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Nachrichten

30.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Trotz der andauernden Gewalt gegen Regimegegner in Syrien lehnt Russland weiterhin Sanktionen gegen die Führung in Damaskus vehement ab. Im UN-Sicherheitsrat ist deshalb keine Einigung auf eine Syrien-Resolution in Sicht. Der russische Botschafter Witali Tschurkin erklärte, sein Land sei gegen jegliche Erwähnung von möglichen UN-Sanktionen in der Resolution. Allerdings wollen vor allem die Europäer auf entsprechende Textpassagen nicht verzichten. Eine Hauptnachricht der Resolution müsse sein, dass es weitere Schritte geben werde, wenn die Repression und Gewalt in Syrien kein Ende finde, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen bei der Niederschlagung der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad seit März bereits mehr als 2700 Menschen ums Leben. In der syrischen Hauptstadt Damaskus griffen Assad-Anhänger derweil erneut einen westlichen Diplomaten an. Weil US-Botschafter Robert Ford Gespräche mit einem Oppositionellen führte, wurde der Wagen des Amerikaners von einem aufgebrachten Mob mit Steinen, Eiern und Tomaten attackiert.

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Der Chef des Übergangsrates in Libyen, Mahmud Dschibril, wird nach eigenen Angaben kein politisches Amt in einer neuen Regierung übernehmen. Sein Exekutivbüro werde allerdings die Arbeit bis zur völligen Befreiung des Landes fortsetzen, sagte er vor Journalisten in Tripolis. Dschibril gilt als liberaler Politiker und sieht sich im Übergangsrat zunehmendem Widerstand islamistischer Vertreter gegenüber. Die Truppen der ehemaligen Aufständischen haben unterdessen nach eigenen Angaben den Sprecher des gestürzten Machthabers Muammar Gaddafi gefangengenommen. Er sei in der Nähe von Sirte in Frauenkleidern und verschleiert gefasst worden, hieß es.

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Einen Tag nach dem Bundestag befasst sich der Bundesrat an diesem Freitag mit der Ausweitung des Euro-Rettungsschirms. Das Gesetz bedarf allerdings nicht der Zustimmung der Länderkammer. Mehrere Ministerpräsidenten wollen sich zu Wort melden. Im Bundestag brachten Union und FDP die symbolisch wichtige Kanzler-Mehrheit mit vier Stimmen Vorsprung zusammen. 15 Abgeordnete aus dem eigenen Lager verweigerten die Gefolgschaft. Insgesamt stimmten 523 Parlamentarier für die Erweiterung des Schirms, mit dem schwer angeschlagene Euro-Länder wie Griechenland oder Portugal finanziell gestützt werden. Die deutschen Garantien werden nun auf 211 Milliarden Euro aufgestockt. Damit bürgt Berlin künftig mit bis zu zwei Dritteln des Bundeshaushalts für Kredite an überschuldete Euro-Partner. Von den 17 Euroländern haben bisher 13 den erweiterten Schutzschirm gebilligt.

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Trotz kräftig steigender Steuereinnahmen und allen Sparbemühungen zum Trotz wachsen die Schulden der öffentlichen Haushalte in Deutschland immer weiter. Am Ende des ersten Halbjahres 2011 lagen sie bei mehr als zwei Billionen Euro beziehungsweise bei 2072,2 Milliarden Euro. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden sind das knapp 32 Milliarden Euro oder 1,6 Prozent mehr als Ende März. Die Steuereinnahmen waren im ersten Halbjahr wegen der guten Konjunktur um 8,5 Prozent gestiegen. Den größten Schuldenberg hat der Bund. Seine Verbindlichkeiten erhöhten sich um gut 25 Milliarden Euro oder 1,9 Prozent auf mehr als 1338 Milliarden Euro.

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Die Berufsabschlüsse von ausländischen Arbeitskräften sollen in Deutschland künftig schneller anerkannt werden. Mit den Stimmen der Regierungsparteien CDU/CSU und FDP wurde im Bundestag ein Gesetz verabschiedet, wonach die Behörden innerhalb von drei Monaten entscheiden müssen, ob die Qualifikation eines Ausländers mit den deutschen Berufsanforderungen überein stimmt. Ist das nicht der Fall, müssen die im Ausland erworbenen Kenntnisse zumindest bescheinigt werden. Die Opposition fordert darüber hinaus ein gesetzlich festgeschriebenes Recht auf Beratung und Nachqualifizierung. SPD, Linke und Grüne wollen entsprechende Nachbesserungen im Bundesrat durchsetzen, der dem Gesetz noch zustimmen muss.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Auflösung einzelner Frühnebelfelder fast überall wieder sonnig und trocken. Höchstwerte 21 bis 27 Grad. Die weiteren Aussichten: Auch am Wochenende erst Frühnebel und danach viel Sonnenschein bei Tagestemperaturen zwischen 19 und 27 Grad.

 

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