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Langsam gesprochene Nachrichten

28.11.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 09:28

Nachrichten von Dienstag, 28. November 2017 – langsam gesprochen als MP3

Zustimmung zu Glyphosat sorgt für Eklat zwischen Union und SPD:

Die Zustimmung von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) zu einer weiteren Zulassung des umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat in der EU hat zu einem Eklat in der geschäftsführend regierenden Koaltion aus Union und SPD geführt. Schmidts Votum sei ein "glatter Vertrauensbruch" und widerspreche auch der Geschäftsordnung der Bundesregierung, sagte SPD-Vize Ralf Stegner in den ARD-"Tagesthemen". Da die SPD vorher klar Nein zu einer weiteren Zulassung gesagt habe, hätte Schmidt sich in dem EU-Gremium enthalten müssen. Der Vertrauensbruch diene nicht den laufenden Gesprächen, die jetzt auf Wunsch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zwischen den Parteien geführt werden, um eine Regierungsbildung zu ermöglichen.

 

Syrische Regierung boykottiert Friedensgespräche in Genf:

In Genf beginnt die achte Runde der Gespräche zur Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien. Die bisherigen Runden waren ohne greifbares Ergebnis geblieben. Auch die Stimmung vor den neuen Gesprächen ist angespannt. So ist bislang noch unklar, ob auch die syrische Regierungsdelegation überhaupt teilnehmen wird. Aus Kreisen der Delegation hieß es, die Vertreter der Regierung von Präsident Baschar al-Assad würden erst nach Genf reisen, wenn es "eine Einigung über die Tagesordnung" gebe. Die Delegierten der Assad-Regierung weigern sich offenbar, über eine neue Verfassung und Wahlen für Syrien zu sprechen -dies fordert die syrische Opposition. Auch die UN-Vermittler streben Gespräche zu diesen Themen an. 

 

Libanons Regierungschef Hariri fordert von Hisbollah Neutralität:

Der libanesische Ministerpräsident Saad al-Hariri hat von der schiitischen Hisbollah Neutralität gefordert. Er wolle keine politische Partei in seiner Regierung, die sich in Konflikte zwischen arabischen Staaten einmische, sagte Hariri im französischen Fernsehen. Hariri machte die Neutralität der Hisbollah zur Bedingung für seinen Verbleib im Amt.  Die Hisbollah, die im Libanon mitregiert, wird vom Iran unterstützt und kämpft in Syrien an der Seite von Präsident Baschar al-Assad sowie im Irak gegen die radikal-islamische IS-Miliz. Hariri wiederum wird vom sunnitischen Saudi-Arabien gestützt, das sich selbst in regionale Konflikte wie den im Jemen einmischt und dort mit seinem Erzfeind Iran einen Stellvertreterkrieg führt.

 

Rechte wollten "Washington Post" mit fingierter Geschichte in die Falle locken:

Rechtsgerichtete Aktivisten haben offenbar die "Washington Post" mit einer fingierten Geschichte in die Falle locken wollen. Ziel der Aktion sei es gewesen, die Zeitung "zu täuschen und zu diskreditieren", erklärte Chefredakteur Martin Baron. Eine Frau habe sich an die Redaktion gewandt, um angebliche Enthüllungen über den republikanischen Senatskandidaten Roy Moore anzubieten, der wegen sexuellen Fehlverhaltens unter Druck geraten ist. Die Frau habe angegeben, Moore habe sie vor 25 Jahren, als sie noch ein Teenager gewesen sei, geschwängert. Die Schwangerschaft habe sie durch eine Abtreibung beendet. In mehreren Interviews mit der Redaktion habe sich die Frau dann aber in Widersprüche verstrickt, weswegen sich die Zeitung gegen eine Veröffentlichung entschieden habe.

 

Juncker: Flüchtlinge haben "in Libyen die Hölle gefunden":

EU-Kommissions-Chef Jean-Claude Juncker hat sich für mehr legale Zuwanderung in die EU starkgemacht. Europa habe einen offensichtlichen Bedarf an Migration in den kommenden Jahrzehnten, daher müsse man legale Einreisewege nach Europa schaffen, sagte Juncker der Deutschen Welle in einem Interview. Er betonte, die EU müsse dem Sklavenhandel in Libyen energisch begegnen. Er sei entsetzt von den Informationen, die ihn aus Afrika erreichten, sagte der EU-Kommissions-Chef. Kinder, Frauen und Männer, die versuchten, nach Europa zu gelangen, hätten in Libyen "die Hölle gefunden" und würden in Lagern gehalten, die Gefängnissen statt Flüchtlingslagern glichen.

 

Karsai: Die Jugend muss Afghanistans Zukunft gestalten:

Afghanistans Ex-Präsident Hamid Karsai hat die afghanische Jugend aufgerufen, in ihrem Land zu bleiben. Nur sie könne das Land wieder aufbauen und es zu einem besseren Ort machen, sagte Karsai der Deutschen Welle in einem Interview. Für die Verschlechterung der Sicherheitslage machte er unter anderem das Nachbarland Pakistan verantwortlich. Dort erhielten in Afghanistan operierende Terrorgruppen Unterstützung. Auch sei mit dem "Islamischen Staat" (IS) eine neue Terrororganisation auf den Plan getreten. Zudem habe das "unsensible" Vorgehen der US-Truppen Wut und Hass in der Bevölkerung geschürt.

 

China verurteilt taiwanesischen Menschenrechtler:

Im ersten Prozess gegen einen taiwanesischen Menschenrechtsaktivisten in China ist das Urteil gefallen: Der Hochschullehrer Lee Ming-che muss für fünf Jahre ins Gefängnis. Die Anklage lautete auf "Untergrabung der Staatsgewalt". Der 42-Jährige hatte sich schuldig bekannt, doch sahen internationale Menschenrechtsgruppen ein erzwungenes Geständnis und sprachen von einem Schauprozess. Sein Fall hatte in der demokratischen Inselrepublik Taiwan und auch international hohe Wellen geschlagen.

 

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