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Nachrichten

29.02.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach der Einigung auf ein zweites Hilfspaket für Griechenland hat Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker einen eigenen EU-Kommissar für das Land vorgeschlagen. Dieser solle mit dem Aufbau der griechischen Wirtschaftsstruktur beauftragt werden, sagte Juncker der Zeitung "Die Welt". Jemand müsse Hilfestellung bieten und in der griechischen Wirtschaftspolitik vorausdenken. Es werde nicht reichen, dass sich einmal im Monat die Euro-Finanzminister damit beschäftigten. Der Vorschlag habe jedoch nichts mit der Idee eines Sparkommissars zu tun. Der deutsche Vorstoß hatte Empörung in Griechenland und Kritik in anderen Euro-Ländern, etwa Luxemburg und Österreich, ausgelöst.

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Das griechische Parlament hat weitere von den Gläubigern des hochverschuldeten Landes verlangte Haushaltskürzungen gebilligt. 202 der 283 anwesenden Abgeordneten stimmten Einschnitten in Höhe von 3,2 Milliarden Euro für das Jahr 2012 zu. Die von der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank geforderten unpopulären Sparmaßnahmen sehen unter anderem Lohn-, Renten- und Sozialkürzungen vor. Die verabschiedeten Einschnitte sind Voraussetzung dafür, dass Athen weitere Notkredite aus dem zweiten Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro erhält und die privaten Gläubiger Griechenland Schulden in Höhe von 107 Milliarden Euro erlassen. Für diesen Mittwoch ist eine weitere Abstimmung im Eilverfahren über Kürzungen im Gesundheitswesen und bei den Zusatzrenten vorgesehen.

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Angesichts neuer, erschreckender Opferzahlen in Syrien hat der UN-Menschenrechtsrat Kurs auf eine scharfe Resolution gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad genommen. Die große Mehrheit der 47 Mitgliedstaaten des Rates machte in Genf bei einer Dringlichkeitssitzung zur Syrien-Krise ihre Unterstützung für den unter anderem von Deutschland und Saudi-Arabien eingebrachten Entwurf deutlich. Darin werden dem Regime in Damaskus willkürliche Hinrichtungen, Tötungen von Demonstranten, Folterungen und sexuelle Gewalt durch Regierungstruppen vorgeworfen. Die Abstimmung über den Resolutionsentwurf wurde auf Donnerstag verschoben, da weitaus mehr Staaten Redebeiträge ankündigten als zunächst angenommen worden war. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen fallen der Gewalt von Assads Schergen jeden Tag bis zu 100 Menschen zum Opfer. Seit Beginn der Proteste in Syrien vor knapp einem Jahr starben laut UN deutlich mehr als 7500 Menschen.

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Die Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner im US-Bundesstaat Michigan hat nach ersten Auszählungsergebnissen der Multimillionär und frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, knapp vor dem ultrakonservativen Ex-Senator Rick Santorum gewonnen. Der Sieg bei der zweiten Vorwahl des Tages in Arizona ging erwartungsgemäß klar an Romney. - Eine Vorentscheidung über den Herausforderer von Präsident Barack Obama bei der Präsidentenwahl am 6. November dürfte am sogenannten Super-Dienstag in der kommenden Woche fallen, an dem in zehn US-Staaten Vorwahlen stattfinden.

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Rumänien hat unerwartet eine abschließende Entscheidung darüber blockiert, Serbien offiziell den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu gewähren. Die Außenminister der 27 EU-Staaten sprachen zwar bei einem Treffen in Brüssel eine entsprechende Empfehlung für den EU-Gipfel am Donnerstag aus, eine einstimmige Entscheidung wurde jedoch nicht getroffen. EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle äußerte sich dennoch zuversichtlich, dass der EU-Gipfel grünes Licht geben werde. Serbien habe inzwischen alle von der EU gestellten Bedingungen erfüllt. Streitpunkt war die in Serbien lebende Minderheit der rumänischsprachigen Vlachen. Rumäniens Außenminister Cristian Diaconescu hatte völlig überraschend verlangt, Serbien solle die dort lebende Minderheit von etwa 30.000 Vlachen als ethnische Rumänen anerkennen und entsprechend schützen.

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Angesichts der wachsenden Rohstoff-Knappheit will die EU die Gewinnung Seltener Erden oder Mineralien in Europa vorantreiben. Tief im Boden der EU-Staaten lagerten nicht ausgeschöpfte Mineralien im Wert von rund 100 Milliarden Euro, erklärte EU-Industriekommissar Antonio Tajani in Brüssel. Auch die rund 17 Kilogramm Elektroschrott, die pro Kopf im Jahr anfallen, könnten noch besser verwertet werden. Die Kommission werde deshalb eine Innovationspartnerschaft von Unternehmen, Mitgliedstaaten und Forschern ins Leben rufen. Sie soll zum Beispiel über Pilotprojekte die Technik zum Abbau der ungehobenen Schätze in großen Tiefen oder entlegenen Gebieten entwickeln. Insgesamt stehen für die Initiative 90 Millionen Euro im Jahr ab 2014 an EU-Mitteln bereit. - Deutschland hat von den 27 EU-Staaten den größten Bedarf an Rohstoffen. Viele unverzichtbare metallische Primärrohstoffe müssen zu 100 Prozent importiert werden.

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