschuldige Menschen, sagte Obama auch mit Blick auf die Erstürmung eines UN-Büros im nordafghanischen Masar-i-Scharif. Dabei waren am Freitag sieben UN-Mitarbeiter getötet worden. - Die Koranverbrennung in Florida durch den radikalen US-Pastor Terry Jones hatte bereits vor knapp zwei Wochen stattgefunden. Viele Afghanen erfuhren davon aber erst in den vergangenen Tagen.

***

Unterstützt von Nato-Kampflugzeugen versuchen libysche Rebellen die Ölstadt Brega im Osten des Landes wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Wie es in Agenturberichten heißt, konnten durch Luftschläge der Nato mehrere Panzer zerstört und die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi zurückgedrängt werden. Umkämpft ist weiter auch die Küstenstadt Misrata im Westen des Landes. Bei den Gefechten dort sind Ärzten zufolge allein in dieser Woche rund 160 Menschen getötet worden. Seit Beginn der Kämpfe vor sechs Wochen seien bis zu 1000 Menschen ums Leben gekommen. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton kündigte eine stärkere humanitäre Hilfe an. Auch die Kontakte mit den libyischen Widerstandsgruppen müssten verbessert werden. Allerdings müssten die Libyer über ihre Zukunft selbst entscheiden, so Ashton.

***

In der früheren Sowjetrepublik Kasachstan findet eine vorgezogene Präsidentenwahl statt. Es gilt als sicher, dass Amtsinhaber Nursultan Nasarbajew bestätigt wird. Er führt das zentralasiatische Land seit der Unabhängigkeit 1991 mit harter Hand. Neben dem Staatschef treten drei weitere Kandidaten an, die aber alle der Regierung nahestehen. Die wichtigsten Oppositionsparteien boykottieren die Wahl und haben die 9,2 Millionen Stimmberechtigten aufgerufen, zu Hause zu bleiben. 400 Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE überwachen die Wahl in dem rohstoffreichen Land. Bisher hat die OSZE noch keine Abstimmung in Kasachstan als fair eingestuft. - Nasarbajew hatte unlängst ein Referendum auf Eis gelegt, mit dem seine Amtszeit bis 2020 verlängert worden wäre. Eine Verfassungsänderung durch das Parlament ermöglichte ihm dann Anfang Februar, die vorgezogene Neuwahl auszurufen.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südosten noch meist sonnig und trocken. Von Nordwesten ziehen immer mehr Wolken auf, die Regenschauer mitbringen. Die Höchsttemperaturen erreichen 13 Grad im Emsland und 25 Grad in der Lausitz. Die weiteren Aussichten: Am Montag im Südosten noch zeitweise Regen. Sonst bei wechselnder Bewölkung nur noch einzelne Schauer. An der Nordsee trocken. Es wird kühler.

Die Redaktion empfiehlt