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Nachrichten

30.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran durch protestierende Studenten hält Großbritannien seine Vertretung im Iran vorerst geschlossen. Mitarbeiter würden abgezogen, erklärte das Außenministerium in London. Trotz starker Polizeipräsenz vor der Botschaft war es rund 200 regierungstreuen Demonstranten am Dienstag zwei Mal gelungen, auf das Botschaftsgelände in Teheran vorzudringen. Sie verwüsteten Büros, verbrannten Dokumente und britische Fahnen. Erst am Abend räumte die Polizei das Gelände. Die Proteste richteten sich gegen die jüngste Verschärfung britischer Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms. Premier David Cameron bezeichnete die Vorfälle als unhaltbar und kündigte ernste Konsequenzen für Teheran an. Scharfe Kritik übten auch die Regierungen der USA und Deutschlands. Der UN-Sicherheitsrat rief die iranischen Behörden auf, diplomatische Einrichtungen mit allen geeigneten Maßnahmen zu schützen.

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Der ehemalige Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, ist im Gefängnis des Internationalen Gerichtshofes - IStGH - in Den Haag inhaftiert worden. Der 66-Jährige werde für Morde und Vergewaltigungen nach den Wahlen im November 2010 in der Elfenbeinküste verantwortlich gemacht, teilte der Gerichtshof mit. Die neue Führung des westafrikanischen Staates hatte Gbagbo an den IStGH überstellt. Gbagbo hatte sich Ende 2010 geweigert, seine Niederlage bei der Präsidentenwahl zu akzeptieren. Es kam zu einem blutigen Machtkampf mit mindestens 3000 Toten, den der international als Wahlsieger anerkannte Politiker Alassane Ouattara für sich entschied.

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US-Außenministerin Hillary Clinton ist zu einem historischen Besuch nach Birma aufgebrochen. Die Reise ist die erste eines US-Außenamtschefs in das südostasiatische Land seit rund einem halben Jahrhundert. Vor dem Abflug sagte Clinton, sie hoffe, dass die Reformbemühungen der birmanischen Führung zu einem echten Wandel führten. Es wird erwartet, dass sie auch Birmas prominenteste Dissidentin, Aung San Suu Kyi, trifft. Die Oppositionsführerin hatte erst am Freitag den Antrag zur Wiederzulassung ihrer Partei "Nationale Liga für Demokratie" gestellt. Wegen zahlreicher Menschenrechtsverletzungen in der Zeit der Militärjunta ist Birma international weitgehend isoliert und mit umfangreichen Sanktionen belegt. Nach umstrittenen Parlamentswahlen vor einem Jahr löste sich die Junta im März 2011 auf und übergab die Macht formell an eine zivile Regierung, die einen vorsichtigen Reformkurs verfolgt.

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Die USA hoffen trotz des Rückzugs von Pakistan von der Bonner Afghanistan-Konferenz auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem Land. Nichts werde durch die Ablehnung einer Kooperation gewonnen, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton während eines Besuches in Südkorea. Pakistan boykottiert die am 5. Dezember stattfindende Konferenz aus Protest gegen einen NATO-Luftangriff auf seinem Territorium, bei dem 24 Soldaten getötet wurden. Clinton sagte, die US-Regierung unternehme alles, um den tragischen Zwischenfall aufzuklären. Auch die Bundesregierung hatte sich zuvor enttäuscht geäußert, will aber versuchen, die Regierung in Islamabad noch umzustimmen. Mit der Absage des einflussreichen Nachbarstaats Pakistan steht der Erfolg der Afghanistan-Konferenz auf dem Spiel. Zehn Jahre nach dem Sturz der Taliban soll bei dem hochrangig besetzten Treffen über die Zukunft des Landes nach dem Abzug der internationalen Kampftruppen Ende 2014 beraten werden.

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Die Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds EFSF soll nach dem Willen der Euro-Finanzminister mindestens verdreifacht und möglicherweise sogar verfünffacht werden. Dies geht aus Leitlinien über den sogenannten "Hebel" für den EFSF hervor, die die Minister in Brüssel nach Angaben von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker beschlossen haben. Das bedeutet, dass der Krisenfonds privaten Investoren 20 bis 30 Prozent der bei Staatsanleihen angelegten Summe garantieren kann. Zuvor hatten die Finanzminister der Euro-Staaten die nächste Rate der internationalen Notkredite für Griechenland in Höhe von acht Milliarden Euro freigegeben. 5,8 Milliarden Euro stammen aus dem alten Hilfsprogramm für Athen aus dem Jahr 2010, der Rest kommt vom Internationalen Währungsfonds. Ohne diese sechste Tranche wäre Griechenland Anfang Dezember pleite.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken. Im Südosten etwas Regen. Die Höchstwerte liegen zwischen sechs Grad in Oberfranken und elf Grad im Ruhrgebiet. Die weiteren Aussichten: Am Donnerstag von Nordwesten aufziehender Regen. Nur im Osten und in Alpennähe noch längere trockene Abschnitte. Die Temperaturen steigen auf maximal fünf bis 14 Grad.

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