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Aktuell Afrika

300 Tote nach Sturm in Somalia befürchtet

Viele Tote und Vermisste: Nach einem Sturm am Horn von Afrika ist die Lage weiterhin unübersichtlich. Regen und Überschwemmungen haben Dörfer zerstört und vielen Bauern die Lebensgrundlage entzogen.

Nach einem heftigen Sturm am vergangenen Wochenende und tagelangem Starkregen im Nordosten Somalias ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen. Die Behörden sprechen von mindestens 140 Todesopfern, insgesamt wird mit bis zu 300 Toten gerechnet. “Hunderte weitere Menschen werden vermisst“, teilte die Regierung der teilautonomen Region Puntland mit. Aufgrund des Sturms, heftiger Regenfälle und Überflutungen wurde für die sonst überwiegend trockene Region am Horn von Afrika der Notstand ausgerufen.

Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamud bei der UN-Generalversammlung im September 2013 in New York (Foto: Getty Images)

Präsident Hassan Sheikh Mohamud

Ausmaß der Schäden noch unbekannt

Neben vermissten Menschen, zerstörten Häusern und Booten seien auch mehr als 100.000 Nutztiere gestorben, erklärte die Regierung. Durch den Verlust fehle zehntausenden Bauern die Existenzgrundlage. Die Zahlen konnten bisher von keiner unabhängigen Stelle überprüft werden, Experten der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) bestätigten allerdings, dass die Region schwer getroffen wurde. Auch das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) sicherte eine enge Zusammenarbeit zu, um den Bedarf an Unterstützung nach dem Sturm zu ermitteln.

In den betroffenen Gebieten würden dringend Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Arzneimittel, Material für Notunterkünfte und Decken benötigt. Puntlands Innenminister Abdullahi Ahmed erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Region oft nur noch per Luftweg erreichbar sei. Hassan Sheikh Mohamud, Somalias Präsident, versprach den betroffenen Gebieten eine Million US-Dollar (ca. 750.000 Euro) an Soforthilfen.

Starke Regenfälle, Überschwemmungen und der Bürgerkrieg haben 4.000 somalische Flüchtlinge an eine Lebensmittel-Ausgabestelle eines Militär-Camps der Afrikanischen Union bei Jowhar Town getrieben (Foto: picture-alliance/dpa)

Somalische Flüchtlinge suchen nach den Überschwemmungen Hilfe bei einem Militärcamp der Afrikanischen Union (AU).

Seit im Jahr 1991 der Präsident Siad Barre gestürzt wurde, herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Die vom Sturm betroffene Region Puntland ist zudem Rückzugsort für Piraten, die vor Somalias Küste die internationale Schifffahrt bedrohen.

ch/sti (afp, rtr)

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