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Nachrichten

28.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Im Norden des Albaner-Staats Kosovo sind die Auseinandersetzungen an der Grenze zur Nachbarrepublik Serbien weiter eskaliert. Aufgebrachte Angehörige der serbischen Minderheit steckten nach Agenturberichten den umkämpften Grenzübergang Jarinje in Brand. Laut Augenzeugen waren die mehr als 100 Angreifer mit Brechstangen, Äxten und Molotow-Cocktails bewaffnet. Sie gaben zudem Schüsse auf in der Nähe stationierte Einheiten der NATO-Schutztruppe KFOR ab. Über mögliche Verletzte ist bislang nichts bekannt. Die KFOR verlegte zusätzliche Verbände in die Region. Anlass des seit Tagen anhaltenden Konflikts ist ein vor knapp einer Woche vom Kosovo verhängtes Importverbot für serbische Waren. Serbiens Präsident Boris Tadic forderte ein Ende der Gewalt. Der kosovarische Regierungschef Hashim Thaci beschuldigte die serbische Führung, selbst hinter den jüngsten Ausschreitungen zu stehen. Die Gewalttaten seien "bestellt und geleitet von höchsten Stellen in Belgrad", so Thaci. - In Kürze wird sich der UN-Sicherheitsrat mit der Eskalation befassen.

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Die Europäische Union beschäftigt sich mit der Frage, welche Konsequenzen aus den Terroranschlägen in Norwegen zu ziehen sind. In Brüssel kommen Experten aus den 27 EU-Staaten und Norwegen zusammen, um über eine bessere Zusammenarbeit der Regierungen im Kampf gegen den Terrorismus zu beraten. Auch Vertreter der europäischen Polizeibehörde Europol nehmen an dem Treffen teil. Konkrete Beschlüsse werden nicht erwartet. Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg sagte, sein Land werde auf die Anschläge von Oslo und Utöya mit noch mehr Offenheit und Demokratie reagieren. Er unterstrich, Norwegen bekenne sich zur Meinungsfreiheit, auch wenn es um so extreme Positionen wie die des Täters gehe. Die Meinungen dürften aber nicht mit Gewalt umgesetzt werden. Nach bisherigen Erkenntnissen des Geheimdienstes handelte der Attentäter Anders Behring Breivik ohne Komplizen. Der 32-Jährige hat die beiden Anschläge vom vergangenen Freitag gestanden. Dabei waren mindestens 76 Menschen getötet worden.

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Im Streit um die Schuldenobergrenze in den USA bereiten sich Finanzministerium und Notenbank FED auch auf ein Scheitern der Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern vor. Man arbeite vorsichtshalber einen Plan für den Notfall aus, dass bis zum 2. August kein Kompromiss gefunden werde, sagte Präsidentensprecher Jay Carney in Washington. Gleichzeitig trat er Spekulationen entgegen, durch eine Verbesserung der Einnahmesituation könne der Staat auch über dieses Datum hinaus zahlungsfähig bleiben. "Am 2. August um Mitternacht" würden die USA erstmals in ihrer Geschichte die Möglichkeit verlieren, sich auf den Finanzmärkten Geld zu leihen, stellte Carney klar. Die Republikaner hatten zuletzt vorgeschlagen, die Schuldenobergrenze zunächst um eine Billion Dollar anzuheben und gleichzeitig die Ausgaben über einem Zeitraum von zehn Jahren um 1,2 Billionen Dollar zu kürzen. Zu Beginn des kommenden Jahres wollen sie die Grenze dann erneut anheben. Damit würde die Debatte in den Präsidentenwahlkampf fallen, was Amtsinhaber Barack Obama vermeiden will.

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Die Vereinten Nationen haben eine Luftbrücke zur Versorgung der hungernden Menschen in Somalia eingerichtet. Mit einem ersten Lufttransport wurden zehn Tonnen Lebensmittel nach Mogadischu gebracht, die speziell für unterernährte Kinder bis fünf Jahre bestimmt sind. Laut einer Sprecherin des UN-Ernährungsprogramms stehen weitere 70 Tonnen Nahrung in Kenia bereit. Diese sollen in den kommenden Tagen nach Somalia geflogen werden. Derzeit leiden rund 3,7 Millionen Somalier Hunger. Das ist etwa die Hälfte der Bevölkerung. Grund ist eine schwere Dürrekatastrophe, die auch Kenia und Äthiopien betrifft. Insgesamt sind mehr als elf Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen.

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Die britische Polizei hat den mutmaßlichen Sprecher der Hackergruppen Lulz Security und Anonymous festgenommen. In einer Stellungnahme teilte Scotland Yard mit, Angehörige einer Spezialeinheit für Cyberkriminalität hätten den 18-Jährigen auf den Shetland-Inseln aufgegriffen. Der Mann trat im Internet unter dem Pseudonym "Topiary" auf. Die Hacker-Gruppe Lulz Security hatte sich in der Vergangenheit zu einer Reihe spektakulärer Angriffe auf Webseiten von Unternehmen wie Sony und Nintendo und den US-Geheimdienst CIA bekannt. In der vergangenen Woche knackte sie die Internetseite der britischen Boulevardzeitung "The Sun" und verbreitete eine Falschmeldung über den angeblichen Tod von Medienmogul Rupert Murdoch. Die Gruppe Anonymous wurde bekannt durch ihre Cyber-Attacken auf Unternehmen wie PayPal und Visa.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Westen sowie in Vorpommern wolkig mit Regen. Sonst freundlicher und meist trocken. Die Temperaturen erreichen 18 bis 25 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Freitag im Norden wolkig und nordöstlich der Elbe Regen. Nach Süden hin ein Wechsel aus Sonne, Wolken und Schauern oder Gewittern. Höchstwerte 19 bis 24 Grad.

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