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Musik

30 Jahre Punkgeschichte: Die Toten Hosen

1982 trat die Düsseldorfer Punkrockband erstmals in Bremen auf. Der Legende nach wurde sie damals als "Die Toten Hasen" angekündigt. Mittlerweile kennt sie jeder, und ihre Jubiläumstournee ist fast ausverkauft.

Die Toten Hosen gehören zu Düsseldorf wie das Altbier und der Rhein. Das Quintett um den charismatischen Leadsänger Campino ist eines der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt. Bei ihrem allerersten Konzert am 10. April 1982 hätten sich Campino, Kuddel, Vom, Andi und Breiti das sicherlich nicht träumen lassen. Heute sind sie Plattenmillionäre, haben unzählige Musikpreise eingeheimst, und sie gelten als Vorbilder für soziales und sportliches Engagement.

Punkrocker zum Anfassen

Charismatischer Frontman: Campino (Foto: Uli Anders)

Charismatischer Frontman: Campino

Bei der Jubiläumstour beweisen die Toten Hosen mal wieder ihr Faible für ungewöhnliche Konzertorte. So treten sie gerne in den Wohnzimmern ihrer Fans auf, oder sie überraschen mit Gastauftritten im Gefängnis. Campino & Co. lassen sich diesen Spaß auch als gestandene Rockprofis nicht nehmen. Starallüren sind ihnen fremd - in ihrer Heimatstadt Düsseldorf sind sie bei Fußballspielen, Konzerten oder in der Kneipe um die Ecke präsent.

Musikkritiker Philipp Holstein erklärt sich das Phänomen "Die Toten Hosen" so: "Die Jungs sind sich eigentlich treu geblieben. Ihre Haltung ist immer noch Punkrock", sagt er. "Je länger ich in Düsseldorf bin, desto deutlicher merke ich, wie wichtig sie für diese Stadt, aber auch deutschlandweit sind."

Kein Wunder, denn die Toten Hosen beziehen Stellung. Sie sind für ihre klaren Botschaften bekannt, machen gegen Atomkraft oder Nazis mobil oder posieren nackt für eine Anti-Pelz-Kampagne. Zur Berliner Band "Die Ärzte" pflegt das Quintett eine Art Hassliebe; Vorbilder wie die längst aufgelöste New Yorker Punkband "Ramones" werden von ihnen dafür wie Heilige verehrt.

Krisen, eine kleine Horrorschau und die Charts

CD-Cover: Die Toten Hosen Ein Kleines Bisschen Horrorschau

Mit "Ein Kleines Bisschen Horrorschau" kam der Durchbruch

Das 1000. Konzert vor 15 Jahren bedeutet fast das vorzeitige Aus für die Punkrocker. Der Tod einer 16-Jährigen im Gedränge vor der Bühne sorgt bandintern für große Diskussionen. Ein halbes Jahr nach dem Unglück meinte Campino: "So blöd sich das anhört, aber wir sind nicht mehr die Band, die wir davor waren. Da ist ein Riesenstück Naivität verloren gegangen. Also gerade mit dem Reinspringen ins Publikum und so, das geht nicht mehr."

Doch die Band meistert die Krise und macht weiter. Musikalisch ist die Bilanz der "Hosen" nach 30 Jahren Bandgeschichte beeindruckend. Den Durchbruch schaffen sie 1988 mit dem Album "Ein kleines bisschen Horrorschau" und dem Gassenhauer "Hier kommt Alex".

Die einfachen Melodien und leicht verständlichen Texte kommen an. Mit Plattentiteln wie "Kauf mich!" und "Opium fürs Volk" stürmen sie in den nächsten Jahren regelmäßig die Charts. Die Düsseldorfer Band zieht alle Generationen in ihren Bann. Nicht selten gehen Eltern mit den Kindern gemeinsam zum Konzert. Einzigartig auch das Phänomen Argentinien, wo "die Hosen" seit 20 Jahren fast so beliebt sind wie in Deutschland. Und nicht nur, wenn sie "Guantanamera" anstimmen…

Gemeinsam ins Grab

Die Toten Hosen in Almaty, Kasachstan (Foto: DW Korrespondent Olga Korneewa)

Freunde nicht nur auf der Bühne

Bei so vielen Highlights ist selbst der charismatische Campino ein wenig sprachlos. "Ich muss schon zugeben, dass ungefähr 90 Prozent aller Erlebnisse in meinem Leben, die ich als geil oder super bezeichnen würde, mit den Toten Hosen zusammenhängen", gibt der 49-Jährige unumwunden zu.

Am 4. Mai erscheint nach vier Jahren Wartezeit die neue CD der Toten Hosen. Es ist das 13. Studioalbum. Manche munkeln, es könnte das letzte sein. Schließlich feiert Campino im Juni seinen 50. Geburtstag. Egal wie lange die "Hosen" noch durchhalten, eines steht schon jetzt fest: Ein gemeinsames Grab ist auf einem Düsseldorfer Friedhof reserviert.

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