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Nachrichten

30.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl hat der französische Staatschef Nicolas Sarkozy die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in seinem Land angekündigt. Wie er in einem Fernseh-Interview erklärte, soll sie bei einem Steuersatz von 0,1 Prozent im kommenden August in Kraft treten. Frankreich wird damit Vorreiter in der Euro-Zone. Sarkozy hatte zuletzt erklärt, er werde die Maßnahme notfalls im Alleingang durchsetzen, in der Hoffnung, dass andere Euro-Länder seinem Beispiel folgen. Zugleich kündigte der Staatspräsident die Anhebung der Mehrwertsteuer um 1,6 Punkte auf 21,2 Prozent und Milliarden-Entlastungen für Arbeitgeber an. Zur Stärkung der Unternehmen plädierte er dafür, die Arbeitszeit zu verlängern und die 35-Stunden-Woche wieder abzuschaffen. Zudem solle den Unternehmen - nach deutschem Vorbild - die Möglichkeit eingeräumt werden, bei schlechter Auftragslage Kurzarbeit einzuführen. Ziel sei es, Frankreich wettbewerbsfähiger zu machen, so Sarkozy.

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Die Transaktionssteuer ist auch Thema beim Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Montag in Brüssel. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Wirtschaft und die Beschäftigung in Europa stärker angekurbelt werden kann. Darüber hinaus sollen bei dem Treffen der Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin und der neue permanente Euro-Rettungsschirm - ESM - gebilligt werden. Für Gesprächsstoff sorgen dürfte auch die Finanzlage Griechenlands. Die Regierung dort kann vermutlich die vereinbarten Spar- und Reformziele nicht erreichen und benötigt mehr Geld. Sie ringt derzeit mit den Gläubigern um einen teilweisen Schuldenerlass. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hat bereits die bekannt gewordenen Vorschläge kritisiert, im Gegenzug für weitere Unterstützung die Haushaltspolitik Griechenlands unter EU-Kontrolle zu stellen.

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In Belgien hat ein 24-stündiger Generalstreik begonnen. Mit der Aktion protestieren die wichtigsten Gewerkschaften des Landes gegen das Sparprogramm der Regierung. Die Angestellten des öffentlichen Dienstes bleiben an diesem Montag zu Hause. Betroffen sind auch zahlreiche Verkehrsverbindungen. So werden auf dem internationalen Flughafen in Brüssel erhebliche Störungen erwartet, was auch den EU-Gipfel stören könnte. Die Bahn soll überhaupt nicht fahren. Auch ausländische Fernverkehrszüge in Belgien wie ICE oder Thalys fallen aus. - Der öffentliche Sektor in Belgien war zuletzt Ende Dezember in den Ausstand getreten. Auch damals ging es schon um die geplanten Einsparungen.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist an diesem Montag zu Gast in Ägypten. Rund ein Jahr nach Beginn des Aufstands gegen Staatschef Husni Mubarak trifft er in Kairo Vertreter der christlichen Minderheit und der islamisch-konservativen Partei für Freiheit und Gerechtigkeit. Die aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene Partei wurde bei den Wahlen Ende vergangenen Jahres die mit Abstand stärkste Kraft im Parlament. In der ägyptischen Hauptstadt will Westerwelle auch die Konrad-Adenauer-Stiftung besuchen. Die Justiz hatte Ende Dezember die Büros von Nichtregierungsorganisationen durchsuchen lassen, darunter auch die der Stiftung. - Am Sonntag hatte Westerwelle seine Nahost-Reise in Jordanien begonnen. Nach einem Treffen mit dem jordanischen Außenminister Nasser Dschawdeh in Amman rief er Israel und die Palästinenser zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Dazu gebe es mit Blick auf eine anzustrebende Zwei-Staaten-Lösung keine Alternative.

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Der SPD-Vorstand will am zweiten und letzten Tag seiner Klausurtagung in Potsdam abschließend den Kurs der Partei bis zur Bundestagswahl 2013 festlegen. Dabei geht es unter anderem um die Themen soziale Gerechtigkeit, mehr Bürgerbeteiligung sowie eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte. Am Sonntag gab die Parteiführung bekannt, dass sich vom Sommer an Bürger erstmals in der rund 150-jährigen Geschichte der SPD an der Erarbeitung des Wahlprogramms beteiligen können. Damit will die Partei verstärkt junge Wähler auf sich aufmerksam machen. Nach Angaben von SPD-Chef Sigmar Gabriel wollen die Sozialdemokraten keinen Lagerwahlkampf gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel führen, sondern als "seriöse Alternative" mit eigenen Themen punkten. Erklärtes Ziel der SPD ist eine rot-grüne Bundesregierung. Einer Koalition unter Beteiligung der Linkspartei hat Gabriel eine klare Absage erteilt.

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