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Nachrichten

30.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Deutsche Bahn treibt den Bau des umstrittenen Bahnhofsprojekts "Stuttgart 21" ungeachtet des neuen Kompromissvorschlages von Schlichter Heiner Geißler voran. Vorstandsmitglied Volker Kefer sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Bahn habe an diesem Samstag Bauaufträge im Volumen von mehr als 700 Millionen Euro vergeben. - Die Bahn will den Stuttgarter Kopfbahnhof bis Ende 2019 in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit kilometerlangen Tunneln umbauen. Angesichts massiven Widerstandes in der Bevölkerung war 2010 der CDU-Politiker Geißler zum Schlichter berufen worden. Er hat als Kompromiss eine Kombination von Kopf- und Tiefbahnhof vorgeschlagen. - Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer äußerte sich skeptisch. Die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg plant für November eine Volksabstimmung über "Stuttgart 21".

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NATO-Kampfbomber haben nach Angaben des Bündnisses drei Satellitenantennen des libyschen Staatsfernsehens zerstört. Die Aktion stehe im Einklang mit dem Mandat des UN-Sicherheitsrates zum Schutz der Zivilbevölkerung, hieß es in Brüssel. Es sei darum gegangen, Gaddafis Einsatz des Satellitenfernsehens als "Mittel zur Einschüchterung des libyschen Volkes" zu verhindern. Das libysche Staatsfernsehen sei ein "integraler Bestandteil des Apparates", mit dem das Regime systematisch die Zivilbevölkerung unterdrücke. - Die Zerstörung der Satellitenantennen sei so erfolgt, dass die TV-Infrastruktur für die Zeit nach dem Ende des Konflikts nicht beeinträchtigt sei.

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Der Militärchef der libyschen Rebellen ist nach Angaben der Aufständischen von Mitgliedern einer verbündeten Miliz erschossen worden. Abdel Fattah Junis - ein übergelaufener langjähriger Vertrauter von Machthaber Muammar al-Gaddafi - sollte von einer Miliz von der Front bei Brega nach Bengasi gebracht werden, sei aber von dieser umgebracht worden, sagte der Ölminister der Rebellen, Ali Tarhuni. Ein festgenommener Anführer der Miliz habe gestanden, dass seine Untergebenen den Mord ausgeführt hätten. Die Äußerungen des Rebellen-Ministers scheinen zu belegen, dass es innerhalb der Reihen der Aufständischen tiefe Gräben gibt. Junis blieb aufgrund seiner Verbindungen zu Gaddafi umstritten. - Nach Angaben des Rebellenchefs Mustafa Abdel Dschalil wurde Junis von der Front in der Nähe des Ölhafens Brega zurückbeordert, um vor einem Justizkomitee der Rebellen zu erscheinen. Auf dem Weg dorthin seien er und seine zwei Leibwächter von Angreifern erschossen worden.

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Der Vorschlag der US-Republikaner, die Schuldengrenze kurzfristig zu erhöhen und umfangreiche Sparmaßnahmen festzuschreiben, ist am Widerstand der Demokraten im Senat gescheitert. Die von der Partei von Präsident Barack Obama kontrollierte Kongresskammer lehnte den Antrag wie angekündigt ab. Die Regierung dringt nun auf eine Kompromisslösung bis Dienstag. Sollten sich bis dahin die Republikaner und Demokraten nach Monaten der öffentlichen Auseinandersetzung nicht auf einen Kompromiss verständigt haben, ist die weltgrößte Volkswirtschaft zahlungsunfähig. -- Die Demokraten lehnten den Antrag der Republikaner ab, da er lediglich eine kurzfristige Lösung bringen würde. Mit ihm wäre eine zweite Erhöhung des Schuldenlimits und damit erneuter Streit noch im Wahljahr 2012 vorprogrammiert.

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Im Zentralorgan der chinesischen Kommunistischen Partei wird der Schuldenstreit in den USA scharf kritisiert. Der Umgang mit der Schuldenkrise sei "unverantwortlich" und "unmoralisch", schrieb die Zeitung "Renmin Ribao" in ihrem Leitartikel. Die US-Abgeordneten seien bereit, "für ein paar Wählerstimmen" die Interessen Dritter zu opfern. Dabei gerieten die Folgen des Streits für die ganze Welt völlig aus dem Blick. Das Geschehen in den USA sei eine "Farce". - Deutliche Kritik am Verhalten der USA kommt auch in Deutschland auf. Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, Anton Börner, warnte die amerikanische Politik in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa vor einem "dramatischen Vertrauensverlust in der Welt". Als wirtschaftliche Supermacht hätten die USA eine besondere Verantwortung, sie dürften nicht die ganze Weltwirtschaft an den Rand eines Abgrundes bringen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, in der Osthälfte teils kräftiger Regen, in Alpennähe Schauer. Freundlich ist es zum Teil im Südwesten und in Schleswig-Holstein. Höchsttemperaturen 14 bis 22 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Sonntag in der Nordosthälfte zeitweise Regen. Sonst meist trocken und zunehmend sonnig. Die Höchstwerte steigen auf 18 bis 23 Grad.

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