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Nachrichten

30.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Ägyptische Bürgerrechtler haben die Durchsuchungen der Büros von 17 in- und ausländischen Nichtregierungsorganisationen in Kairo scharf verurteilt. 27 Gruppen erklärten nach Angaben der Agentur Reuters in einer gemeinsamen Stellungnahme, der herrschende Militärrat wolle mit diesen Razzien Menschenrechtsgruppen und Kräfte der Revolution vom Januar diffamieren. Von der Durchsuchung war auch das Büro der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Kairo betroffen. Das ägyptische Fernsehen berichtete, die Ermittler hätten nach Hinweisen gesucht, ob die Organisationen ohne Erlaubnis der Behörden Geld aus dem Ausland erhielten. Das Auswärtige Amt in Berlin äußerte sich besorgt. Man erwarte, dass die Adenauer-Stiftung ihre Arbeit ohne Behinderungen fortsetzen könne, sagte eine Ministeriumssprecherin. Für diesen Freitag wurde der ägyptische Botschafter einbestellt. Auch die USA kritisierten das Vorgehen der ägyptischen Behörden.

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Syriens Opposition hat gefordert, den Leiter der von der Arabischen Liga ins Land entsandten Beobachtermission abzuberufen. Es sei zu befürchten, dass General Mustafa Al Dabi nicht neutral sei, erklärten Oppositionsvertreter. Nach einem Besuch in der seit Wochen unter Beschuss stehenden Stadt Homs war Al Dabi mit der Aussage zitiert worden, er habe dort nichts Besorgniserregendes gesehen. Der General ist ein Vertrauter des sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir, gegen den ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs wegen Völkermords vorliegt. Menschenrechtler wiesen darauf hin, dass Al Dabi zu Beginn der 1990er Jahre als Chef des sudanesischen Militärgeheimdienstes für willkürliche Festnahmen und Folter verantwortlich gewesen sei. Ungeachtet der Präsenz arabischer Beobachter gingen syrische Sicherheitskräfte weiter mit Gewalt gegen Regimegegner vor. Nach Augenzeugenberichten wurden dabei am Donnerstag wieder etliche Menschen getötet. Weitere Proteste plant die Opposition am Rande der Freitagsgebete.

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Trotz Warnungen aus den USA hat die Regierung in Teheran Drohungen erneuert, Öltransporte in der strategisch bedeutenden Meerenge von Hormus zu blockieren. Der Vizechef der iranischen Revolutionsgarden, General Hossein Salami, sagte, die Regierung in Washington könne dem Land nicht vorschreiben, was es zu tun oder zu lassen habe. Zuvor hatte Irans Vizepräsident Mohammed Reza Rahimi erklärt, kein Tropfen Öl werde mehr durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer gelassen, falls der Westen die wegen des Atomstreits verhängten Sanktionen gegen die Führung in Teheran ausweite. Die USA stellen nochmals klar, sie würden eine Schließung der wichtigen Seestraße nicht tolerieren. Vor dem Hintergrund der Spannungen mit Teheran gab die US-Regierung bekannt, sie werde 84 modernste F15-Kampfjets an Saudi-Arabien liefern. Dies schaffe neue Arbeitsplätze in den USA und erhöhe die Sicherheit in der Region. Durch die etwa 50 Kilometer breite Straße von Hormus werden bis zu 40 Prozent der weltweit verschifften Öllieferungen transportiert.

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Die Oppositionsparteien SPD und Grüne haben Pläne der EU zur Ausweitung des Marineeinsatzes am Horn von Afrika zur Bekämpfung der Piraten aus Somalia abgelehnt. Die Führung der EU-Mission "Atalanta" will künftig Boote und Einrichtungen somalischer Piraten auch an Stränden zerstören. Dies solle durch Beschuss von Schiffen oder Flugzeugen aus geschehen, nicht aber durch Landtruppen, teilten EU-Vertreter in Brüssel mit. Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold nannte diese Pläne im Gespräch mit der Deutschen Welle abenteuerlich. Der Grünen-Verteidigungspolitiker Omid Nouripour sprach von blankem Wahnsinn. Deutschland beteiligt sich derzeit mit einer Fregatte an "Atalanta". Im Seegebiet vor der Küste Somalias gab es in diesem Jahr rund 230 Piratenüberfälle.

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Auch fünf Monate nach Beginn der schweren Überflutungen in Thailand leben noch immer mehr als zwei Millionen Menschen dort in Hochwassergebieten. Betroffen sind fünf Provinzen nördlich und westlich der Hauptstadt Bangkok. Nach einer neuen Bilanz der Regierung stieg die Zahl der Todesopfer inzwischen auf 780. Die schwersten Regenfälle in Thailand seit 50 Jahren richteten laut Weltbank Schäden in der Landwirtschaft und Industrieproduktion in Höhe von 45 Milliarden Dollar an. Noch vor zwei Monaten hatte ein Fünftel der 12-Millionen-Metropole Bangkok unter Wasser gestanden. Allein dort mussten 1,7 Millionen Einwohner vorübergehend in Sicherheit gebracht werden.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stark bewölkt und zeitweise noch Regen oder Schneeregen. Tagestemperaturen zwischen ein Grad Celsius am Alpenrand und acht Grad in Ostfriesland. Die weiteren Aussichten: Zu Silvester viele Wolken und immer wieder Regen. An Neujahr noch milder mit Temperaturen bis zu 13 Grad.

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