1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

28.08.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

Die US-Regierung lehnt den Vorschlag des französischen Präsidenten François Hollande ab, in Syrien rasch eine Übergangsregierung zu bilden. Der Vorstoß sei nicht mit anderen Nationen abgesprochen und ein solcher Schritt sei wegen der zersplitterten Opposition in Syrien verfrüht, hieß es in Regierungskreisen. Das US-Außenministerium erklärte, die Opposition müsse selbst entscheiden, wann sie bereit sei, Namen für eine Übergangsregierung zu nennen. Hollande hatte in einer Rede vor Botschaftern in Paris zudem signalisiert, eine solche Übergangsregierung umgehend anerkennen zu wollen. Das US-Außenministerium verurteilte den Tod von mehr als 300 Menschen in den Vororten von Damaskus am Wochenende. Allein 150 seien in einem einzigen Ort "auf die brutalste Art und Weise durch das Regime" getötet worden. Am Montag wurden nach Angaben der syrischen Opposition bei Angriffen syrischer Kampfjets in Vororten von Damaskus mindestens 60 Menschen getötet.

***

Eine Gruppe von syrischen Oppositionellen hat sich auf einen Plan für die Zeit nach einem Ende des Assad-Regimes verständigt. Darin schlagen die etwa 45 Gegner von Machthaber Baschar al-Assad die baldige Einsetzung einer verfassunggebenden Versammlung vor. In dem Papier mit dem Namen "The Day After" bekennen sie sich zu allgemeinen Menschenrechten und Demokratie. Offiziell soll es an diesem Dienstag vorgestellt werden. Das Papier wurde seit Beginn des Jahres bei sechs geheimen Treffen in Berlin erarbeitet. Beteiligt waren das wichtigste Oppositionsbündnis, der Syrische Nationalrat, aber auch andere Kräfte aus diversen politischen, ethnischen und religiösen Lagern. Die Initiative wurde von der Stiftung Wissenschaft und Politik gefördert, einer der wichtigsten außenpolitischen Denkfabriken in Deutschland.

***

Die Tarifverhandlungen für rund 19.000 Flugbegleiter der Lufthansa sind gescheitert. Das teilte die Lufthansa mit. Es habe in wichtigen Punkten keine Annäherung gegeben, hieß es aus Verhandlungskreisen. Damit rückt ein kostspieliger Streik zum Ende der Ferien näher. Die Kabinengewerkschaft UFO will ihre Entscheidung über einen Arbeitskampf am Vormittag in Frankfurt am Main verkünden. Die Flugbegleiter verlangen fünf Prozent mehr Gehalt und das Ende der Leiharbeit an Bord von Lufthansa-Maschinen. Sie wollen zudem die Verlagerung von Arbeitsplätzen in die angestrebte Direktflugtochter verhindern. Die Lufthansa sieht sich dagegen wegen des starken Wettbewerbs und anstehender Milliarden-Investitionen zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen. Sie hat bereits den Abbau von 3500 Stellen angekündigt. Bis auf kleinere Warnstreikaktionen im Jahr 2009 haben die Stewards und Stewardessen der Lufthansa noch nie gestreikt.

***

Das Zentrum des Tropensturms "Isaac" steuert direkt auf New Orleans zu. Dort dürfte er am Dienstagabend (Ortszeit) auf Land treffen. Meteorologen erwarten, dass "Isaac" sich bis dahin zum Hurrikan der Stufe 1 oder 2 entwickelt. Das ist weit schwächer als der Hurrican "Katrina", der vor sieben Jahren mit der Kategorie 5 Höchstwerte von mehr als 252 Kilometern pro Stunde erreichte. 80 Prozent von New Orleans wurden damals nach Dammbrüchen überflutet, 1800 Menschen kamen ums Leben. US-Präsident Barack Obama verhängte derweil den Ausnahmezustand über den Staat Louisiana, in dem New Orleans liegt. Zuvor war in Mississippi, Alabama und Florida der Notstand ausgerufen worden. Viele Menschen verbarrikadierten ihre Häuser. Das Auswärtige Amt in Berlin sprach eine Reisewarnung aus. In Tampa in Florida verzögerte "Isaac" den Beginn des Parteitags der Republikaner, auf dem am Abend Mitt Romney offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll.

***

Nach fast einem halben Jahrhundert der Gewalt gibt es neue Hoffnung auf einen Friedensprozess in Kolumbien. Die Regierung führe "Sondierungsgespräche" mit der linksgerichteten FARC-Guerilla, sagte Präsident Juan Manuel Santos im Fernsehen. Medienberichten zufolge sollen die Verhandlungen Anfang Oktober in Oslo beginnen und in Kuba fortgeführt werden. Es ist das erste Mal, dass Santos Gespräche mit den FARC-Rebellen bestätigt. Die Ergebnisse der "Annäherung" würden in Kürze bekannt gegeben, sagte der Staatschef. Zugleich schloss er eine Unterbrechung des Militäreinsatzes gegen die Rebellen während der Gespräche aus. Die FARC führt seit 1964 einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung. Sie bezeichnet sich als Volksarmee zur Verteidigung der Rechte der Landarbeiter und finanziert sich vor allem über den Verkauf von Kokain und über Entführungen. Durch einen zehnjährigen Militäreinsatz ist sie zunehmend in die Defensive geraten.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema