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Nachrichten

30.08.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der bisherige Finanzminister Yoshihiko Noda ist erwartungsgemäß zum neuen Regierungschef Japans gewählt worden. Beide Kammern des Parlaments in Tokio stimmten für den 54-Jährigen als Ministerpräsidenten. Noda gilt als nüchterner Haushaltssanierer, er strebt eine umfassende Steuerreform an. Der bisherige Amtsinhaber Naoto Kan hatte nach heftiger Kritik an seinem Umgang mit der Tsunami-Katastrophe und dem Atomunfall von Fukushima am Freitag seinen Rücktritt erklärt. - Der Atomenergie steht der neue Regierungschef deutlich positiver gegenüber als sein Vorgänger, der sich nach Fukushima für einen Atomausstieg ausgesprochen hatte. Wenn die in Japan abgeschalteten Atommeiler als sicher eingestuft würden, sollten sie wieder angeschaltet werden, sagte Noda kürzlich. Noda ist schon der sechste japanische Regierungschef innerhalb von fünf Jahren.

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Der libysche Übergangsrat hat die algerische Regierung wegen der Aufnahme von Familienmitgliedern des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi kritisiert. Informationsminister Mohammed Schammam sprach von einem "Akt der Aggression". Er forderte, der untergetauchte Gaddafi und seine Familie müssten einen fairen Prozess in Libyen erhalten. Zuvor hatte das Außenministerium in Algier bestätigt, Gaddafis Ehefrau sowie mehrere Kinder und Enkel seien nach Algerien eingereist. Ihnen sei die Weiterreise in ein Drittland angeboten worden. Nach Angaben libyscher Diplomaten soll sich Gaddafi selbst mit zwei Söhnen und Elitetruppen hundert Kilometer südöstlich von Tripolis verschanzt haben. Der Rebellenvormarsch auf Gaddafis Geburtsstadt Sirte kommt unterdessen nur langsam voran. Die NATO beschoss nach eigenen Angaben zuletzt Radarstationen sowie Abschussbasen für Boden-Luft-Raketen in der Umgebung der Küstenstadt. Die Versorgungslage in der Millionenmetropole Tripolis bleibt kritisch. Hilfsorganisationen berichten, es gebe dort kaum Trinkwasser, nur wenige Lebensmittel und nur stundenweise Strom.

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Die Bundestagsfraktion der FDP kommt an diesem Dienstag zu ihrer dreitägigen Herbstklausur in Schloss Bensberg bei Köln zusammen. Bei der Tagung wollen die Abgeordneten über den künftigen Kurs der in den Wählerumfragen abgerutschten Partei beraten. Dazu gehören neben der Europapolitik auch die Themenbereiche Steuern, Bildung und Bürgerrechte. Fraktionschef Rainer Brüderle dementierte im deutschen Fernsehen Berichte, wonach der wegen seiner Haltung im Libyen-Konflikt unter Druck geratene Außenminister Guido Westerwelle erwäge, bei dem Treffen die Vertrauensfrage zu stellen. Er wisse davon nichts, sagte Brüderle. Sollte Westerwelle einen solchen Schritt planen, hätte er ihn sicher daüber informiert.

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Angesichts des gewaltsamen Vorgehens des Regimes in Syrien gegen die Oppositionsbewegung bereitet die EU ein Verbot von Ölimporten aus dem arabischen Land vor. Rechtsexperten der 27 EU-Staaten hätten einem Entwurf für einen entsprechenden Beschluss bereits zugestimmt, hieß es in Brüssel. Die EU-Außenminister würden den Sanktionsbeschluss voraussichtlich am Freitag öffentlich verkünden. Nach Angaben eines EU-Diplomaten gehen derzeit rund 90 Prozent der syrischen Ölausfuhren nach Europa. Aus Protest gegen die Unterdrückung der Opposition in Syrien hat die EU unter anderem bereits Einreiseverbote für 50 enge Gefolgsleute von Präsident Baschar al-Assad verhängt und ihr Vermögen in Europa gesperrt.

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Ungeachtet aller internationalen Appelle geht das Regime von Präsident Baschar al-Assad in Syrien weiter mit äußerster Härte gegen die Opposition vor. Aktivisten berichteten im Internet, die Armee habe die Stadt Rastan im Zentrum des Landes eingekesselt und bereite ihre Erstürmung vor. Bei weiteren Aktionen hätten Kräfte des Regimes mindestens sechs Menschen getötet, erklärten Menschenrechtler. Den Aufruf der Arabischen Liga vom Sonntag, das Blutvergießen zu beenden, wies die Regierung in Damaskus schroff zurück.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden viele Wolken und gelegentlich Regen. Sonst bei wechselnder Bewölkung weitgehend trocken. Tagestemperaturen 15 bis 23 Grad Celsius.

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