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Nachrichten

30.09.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die UNESCO hat bestürzt auf die Zerstörung des historischen Basars von Aleppo reagiert. Es sei eine Tragödie, dass die Altstadt der syrischen Metropole von den Kämpfen verwüstet worden sei, sagte der Direktor des Weltkulturerbeprogramms, Kishore Rao. Das alte Zentrum von Aleppo war 1986 als Weltkulturerbe aufgenommen worden. Der historische Basar galt als einer der am besten erhaltenen in der gesamten Region. Die Aufständischen in Syrien hatten am Donnerstag in der Millionenstadt eine neue Offensive gegen die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad gestartet. Regierung und Opposition kontrollieren etwa je zur Hälfte Aleppo.

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In Portugal und Spanien dauern die Massenproteste gegen die Sparpolitik der Regierungen an. Allein in Lissabon beteiligten sich am Samstag Zehntausende Portugiesen an einer von den Gewerkschaften organisierten Demonstration. In der spanischen Hauptstadt Madrid versammelten sich nach Polizeiangaben knapp 5.000 Menschen zu einer nicht genehmigten Kundgebung. In beiden Städten blieben die Proteste weitgehend friedlich. In Spanien war es bereits die dritte Demonstration binnen fünf Tagen, in Portugal der dritte Massenprotest in zwei Wochen. Beide Länder leiden unter hoher Arbeitslosigkeit. In Spanien sind 25 Prozent der Bevölkerung ohne Arbeit, in Portugal knapp 16 Prozent.

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Vor der Parlamentswahl in Georgien kommt Staatspräsident Michail Saakaschwili weiter unter Druck. Etwa 100.000 Menschen demonstrierten am Samstag in der Hauptstadt Tiflis für einen Machtwechsel. Die Kundgebung hatten Anhänger von Oppositionsführer Bidsina Iwanischwili organisiert. Präsident Saakaschwili, der einen prowestlichen Kurs vertritt, hält mit seiner Regierungspartei derzeit fast 80 Prozent der Sitze im georgischen Parlament. Allerdings hat die Unterstützung für ihn vor allem in Tiflis, wo ein Drittel der Georgier lebt, massiv abgenommen. Zuletzt sorgten Videoaufnahmen brutaler Misshandlung von Häftlingen für Empörung. Die Wahl in der Ex-Sowjetrepublik findet am Montag statt.

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Die neue Führung in Libyen hat nach monatelangen harten Auseinandersetzungen mit den Milizen im Lande mit einer "Entmilitarisierung" der Bevölkerung begonnen. Laut Berichten lokaler Medien erschienen einstige Kämpfer der Revolution bei Dienststellen von Polizei oder Militär, um freiwillig ihre Waffen und Munition abzugeben. Ein Armeesprecher bewertete dies als "den ersten Anlauf", weitere würden folgen. Die Führung in Tripolis hatte diese Initiative ins Leben gerufen, um einen möglichst großen Teil der Waffen aus dem Verkehr zu ziehen. Erst vor knapp einer Woche hatte die Staatsmacht einen neuen Versuch unternommen, die verschiedenen Milizen aufzulösen.

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Der jüngste und zugleich letzte westliche Insasse des Gefangenenlagers Guantanamo ist nach zehn Jahren Haft in sein Heimatland Kanada zurückgeschickt worden. Der heute 26-jährige Omar Khadr sei auf einem Militärstützpunkt gelandet und komme in ein Hochsicherheitsgefängnis in der Provinz Ontario, sagte der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Vic Toews. Khadr hatte 2010 ein umfangreiches Geständnis abgelegt und sich vor allem schuldig bekannt, in Afghanistan einen US-Soldaten mit einer Handgranate getötet zu haben. Dieses Geständnis ermöglichte die Strafmilderung, noch ein Jahr in Guantanamo zu verbüßen und dann die restlichen sieben Jahre Haft in der Heimat. Khadr war erst 15, als er 2002 in Afghanistan als "Kindersoldat" von der US-Armee aufgegriffen wurde.

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Der legendäre "New York Times"-Verleger Arthur Ochs Sulzberger ist tot. Er sei im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Southampton gestorben, teilte die Zeitung mit. Sulzberger war seinem Vater und Großvater gefolgt und hatte die New Yorker Tageszeitung drei Jahrzehnte lang geleitet und zu neuer Größe geführt. Er ließ das Blatt in den ganzen Vereinigten Staaten verkaufen und machte es zum Herzstück eines millionenschweren Medienkonzerns. In den 1990er Jahren hatte er die Geschäfte an seinen Sohn übergeben.

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