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Nachrichten

30.05.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Spitzen von CDU/CSU und FDP haben sich auf einen Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens 2022 geeinigt. Danach sollen die sieben bereits abgeschalteten ältesten Meiler sowie der Pannenreaktor Krümmel nicht wieder ans Netz gehen. Sechs weitere Kernkraftwerke sollen bis 2021 vom Netz genommen werden. Die drei jüngsten Reaktoren sollen als Sicherheitspuffer im Falle von Stromengpässen bis 2022 laufen dürfen. An der Brennelementesteuer will die Bundesregierung festhalten. Geplant sind zudem raschere Planungsverfahren für Stromnetze, Kraftwerke und Stromspeicher. Damit folgt die Bundesregierung weitgehend den Empfehlungen der Ethikkommission, die an diesem Montag an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben werden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen betonte, es werde im Ausstiegsgesetz keine Revisionsklausel geben. SPD und Grüne zeigten sich kompromissbereit. Es gebe jedoch noch viele offene Fragen.

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Wenige Tage vor der Entscheidung über die Auszahlung weiterer Milliarden-Hilfen an das hoch verschuldete Griechenland hat EU-Währungskommissar Olli Rehn eine rasche Einigung über die nötigen Sparmaßnahmen gefordert. Rehn sagte der Zeitung "Die Welt", es gebe keine Zeit mehr für langatmige Verhandlungen. Es sei unentbehrlich, dass jetzt alle politischen Parteien, auch die Oppositionsparteien, sich "konstruktiv" verhielten. Sie müssten das von EU und Internationalem Währungsfonds geforderte Reformprogramm beschließen. Die wirtschaftlichen Reformen und das Sparprogramm seien zugleich ein "Test" für die gesamte griechische Gesellschaft. Am Sonntag gab es in griechischen Städten den fünften Tag in Folge Massenproteste gegen den strikten Sparkurs. Allein in Athen demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 20.000 Menschen.

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In der serbischen Hauptstadt Belgrad ist es bei Protesten gegen die Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic zu Ausschreitungen gekommen. Rechtsextremistische Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Mehr als 70 meist jugendliche Randalierer wurden festgenommen. An der Kundgebung nahmen nach Polizeiangaben fast 10.000 Menschen teil. Mladic war am Donnerstag nach fast 16 Jahren auf der Flucht festgenommen worden. Der ehemalige bosnisch-serbische General soll an das UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag überstellt werden. Die Anklage lautet auf Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mladic wird unter anderem für das Massaker im bosnischen Srebrenica verantwortlich gemacht, bei dem im Juli 1995 etwa 8.000 Muslime ermordet wurden.

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Die US-Regierung nimmt die Kritik des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai an der Tötung von Zivilisten bei NATO-Angriffen nach eigenen Angaben "sehr ernst". Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, sagte, man teile die wiederholt geäußerte Besorgnis von Präsident Karsai. Der afghanische Staatschef hatte am Sonntag den Luftangriff vom Samstag als "schweren Fehler" und "Mord" bezeichnet. Zugleich forderte er die US-Armee und -Regierung in einer "letzten Warnung" auf, ihre "einseitigen und unsinnigen" Einsätze zu unterlassen. Nach afghanischen Angaben wurden bei der Attacke in der südlichen Provinz Helmand zehn Kinder, zwei Frauen und zwei Männer getötet. Die NATO entschuldigt sich für den Einsatz, bestätigte aber nur neun getötete Zivilisten. Der US-General John Toolan sagte, Hubschrauber hätten auf zwei Häuser gefeuert, in denen man allein Aufständische vermutet habe.

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In Syrien geht die Armee weiter gewaltsam gegen die Protestbewegung im Land vor. Laut Menschenrechtlern umstellten Regierungstruppen mehrere Städte in der Provinz Homs im Westen des Landes und erschossen mindestens fünf Menschen. Die Soldaten sollen bei den Angriffen von Panzern und Hubschraubern unterstützt worden sein. Den Angaben zufolge hatte die Regierung die Orte zuvor von der Außenwelt abgeschnitten, indem Telefon- und Internetverbindungen gekappt und Straßen gesperrt worden waren. Seit dem Beginn der Proteste gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad im März wurden nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 1.000 Menschen von Sicherheitskräften getötet und rund 10.000 festgenommen. Syrien macht offiziell "kriminelle Banden" für die Unruhen verantwortlich.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viel Sonnenschein, lediglich an den Küsten ein paar Wolken aber meist trocken. Erwärmung auf maximal 25 bis 32 Grad, an den Küsten etwas kühler. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Dienstag Schauer und kräftige Gewitter von Westen. Die Höchsttemperaturen sinken auf Werte um die 20 Grad.

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