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Nachrichten

30.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bundestag und Bundesrat haben den europäischen Fiskalpakt und den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM gebilligt. In beiden Kammern wurde die hierfür notwendige Zweidrittelmehrheit deutlich übertroffen. Unmittelbar nach der Verabschiedung gingen beim Bundesverfassungsgericht die ersten Klagen gegen die Gesetze ein. Bundespräsident Joachim Gauck will mit der Unterzeichnung der Gesetze warten, bis das höchste deutsche Gericht die Anträge geprüft hat. - Der Fiskalpakt ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der den 25 Teilnehmerstaaten strenge Sparvorgaben auferlegt. Außer Großbritannien und Tschechien wollen alle EU-Staaten mitmachen. Der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM soll angeschlagenen Euro-Staaten Finanzhilfe gewähren. Das Ausleihvolumen beträgt maximal 500 Milliarden Euro, das Stammkapital 700 Milliarden.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Beschlüsse des EU-Gipfels zur Stabilisierung der Euro-Zone begrüßt. Die Ergebnisse würden helfen, den Teufelskreis an den Anleihemärkten zwischen verschuldeten Staaten und angeschlagenen Banken in der Euro-Zone zu durchbrechen, sagte eine Sprecherin von IWF-Direktorin Christine Lagarde. Aus Sorge vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone war die Währungsgemeinschaft Spanien und Italien auf dem EU-Gipfel entgegengekommen. So lockerten die Staats- und Regierungschefs ihre Bedingungen für Hilfen, öffneten die Tür für direkte Bankenzuschüsse aus ihrem Rettungsfonds ESM und gingen mit einer zentralen Bankenaufsicht unter der Führung der Europäischen Zentralbank einen ersten Schritt zu einer Bankenunion.

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In Genf kommen an diesem Samstag die Außenminister der fünf UN-Vetomächte sowie die der Anrainerstaaten Türkei, Irak, Kuwait und Katar zusammen, um über eine politische Lösung in der Syrien-Krise zu beraten. Auf dem Tisch liegt ein Vorschlag des Sondergesandten Kofi Annan, der eine Übergangsregierung aus Mitgliedern der bisherigen Führung und der Opposition vorsieht. Bei einem Treffen in St. Petersburg konnten der russische Außenminister Sergej Lawrow und seine US-amerikanische Kollegin Hillary Clinton ihre Differenzen zum Thema nicht ausräumen. Während für die USA nur eine syrische Übergangsregierung ohne den bisherigen Machthaber Baschar al-Assad akzeptabel ist, sieht Russland in solchen Forderungen eine unzulässige Einflussnahme von außen.

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Der designierte ägyptische Präsident Mohammed Mursi soll am heutigen Samstag vor dem Obersten Verfassungsgericht des Landes vereidigt werden. Der Kandidat der islamistischen Muslimbruderschaft war aus der Stichwahl um das Präsidentenamt vor zwei Wochen als Sieger hervorgegangen. Der regierende Militärrat in Ägypten hatte angekündigt, die Macht bis 30. Juni an eine neu gewählte Zivilregierung abzugeben. Der Nachfolger des im vergangenen Jahr gestürzten Machthabers Husni Mubarak ist der erste frei gewählte Präsident Ägyptens.

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Die UN-Kulturorganisation UNESCO hat die Geburtskirche von Bethlehem auf ihre Liste des Weltkulturerbes genommen. Die Palästinenser hatten einen Dringlichkeitsantrag gestellt und dies mit dem zunehmenden Verfall des Bauwerks begründet. Die Kirche wurde im vierten Jahrhundert errichtet und gilt als eines der ältesten und heiligsten Gotteshäuser des Christentums. Israel, die USA und Deutschland kritisierten das Verfahren. Das Dringlichkeitsverfahren müsse extremen Ausnahmefällen vorbehalten bleiben, etwa, wenn eine Stätte von akuter Zerstörung bedroht sei, hieß es.

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