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Nachrichten

29.04.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Saudi-Arabien hat seine diplomatischen Vertretungen in Ägypten geschlossen und den Botschafter aus Kairo zurückgerufen. Zuvor hatten Hunderte Menschen in Kairo vor der Botschaft demonstriert und die Freilassung eines in Saudi-Arabien verhafteten Menschenrechts-Anwalts gefordert. Nach Angaben ägyptischer Oppositioneller wurde der Jurist wegen Verleumdung des saudi-arabischen Königs festgenommen, nachdem er eine Beschwerde gegen die Behandlung ägyptischer Staatsangehöriger in saudi-arabischen Gefängnissen eingereicht hatte.

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In der zwischen dem Sudan und dem Südsudan umstrittenen ölreichen Grenzregion haben die sudanesischen Streitkräfte drei Ausländer und einen südsudanesischen Soldaten festgenommen. Die vier seien in - so wörtlich - "verdächtige Aktivitäten" verwickelt gewesen, meldete die amtliche sudanesische Nachrichtenagentur. Bei den festgenommenen Ausländern soll es sich um einen britischen, einen norwegischen und einen südafrikanischen Staatsbürger handeln. Sie würden derzeit vernommen. Ein sudanesischer Armeesprecher erklärte, die Festnahmen bewiesen, dass der Südsudan im Krieg gegen den Sudan von ausländischen Experten unterstützt werde. Die Hilfsorganisation Norwegian People's Aid wies die Darstellung zurück. Sie hatte nach eigenen Angaben mit einem der Festgenommenen zusammengearbeitet. Die Männer hätten von Minen geräumtes Gelände auf südsudanesischem Territorium kontrolliert, erklärte ein Sprecher.

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Die Tochter der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat in einem dramatischen Appell die Bundesregierung gebeten, sich für ihre schwerkranke Mutter einzusetzen. Jewgenija Timoschenko sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", wenn ihre Mutter sterbe, sterbe auch die Demokratie in ihrem Land. Deutschland solle sich in der EU um Einreisesperren für Mitglieder der ukrainischen Regierung bemühen. Nach den Worten ihrer Tochter lehnt Julia Timoschenko einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine aber ab. Der für eine Aufnahme weiterer Länder zuständige EU-Kommissar Stefan Füle sagte der "Welt am Sonntag", der Umgang der ukrainischen Behörden mit Timoschenko sei "ein schmerzhafter Schandfleck für Kiew". - Ein weiterer Prozess gegen die Politikerin war auf den 21. Mai vertagt worden. Timoschenkos Anwälte hatten ihre Mandantin für nicht verhandlungsfähig erklärt. Ihr werden Steuerhinterziehung und Veruntreuung vorgeworfen.

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Kurz vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen im Mai hat die Piratenpartei den bisherigen Partei-Vize Bernd Schlömer zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der bisherige Parteichef Sebastian Nerz wurde sein Stellvertreter. Schlömer sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", er schließe eine Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl 2013 nicht grundsätzlich aus. Damit werde sich die Partei aber erst beschäftigen, wenn ihr tatsächlich der Einzug in den Bundestag gelingen sollte. Vorher müssten noch zahlreiche Landtagswahlen bestritten und ein Partei-Programm entwickelt werden. Am Samstag hatten die rund 1500 Mitglieder in Neumünster bei Hamburg einen Beschluss gegen rechtsextreme Tendenzen verabschiedet. Zum Abschluss des Parteikongresses wollen die Delegierten an diesem Sonntag über die Vergabe weiterer Vorstandsämter und mehrere Programmanträge entscheiden.

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Als erster deutscher Bundesaußenminister reist Guido Westerwelle an diesem Sonntag nach Birma. In der einstigen Hauptstadt Rangun steht unter anderem ein Treffen mit Friedens-Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi auf dem Programm. Die Oppositionspolitikerin schaffte nach insgesamt 15 Jahren unter Hausarrest vor kurzem den Einzug ins Parlament. Birma war bis Anfang 2011 jahrzehntelang von einer Militärjunta regiert worden. Unter dem neuen Präsidenten Thein Sein ist das zweitgrößte südostasiatische Land inzwischen auf einem politischen Reformkurs. Mit seinem Besuch will Westerwelle die Regierung zu weiteren Schritten in Richtung Demokratie ermuntern. Zum Abschluss seiner fünftägigen Asien-Reise trifft Westerwelle am Montag in der Hauptstadt Naypidaw auch mit dem Präsidenten zusammen.

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