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Nachrichten

29.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bei seinem Besuch in Jerusalem hat Bundespräsident Joachim Gauck die Bereitschaft Deutschlands unterstrichen, für die Sicherheit und das Existenzrecht Israels einzutreten. Dies sei für die deutsche Politik bestimmend, sagte Gauck beim Empfang durch Israels Präsident Schimon Peres in Jerusalem. Gauck wies dabei auch auf das iranische Atomprogramm hin. Die iranischen Atomambitionen stellten eine konkrete Gefahr für Israel und die ganze Region dar, betonte Gauck. Deutschland werde sich weiter für eine diplomatische Lösung einsetzen. Peres sprach von einer engen Freundschaft zwischen beiden Ländern. Auf dem Programm des Bundespräsidenten steht auch ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. - Am Donnerstag will Gauck auch in die palästinensischen Gebiete reisen. Gaucks Vorgänger Christian Wulff hatte im November 2010 Israel besucht und dabei ebenfalls einen Abstecher in die palästinensischen Gebiete unternommen.

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Nach dem Massaker an mindestens 108 Zivilisten in der syrischen Stadt Hula kommt der UN-Sondergesandte Kofi Annan an diesem Dienstag in Damaskus mit Präsident Baschar al-Assad zusammen. Er will ihn nochmals auffordern, sich an den Friedensplan zu halten. Nach seinem Eintreffen in Syrien hatte Annan das Massaker vom Freitag als schockierend bezeichnet. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, verlangte er nachdrücklich. Auch die internationale Gemeinschaft verurteilte die Bluttat scharf. Die Führung in Damaskus wies indessen jede Schuld von sich. US-Generalstabschef Martin Dempsey sprach in einem Fernsehinterview erstmals offen über ein militärisches Vorgehen gegen Syrien. Allerdings fügte er ausdrücklich hinzu, dass es vorher diplomatischen Druck geben sollte. Frankreich und Großbritannien vereinbarten die Einberufung einer weiteren Konferenz der Staatengruppe "Freunde des syrischen Volkes".

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In mehreren ägyptischen Städten sind nach der offiziellen Bekanntgabe des Ergebnisses der ersten Runde der Präsidentenwahl Proteste ausgebrochen. In Kairo stürmten Demonstranten in der Nacht zum Dienstag die Wahlkampfzentrale des früheren Luftwaffenchefs Ahmed Schafik und steckten sie in Brand. Das Feuer wurde schnell gelöscht. Schafik war der letzte Regierungschef des gestürzten Machthabers Husni Mubarak und wird von vielen als Vertreter des alten Regimes abgelehnt. Auf dem Tahrir-Platz im Zentrum der Hauptstadt versammelten sich nach Angaben des arabischen Senders Al-Dschasira etwa 2000 Demonstranten, die von Wahlmanipulation sprachen. Steine wurden geworfen. Ähnliche Proteste wurden aus Alexandria, Port Said, Ismailia und Suez gemeldet. Am Montag hatte die Wahlkommission bekannt gegeben, dass der Kandidat der islamistischen Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, und Schafik Mitte Juni in einer Stichwahl um das höchste Staatsamt gegeneinander antreten werden.

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Bei einem Brand in einem Einkaufszentrum im Golfemirat Katar sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen, darunter 13 Kinder. Bei den 17 Verletzten handelt es sich hauptsächlich um Feuerwehrleute. Der Brand brach nach ersten Berichten in einem Kinderhort im Obergeschoss der "Villagio Mall" im Westen der Hauptstadt Doha aus. 20 Kinder wurden von den Flammen eingeschlossen. Die Feuerwehr konnte sie nur über das Dach des Gebäudes erreichen. Das 2006 eröffnete Einkaufszentrum gilt als eines der populärsten in Katar. Geschäfte und Restaurants liegen an kleinen Kanälen, auf denen Gondeln fahren.

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Experten für IT-Sicherheit haben einen neuen, hochkomplexen Computer-Virus entdeckt. Die "Flame" genannte Schadsoftware hat nach Angaben der auf Anti-Viren-Programme spezialisierten Firma Kaspersky Lab tausende Rechner vorwiegend im Nahen Osten befallen. Die Experten des russischen Unternehmens stehen bei der Entschlüsselung des Virus nach eigenen Angaben noch am Anfang. "Flame" kann laut Kaspersky Daten sammeln, die Einstellungen des befallenen Computers verändern, das Mikrofon einschalten, um Gespräche mitzuschneiden, Screen-Shots machen und Chat-Konversationen aufzeichnen. Betroffen sind vor allem Computer von Unternehmen und Bildungseinrichtungen im Iran, Israel, in den Palästinensergebieten, im Sudan und Syrien.

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