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Nachrichten

30.04.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Angesichts der Haftbedingungen für die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko erhöhen deutsche Politiker weiter den Druck auf die Führung in Kiew. Als erstes Kabinettsmitglied sprach sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen gegen Politiker-Besuche bei der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine aus. Es müsse verhindert werden, dass das ukrainische Regime die EM zur Aufwertung seiner Diktatur nutze, sagte Röttgen der "Bild"-Zeitung. Nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" erwägt Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Boykott der Fußball-EM in der Ukraine durch das Bundeskabinett. Angeblich will sie ihren Ministern empfehlen, den EM-Partien fernzubleiben, sollte die inhaftierte Timoschenko nicht freigelassen werden. Allenfalls könne für Innenminister Hans-Peter Friedrich in seiner Funktion als Sportminister eine Ausnahme gelten, so das Blatt.

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Zum Abschluss seiner Südostasien-Reise trifft Außenminister Guido Westerwelle an diesem Montag den birmanischen Präsidenten Thein Sein. Die Unterredung in der Hauptstadt Naypyidaw soll dazu dienen, das Land zu weiteren Schritten in Richtung Demokratie zu ermuntern. Thein Sein verfolgt seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr einen Reformkurs in der früheren Militärdiktatur. Auf Westerwelles Programm steht auch ein weiteres Gespräch mit der Opposition. Am Sonntag hatte sich der Minister in der Hafenstadt Rangun schon mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi getroffen, der wichtigsten Oppositionspolitikerin des Landes. Westerwelle sagte anschließend, Deutschland unterstütze die Reformen in Richtung Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Suu Kyi erklärte, noch sei der Reformprozess nicht unumkehrbar.

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Im muslimisch geprägten Norden Nigerias sind bei einem weiteren Angriff auf Christen mindestens vier Menschen getötet worden. Augenzeugen berichteten, die Gläubigen seien erschossen worden, als sie eine Kirche in der nordöstlichen Stadt Maiduguri verließen. Die Angreifer hätten auch Sprengsätze geworfen. Zuvor hatte es in Kano - ebenfalls im Norden des Landes - einen schweren Anschlag auf zwei Freiluft-Gottesdienste an einer Universität gegeben. Auch dort eröffneten Angreifer das Feuer auf die Gläubigen und warfen Sprengsätze. Anschließend schossen sie auf die Flüchtenden.

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Im Streit mit dem von Islamisten dominierten ägyptischen Parlament hat der regierende Militärrat eingelenkt und einer Umbildung des Kabinetts zugestimmt. Parlamentspräsident Saad al-Katatni sagte am Sonntagabend, die regierenden Generäle hätten ihn angerufen und versprochen, den Schritt innerhalb von 48 Stunden anzukündigen. Auch wenn das Zugeständnis nicht den Wunsch nach einem gänzlich neuen Kabinett erfülle, sei doch die "Würde" des Parlaments mit dem Anruf wiederhergestellt. Zuvor hatte das Parlament seine Sitzungen für eine Woche vertagt, weil der Militärrat wiederholten Forderungen nach einer Entlassung der Regierung nicht nachgekommen war.

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Der Leiter der UN-Beobachtermission in Syrien, der norwegische General Robert Mood, hat seinen neuen Posten mit Zuversicht angetreten. Er sagte nach seiner Ankunft in Damaskus, wenn der Friedensplan des Gesandten Kofi Annan erfolgreich sein solle, müsse die Gewalt vollständig eingestellt werden. Derzeit sind laut Mood 30 UN-Beobachter in Syrien. Binnen eines Monats soll ihre Zahl auf hundert ansteigen. Insgesamt sollen etwa 300 Mitarbeiter der Vereinten Nationen nach Syrien entsandt werden. Die unbewaffnete Mission ist vorerst für drei Monate angesetzt.

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Ein ehemaliger Vertrauter des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Ex-Ölminister Schukri Ghanem, ist im Wiener Exil gestorben. Die Leiche des 69-Jährigen trieb nach Angaben der österreichischen Polizei in der Donau. Sie wurde von einem Passanten entdeckt. Ghanem hatte im Zuge des Aufstands gegen Gaddafi im Mai 2011 mit dem langjährigen Machthaber gebrochen. - Ghanem war von 2003 bis 2006 Regierungschef und Ölminister in Tripolis. Anschließend stand er bis 2011 der staatlichen Ölgesellschaft vor.

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