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Nachrichten

30.07.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 08:25

Nachrichten von Samstag, 30. Juli 2016 – langsam gesprochen als MP3

Erdogan will Klagen wegen Beleidigungen fallen lassen:

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, alle Klagen wegen Beleidigung zurückzuziehen. Dies sei ein Zeichen des guten Willens, sagte Erdogan im Präsidentenpalast in Ankara. Vor einigen Monaten hatte der Justizminister berichtet, dass in der Türkei gut 1800 solcher Verfahren anhängig sind, darunter gegen eine Reihe von Oppositionspolitikern. Es ist unklar, ob auch Fälle im Ausland eingeschlossen sind. In Frage käme etwa Erdogans Klage gegen den deutschen Satiriker Jan Böhmermann wegen dessen Gedichts "Schmähkritik". Angesichts der scharfen Kritik des Westens an seinem Vorgehen rief Erdogan die EU und die USA auf, sich "um ihre eigenen Angelegenheiten" zu kümmern, statt seinem Land Ratschläge zu erteilen. Er beklagte zudem mangelnde Anteilnahme und Solidarität nach dem Umsturzversuch vor zwei Wochen. So seien etwa aus der EU und anderen westlichen Staaten keine Repräsentanten angereist, um zu kondolieren. Kritikern hielt er vor, auf der Seite der Putschisten zu stehen.

Steinmeier ruft Türken in Deutschland zur Mäßigung auf:

Vor den Demonstrationen von Anhängern und Gegnern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Teilnehmer zur Mäßigung aufgerufen. Steinmeier sagte der "Süddeutschen Zeitung", es gehe nicht, "innenpolitische Spannungen aus der Türkei nach Deutschland zu tragen und Menschen mit anderen politischen Überzeugungen einzuschüchtern". In Deutschland gebe es dafür keinen Platz. Man werde das auch nicht zulassen. Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei wollen an diesem Sonntag in Köln bis zu 30.000 Erdogan-Anhänger demonstrieren. Es sind vier Gegenkundgebungen angemeldet. Die Polizei kündigte an, gegen jede Form von Gewalt hart vorzugehen. 2300 Polizisten sollen Ausschreitungen verhindern.

Banken-Stresstest: Monte dei Paschi ist Schlusslicht:

Beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht hat die italienische Banca Monte dei Paschi de Siena mit Abstand am schlechtesten abgeschnitten. Sie würde von allen 51 untersuchten Geldhäusern am stärksten von einer starken Konjunktureintrübung getroffen. Die drittgrößte Bank Italiens hat, wie viele inländische Konkurrenten, viele Kredite vergeben, die wahrscheinlich nie zurückgezahlt werden. Die neun deutschen Institute im Test erwiesen sich als ausreichend ausgestattet, wenn auch in einigen Fällen nur knapp. Die Großbanken aus 15 europäischen Ländern sollten beim Stresstest beweisen, dass sie mit ihren Kapitalpolstern eine neue Finanzkrise überstehen würden. Insgesamt erhielten die Institute ein recht ordentliches Zeugnis für ihre Krisenfestigkeit. Demnach erwiesen sich die zuletzt deutlich erhöhten Kapitalpuffer als relativ stabil. Anders als bei früheren Prüfungen konnte diesmal keine Bank durchfallen, weil diese Kategorie abgeschafft wurde.

UN-Sicherheitsrat will Polizisten nach Burundi schicken:

Der UN-Sicherheitsrat hat beschlossen, wegen der anhaltenden Krise in Burundi 228 Polizisten dorthin zu schicken. Sie sollen für mehr Sicherheit sorgen und die Einhaltung der Menschenrechte überwachen. Elf der 15 Mitgliedsländer stimmten für den französischen Resolutionsentwurf. China, Angola, Ägypten und Venezuela enthielten sich. Das ostafrikanische Land hatte im Vorfeld erklärt, dass es nur 50 unbewaffnete UN-Polizisten einreisen lassen wolle. Die Lage in Burundi hat sich zugespitzt, als im April 2015 Präsident Pierre Nkurunziza ankündigte, für eine dritte Amtszeit anzutreten. Die Verfassung erlaubt aber nur zwei Amtszeiten. Nach UN-Angaben wurden seither mehr als 500 Menschen getötet, viele von ihnen durch außergerichtliche Tötungen durch Sicherheitskräfte und Milizen. Mindestens 250.000 Einwohner flohen in Nachbarländer.

Lula muss wegen Behinderung der Justiz vor Gericht:

Der brasilianische Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva muss sich wegen Behinderung der Justiz vor Gericht verantworten. Dem linken Politiker werde vorgeworfen, die Ermittlungen zur Korruptionsaffäre um den staatlichen Ölkonzern Petrobras behindert zu haben, erklärte das Justizministerium. Gegen Lula wird unter anderem wegen des Verdachts auf Begünstigung durch einen Baukonzern ermittelt. Der Skandal um den Ölkonzern erschüttert die brasilianische Politik seit Jahren. Neben Lulas Arbeiterpartei sind auch diverse andere Parteien verwickelt. Von 2004 bis 2014 sollen mehr als zwei Dutzend Firmen, zumeist große Baukonzerne, Schmiergelder an Petrobras gezahlt haben, um an lukrative Aufträge zu kommen. Petrobras wiederum zahlte ebenfalls Bestechungsgeld an Politiker. Allein Lulas Arbeiterpartei soll bis zu 200 Millionen Dollar erhalten haben.

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