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Nachrichten

30.06.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Mit einem parteiübergreifenden Beschluss im Bundestag wollen Regierung und Opposition an diesem Donnerstag den Ausstieg aus der Atomkraft bis 2022 besiegeln. Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima vom März hatte sich Kanzlerin Angela Merkel zu einer Kehrtwende in der Atompolitik entschieden. Der vom schwarz-gelben Kabinett vorgelegte Entwurf sieht das sofortige Aus für acht Atommeiler und die schrittweise Abschaltung der übrigen neun Kernkraftanlagen in Deutschland vor. Neben Union und FDP wollen auch SPD und Grüne mit Ja stimmen, die Linke lehnt das Konzept als zu wenig ambitioniert ab. Die begleitenden Gesetze zur Förderung der erneuerbaren Energien und zum Netzausbau wollen die Grünen dagegen geschlossen und die Sozialdemokraten teilweise ablehnen. Ihnen geht das gesetzte Ziel nicht weit genug, den Ökostrom-Anteil von derzeit 19 Prozent auf 35 Prozent bis 2020 zu steigern. - Am 8. Juli wird der Bundesrat über den zustimmungspflichtigen Teil der Gesetze abstimmen.

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Die Proteste in Athen gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung sind wieder in Gewalt umgeschlagen. Rund um den Syntagmaplatz im Zentrum der griechischen Hauptstadt lieferten sich hunderte Randalierer erneut Straßenschlachten mit der Polizei und setzten Gebäude in Brand. Im Parlament müssen nun die Ausführungsgesetze verabschiedet werden, damit das am Mittwoch beschlossene Sparpaket wirksam werden kann. Der sozialistische Regierungschef Giorgos Papandreou will im Staatshaushalt bis 2015 gut 28 Milliarden Euro einsparen und 50 Milliarden durch Privatisierungen erwirtschaften. Das in der Bevölkerung unpopuläre Sparprogramm ist zwingende Voraussetzung für neue Milliardenhilfen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF), ohne die Griechenland schon in den nächsten Wochen pleite wäre.

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Auch die italienische Regierung bringt ein neues Sparpaket auf den Weg. Um nicht in den Sog der europäischen Schuldenkrise zu geraten, sollen bis 2014 weitere gut 40 Milliarden Euro eingespart werden. Details wird das Kabinett in Rom auf einer Sitzung an diesem Donnerstag beschließen. Laut Medienberichten will die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi unter anderem im Gesundheitswesen sowie bei den Gehältern der Politiker und im öffentlichen Dienst sparen. - Die linke Opposition kritisiert Berlusconis Sparpaket als "Augenwischerei", weil der Großteil der Maßnahmen nicht mehr in die im Frühjahr 2013 endende Legislaturperiode falle.

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Bundespräsident Christian Wulff hat mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise eine Beteiligung der Banken an künftigen Rettungspaketen gefordert. Die Finanzinstitute könnten zum Beispiel "Kredite strecken" oder die "Zinsen verändern", sagte Wulff in Interviews zu seinem ersten Amtsjahr. Es könne nicht akzeptiert werden, dass Banken weiter an Griechenland nur verdienten und hofften, im Notfall von Staat und Steuerzahler aufgefangen zu werden. Wulff kritisierte zudem ein "fehlendes Gesamtkonzept" in der Eurokrise. - In Berlin will Finanzminister Wolfgang Schäuble mit Chefs von Privatbanken und Versicherern ein Modell für eine freiwillige Beteiligung an einem zweiten Hilfspaket für die Griechen aushandeln. Unterhändler loten bereits seit Tagen einen Kompromiss aus.

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Ungeachtet starker Vorbehalte der Mitgliedsstaaten will die EU-Kommission bei den Bürgern der Europäischen Union eigene Steuern erheben. Diese sollen bis zum Jahr 2020 bis zu 40 Prozent des EU-Haushalts decken, wie Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel erläuterte. In diesem Zusammenhang schlug er eine europäische Steuer auf Finanzgeschäfte und die Einführung einer neuen Mehrwertsteuer vor. Bisher stammt das Geld im EU-Etat größtenteils aus direkten Zahlungen der Mitgliedsstaaten. Für die Jahre 2014 bis 2010 forderte Barroso eine Aufstockung des EU-Finanzrahmens um insgesamt fünf Prozent auf 972 Milliarden Euro. Der Anteil von einem Prozent am Bruttoinlandsprodukt in der EU bliebe damit weitgehend stabil.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Osthälfte und am Alpenrand viele Wolken und zum Teil gewittriger Regen. Sonst Sonne und Wolken im Wechsel. Kaum noch Schauer. Mit Höchstwerten zwischen 16 und 22 Grad zu kühl für Ende Juni. Die weiteren Aussichten: Am Freitag ein Mix aus Sonne und Wolken. Gebietsweise Schauer. Insgesamt recht kühl.

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