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Nachrichten

29.06.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bei dem Angriff eines Taliban-Selbstmordkommandos auf ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Darunter sind nach Auskunft des Innenministeriums alle acht Attentäter, acht Zivilisten und zwei Polizisten. Mehr als zehn Menschen hätten Verletzungen erlitten. Die Attacke konnte erst nach stundenlangen Gefechten niedergeschlagen werden. In deren Verlauf feuerten auch NATO-Hubschrauber mit Raketen auf Aufständische, die sich auf dem Dach des Intercontinental-Hotels verschanzt hatten. - Vor dem Anschlag hatte in Kabul eine internationale Konferenz zu möglichen Friedensgesprächen mit den Taliban stattgefunden. An diesem Mittwoch folgt ein Treffen, bei dem es um die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Behörden bis 2014 gehen soll. Teilnehmer dieser Konferenz sind in dem Luxushotel untergebracht.

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Begleitet vom zweiten Tag des Generalstreiks und weiteren Protesten entscheidet das griechische Parlament an diesem Mittwoch über das harte Sparpaket zur Rettung des Landes. Der Ausgang der Abstimmung ist ungewiss. Der Chef der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia, Antonis Samaras, bekräftigte, seine Fraktion werde das Programm ablehnen, da es die Wirtschaft abwürge. Die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Giorgos Papandreou verfügen nur über 155 der 300 Mandate. Mindestens zwei sozialistische Abgeordnete wollen ebenfalls nicht zustimmen. Von der Annahme des Pakets, mit dem 78 Milliarden Euro bis 2015 eingespart werden sollen, hängt die Auszahlung einer weiteren Kredittranche von EU und Internationalem Währungsfonds ab. Ansonsten ist Griechenland Mitte Juli pleite. - Am Dienstag hatten parallel zum Generalstreik landesweit wieder zehntausende Griechen gegen den Sparkurs demonstriert. In der Hauptstadt Athen schleuderten vermummte Jugendliche Steine und Brandsätze und lieferten sich stundenlang Straßenschlachten mit der Polizei.

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Eine Woche nach der Amtsübernahme hat die neue Mitte-Rechts-Regierung in Portugal dem Parlament ihr Sparpaket vorgestellt. Darin wird die Einhaltung aller Auflagen des 78 Milliarden Euro schweren Rettungspakets der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds zugesagt. Das Kabinett unter dem konservativen Ministerpräsidenten Pedro Passos Coelho will Unternehmen wie den Energiekonzern EDP, die Fluggesellschaft TAP und die Bank BPN völlig in private Hände geben. Renten und Gehälter sollen gekürzt und Steuern angehoben werden. Passos Coelho hatte angedeutet, möglicherweise über die Vorgaben hinaus sparen zu wollen, um auf den Finanzmärkten wieder Vertrauen zu schaffen und das Etatdefizit in diesem Jahr auf unter sechs Prozent zu drücken.

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Der Internationale Währungsfonds wird künftig von der französischen Finanzministerin Christine Lagarde geführt. Der Verwaltungsrat des IWF wählte die 55-Jährige einstimmig zur neuen Geschäftsführenden Direktorin. Die Französin ist in der mehr als 60-jährigen Geschichte der UN-Sonderorganisation mit ihren 187 Mitgliedsländern die erste Frau an der Spitze. Sie tritt ihr Amt am 5. Juli an. Lagarde hatte nur einen Mitbewerber, den mexikanischen Notenbankchef Agustín Carstens. Die Französin folgt ihrem Landsmann Dominique Strauss-Kahn, der Mitte Mai nach Vergewaltigungsvorwürfen vom IWF-Chefposten zurückgetreten war. - Nach ihrer Wahl rief Lagarde die Griechen zur Einigkeit auf und ermahnte die Opposition, dem umstrittenen Sparpaket an diesem Mittwoch zuzustimmen. Das Schicksal des Landes stehe auf dem Spiel.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine positive Bilanz der ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen gezogen. Beide Länder hätten in ihren Beziehungen "ein neues Kapitel aufgeschlagen", sagte Merkel nach Beratungen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Berlin. Dieser lobte Deutschland als strategisch wichtigen Partner. Unter anderem soll die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung und Wissenschaft, Justiz, Klimaschutz und erneuerbare Energien intensiver werden. Das Volumen der in Berlin geschlossenen Wirtschaftsverträge bezifferte Wen auf mehr als 15 Milliarden Dollar. Merkel sprach bei den Regierungskonsultationen nach eigenen Angaben auch Defizite bei der Menschenrechtslage in China an. Wen betonte indes, beide Seiten sollten - so wörtlich - "eher nach Gemeinsamkeiten suchen als nach Unterschieden".

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Osthälfte freundlich und trocken. Sonst wechselhaft mit Schauern und Gewittern. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 Grad am Niederrhein und bis zu 31 Grad in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Die weiteren Aussichten: Am Donnerstag bei sinkenden Temperaturen im Osten zeitweise Regen, nach Westen hin freundlicher.

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