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Nachrichten

30.07.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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In Rumänien ist das Referendum zur Absetzung des Staatspräsidenten Traian Basescu nach Hochrechnungen der Wahlkommission gescheitert. Die Wahlbeteiligung habe bei 45,92 Prozent gelegen und damit unter dem erforderlichen Quorum von mehr als 50 Prozent, erklärte die Kommission. Der wegen seiner Sparpolitik unbeliebte Basescu bleibt demnach im Amt. Laut Umfragen zweier Meinungsforschungsinstitute stimmten mehr als 80 Prozent der Wähler gegen ihn. Basescu erklärte sich schon am Abend zum Sieger des Referendums. Die Rumänen hätten gegen den "Staatsstreich" gestimmt, sagte der 60-Jährige. Der sozialistische Ministerpräsident Victor Ponta, der die Amtsenthebung des Konservativen Basescu initiiert hatte, rief Basescu angesichts der vielen Gegenstimmen indirekt zum Rücktritt auf.

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Angesichts der Kämpfe im benachbarten Syrien hat Jordanien erstmals ein großes Flüchtlingslager für Syrer in Betrieb genommen. Die Zeltstadt bietet Platz für 120.000 Menschen. Sie wurde vom jordanischen Außenminister Nasser Dschudeh und von UN-Vertretern eingeweiht. Auch ein achtköpfiges Team des deutschen Technischen Hilfswerks ist im Lager Saatari bei Mafrak nahe der syrischen Grenze aktiv. Derzeit bringen sich täglich 2000 Syrer nach Jordanien in Sicherheit. Insgesamt hat das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Jordanien, im Libanon, in der Türkei und im Irak mehr als 120.000 Flüchtlinge aus Syrien registriert. Vor den Kämpfen in der nordsyrischen Stadt Aleppo sind nach UN-Schätzungen binnen 48 Stunden 200.000 Menschen geflohen. Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos forderte freien Zugang nach Aleppo für Hilfsorganisationen. Die syrischen Streitkräfte setzten bei ihren Angriffen auf die Rebellenstellungen in der Millionenstadt Panzer, Artillerie und Helikopter ein.

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Im faktisch geteilten Mali hat Interimspräsident Dioncounda Traoré den Staatsapparat umstrukturiert und neue Organe geschaffen, mit deren Hilfe die Krise im Norden des Landes gelöst werden soll. Im Staatsfernsehen verkündete Traoré, er habe einen Hohen Staatsrat begründet, der die Verfassung "vervollständigen" und den "gesellschaftlich-politischen Realitäten anpassen" solle. Zudem werde er persönlich die Beratungen über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit leiten. Eine neue nationale Kommission werde ferner Friedensgespräche mit den Islamisten führen, die Nord-Mali kontrollieren. Traoré entmachtete faktisch Übergangsregierungschef Cheick Modibo Diarra, indem er dessen Kompetenzen beschnitt. Traoré war erst am Freitag nach zweimonatiger ärztlicher Behandlung in Frankreich heimgekehrt. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS hatte Mali zur Bildung einer Einheitsregierung bis 31. Juli aufgefordert.

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Bei einem Brand in einem Reisezug im Süden Indiens sind mindestens 47 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 25 Passagiere erlitten nach Behördenangaben im betroffenen Bundesstaat Andhra Pradesh Verletzungen. Demnach hatte einer der Waggons nahe der Stadt Nellore, rund 500 Kilometer südlich von Hyderabad, Feuer gefangen. Ursache des nächtlichen Brandes könne ein Kurzschluss gewesen sein, hieß es weiter. Die meisten Reisenden hätten zum Zeitpunkt des Unglücks geschlafen. Der Zug kam aus der indischen Hauptstadt Neu Delhi und hatte die Stadt Chennai zum Ziel.

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Der Norden Indiens ist vom folgenschwersten Stromausfall seit elf Jahren getroffen worden. Nach Angaben des staatlichen Energieunternehmens Power Corporation gingen in der Hauptstadt Neu-Delhi und acht Bundesstaaten - darunter Punjab, Haryana und Rajasthan - wegen einer Netzüberlastung die Lichter aus. Hunderttausende Berufspendler strandeten in Zügen, in Kliniken wurde auf Dieselgeneratoren umgestellt. Insgesamt waren knapp 400 Millionen Menschen betroffen. Nach Experteneinschätzung wurde der Blackout ausgelöst, weil vermutlich einige Unionsstaaten mehr Strom abgerufen hätten, als ihnen zustehe. In den heißen Sommermonaten steigt der Energieverbrauch in Indien erheblich an. Ausfälle sind wegen Engpässen in der Stromversorgung und dem veralteten Leitungsnetz keine Seltenheit, in der Regel allerdings nicht so massiv wie in diesem Jahr.

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