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Nachrichten

28.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Ägypten hat die erste freie Parlamentswahl seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak im Februar begonnen. Vor vielen Wahllokalen bildeten sich lange Warteschlangen. Am ersten Wahltag sollen die Bewohner von Kairo, Alexandria und sieben weiteren Provinzen ihre Stimmen abgeben. Im Dezember und Januar folgen dann die anderen 18 Provinzen. Das offizielle Ergebnis soll am 13. Januar veröffentlicht werden. Die jahrzehntelang verbotenen Muslimbrüder gehen als Favoriten ins Rennen. Die rund 40 Millionen Stimmberechtigten können über 498 Mandate entscheiden, das Militär benennt zudem zehn weitere Parlamentarier. Erstmals dürfen auch Ägypter im Ausland abstimmen. Der Wahlkampf war von Protesten gegen das herrschende Militär und von Gewalt gegen Demonstranten überschattet. Trotzdem hatte der Oberste Militärrat eine Verschiebung der Wahl abgelehnt.

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Nach Tunesien haben auch in Marokko die gemäßigten Islamisten einen deutlichen Wahlsieg errungen. Die PJD verfehlte allerdings die absolute Mehrheit und muss eine Regierungskoalition bilden. Die "Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung" erhielt nach dem offiziellen Endergebnis bei der Wahl am Freitag 107 der 395 Sitze im Parlament in Rabat. Die konservativ-nationalistische "Istiqlal" des Ministerpräsidenten Abbas al-Fassi kam auf 60 Sitze. Die Zentrumspartei RNI, die der derzeitigen Regierungskoalition angehört, gewann 52 Sitze. König Mohammed VI. wird voraussichtlich an diesem Montag einen Politiker der gemäßigten Islamisten zum Ministerpräsidenten ernennen. Nach einer im Sommer verabschiedeten Verfassungsreform hat die PJD als stärkste Partei das Recht, den Ministerpräsidenten zu stellen. Bislang hatte der König den Regierungschef frei auswählen können. PJD-Parteichef Abdelilá Benkarin kündigte an, er werde versuchen eine Koalition mit Istiqlal und zwei anderen Parteien zu bilden.

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Im Libanon haben zehntausende Anhänger der pro-westlichen Opposition gegen die Regierung im Nachbarland Syrien und die mit Damaskus verbündete schiitische Hisbollah demonstriert. Die Massenkundgebung in der Sunniten-Hochburg Tripoli im Norden des Landes wurde von der Partei des früheren Ministerpräsidenten Saad Hariri organisiert. Seine Regierung war im Januar von der Hisbollah gestürzt worden, die seitdem die Regierung im Libanon dominiert. Die Demonstranten schwenkten libanesische Flaggen und die Fahne ihrer Partei und hielten Bilder von Hariri und seinem 2005 bei einem Attentat getöteten Vater Rafik hoch. Die Arabische Liga hatte zuvor wegen des gewaltsamen Vorgehens der syrischen Führung gegen die Protestbewegung massive Sanktionen gegen Damaskus verhängt. Unter anderem sollen die Handelsbeziehungen mit Syrien auf Eis gelegt werden. In Syrien gehen die Sicherheitskräfte seit Mitte März brutal gegen die Protestbewegung vor.

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Nach dem NATO-Luftangriff auf einen pakistanischen Grenzposten an der Grenze zu Afghanistan haben Pakistans Streitkräfte einen US-Medienbericht zurückgewiesen, dem zufolge ihre Soldaten zuerst geschossen haben sollen. Ein pakistanischer Militärsprecher sagte, dies sei falsch, die NATO suche nur Entschuldigungen. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, Soldaten der afghanischen Armee und der ISAF-Truppe seien unter Beschuss des pakistanischen Militärpostens geraten. Zudem seien die pakistanischen Behörden rechtzeitig informiert worden, dass die ISAF Luftunterstützung für einen Einsatz gegen die Taliban angefordert habe. Bei dem Luftangriff auf den Posten waren am Samstag 24 pakistanische Soldaten getötet worden. Es war der blutigste derartige Angriff seit dem Beginn des ISAF-Einsatzes vor zehn Jahren. Die Regierung in Islamabad verurteilte die Attacke und kündigte eine Überprüfung ihrer Zusammenarbeit mit der NATO und den USA an.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält die so genannte "Stabilitätsunion" der Euro-Staaten für relativ schnell machbar. Man könne das über die Änderung eines Zusatzprotokolls zum europäischen Vertrag von Lissabon tun, erläuterte der CDU-Politiker im 1. Deutschen Fernsehen. Dies bedeute aber nicht, zunächst ein kleines Kerneuropa zu schaffen, wie es in der Presse geheißen hatte. Die Bundesregierung wolle die aktuellen Probleme "schon im Rahmen der Verträge lösen", so Schäuble wörtlich. Notwendig sei vor allem, dass sich jedes Mitglied der Euro-Zone auf Etatdisziplin konzentriere. Andernfalls müsse die EU-Kommission eingreifen können, um die Verschuldungsgrenzen auch durchzusetzen. Der Minister wandte sich erneut gegen gemeinsame europäische Staatsanleihen, die Euro-Bonds. Er räumte aber ein, dass es derzeit an den Märkten ein geringes Vertrauen in den Euro-Raum gebe, und das spüre auch der Euro-Rettungsschirm EFSF.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südhälfte wieder zäher Nebel. Im Osten viel Sonne, im Westen auch Wolkenfelder. Maximal zwei bis elf Grad. Die weiteren Aussichten: Nach Auflösung von Nebel und Hochnebel oft freundlich. Für die Jahreszeit weiter recht mild. Erst am Mittwoch unbeständiger.

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