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Nachrichten

29.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der Bundestag in Berlin entscheidet an diesem Donnerstag über eine Aufstockung des Kreditvolumens und über neue Hilfsinstrumente des Euro-Rettungsfonds. Der deutsche Anteil an der Gesamthaftung würde von 123 auf 211 Milliarden Euro steigen. Es zeichnet sich eine große Mehrheit ab, da auch die Oppositionsparteien SPD und Grüne grundsätzlich ihre Zustimmung signalisiert haben. Offen ist, ob die Regierungskoalition aus Union und FDP die symbolisch wichtige Kanzlermehrheit von 311 Stimmen bekommen wird. Bis zuletzt versuchten die Spitzen der Koalition, Abweichler in den eigenen Reihen auf Kurs zu bringen. Kritiker einer Ausweitung der Finanzhilfen wie der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach bekräftigten ihre ablehnende Haltung. Die Sozialdemokraten warfen Finanzminister Wolfgang Schäuble vor, das Parlament bewusst zu täuschen. Hintergrund sind Spekulationen, wonach die im Euro-Rettungspaket bisher vereinbarten Finanzhilfen bei weitem nicht ausreichen, um die Krise zu bewältigen.

 

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Großbritannien hat die von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vorgeschlagene Steuer auf Finanz- und Börsengeschäfte abgelehnt. Ein Sprecher des Finanzministeriums in London sagte, man werde eine Finanztransaktionssteuer notfalls mit einem Veto verhindern. Damit wäre eine EU-weite Einführung der Steuer gescheitert. Möglich wäre eventuell, die Abgabe zunächst nur in der Euro-Zone einzuführen, wofür Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble jüngst hatte Sympathie erkennen lassen. Nach den Worten Barrosos soll der Finanzsektor mit der neuen Steuer an den Kosten der Bewältigung der Krise beteiligt werden. Die Abgabe könnte jährlich 57 Milliarden Euro einbringen, sagte der Kommissionschef vor dem Europa-Parlament.

 

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Die mit der Prüfung der Reformbemühungen und Sparanstrengungen des hochverschuldeten Griechenland beauftragten Finanzexperten kehren an diesem Donnerstag nach Athen zurück. Dies teilte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel mit. Die sogenannte Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds hatte ihre Prüfungen im September unterbrochen, da die griechische Regierung bei der Umsetzung des Sparprogramms in Verzug geraten war. - Vom Urteil der Troika hängt ab, ob Griechenland im Oktober die nächste Tranche der internationalen Hilfskredite in Höhe von acht Milliarden Euro erhält. Ohne das Geld droht dem Land die Zahlungsunfähigkeit. In Athen gingen die Streiks und Proteste gegen die Sparpolitik weiter. Den dritten Tag in Folge wurde der öffentliche Nahverkehr bestreikt. Auch die Taxifahrer legten wieder die Arbeit nieder. Rentner protestierten gegen die Kürzung ihrer Bezüge.

 

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Um die Konjunktur in Deutschland am Laufen zu halten, sind nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger kräftige Lohnerhöhungen nötig. Das stärke die Binnennachfrage, sagte Bofinger der "Bild"-Zeitung. Nur so könne Deutschland Konjunkturlokomotive bleiben. Gerade in Zeiten des weltweiten Wirtschaftsabschwungs sei es nicht empfehlenswert, sich bei den Löhnen zurückzuhalten, so Bofinger weiter. Tarifabschlüsse dürften im Gegenteil wegen der Teuerungsrate nicht zu gering ausfallen. Bofinger rät zu einer "Drei vor dem Komma".

 

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Die USA haben Ägypten aufgerufen, den Ausnahmezustand im Land früher als geplant aufzuheben. Die amtierende Militärführung in Kairo hatte die seit 30 Jahre geltenden Notstandsgesetze des gestürzten Regimes von Husni Mubarak noch bis 2012 verlängert. US- Außenministerin Hillary Clinton sagte nach einem Treffen mit ihrem ägyptischen Amtskollegen Mohammed Amr, die USA hofften auf baldige Einführung eines demokratischen Systems mit Gewaltenteilung. Die ersten demokratischen Parlamentswahlen in Ägypten seit Jahrzehnten sollen am 28. November beginnen. Clinton versicherte ihre Unterstützung bei den ägyptischen Bemühungen, die Spannungen mit Israel abzubauen. Amr kritisierte die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland und Ostjerusalem und forderte eine Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern mit einem klaren Zeitrahmen.

 

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist wieder überall sonnig und spätsommerlich warm bei Höchstwerten zwischen 18 Grad auf den Inseln und 26 Grad am Oberrhein. Die weiteren Aussichten: Auch von Freitag bis Sonntag nach Auflösung von Nebelfeldern viel Sonnenschein. Maximaltemperaturen 19 bis 27 Grad.

 

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