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Nachrichten

28.06.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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In Griechenland hat ein 48-stündiger Streik begonnen, mit dem erneut gegen das milliardenschwere Sparprogramm der Regierung protestiert werden soll. Züge und die meisten Fähren stehen still, Ärzte behandeln in Krankenhäusern nur Notfälle. Ministerien, staatliche Unternehmen sowie viele Banken werden ebenfalls bestreikt. Zeitweise wollen auch die Fluglotsen ihre Arbeit einstellen. Das Sparpaket wird derzeit im Parlament in Athen debattiert und soll am Mittwoch zur Abstimmung stehen. Dann sind auch Demonstrationen direkt am Parlamentsgebäude geplant. Die Sparmaßnahmen sehen bis 2015 Ausgabenkürzungen von 28 Milliarden Euro vor, weitere 50 Milliarden sollen durch die Privatisierung von Staatsfirmen erwirtschaftet werden. Nur wenn die Abgeordneten dem Paket zustimmen, wollen EU und Internationaler Währungsfonds eine weitere Kredittranche über zwölf Milliarden Euro auszahlen.

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Deutschland und China beginnen an diesem Dienstag in Berlin ihre ersten Regierungskonsultationen. Ministerpräsident Wen Jiabao ist mit 13 Ministern angereist. Im Mittelpunkt des Treffens sollen globale und bilaterale Wirtschaftsfragen stehen. 14 Wirtschaftsabkommen liegen auf dem Tisch, die deutschen Unternehmen erhoffen sich Milliardenaufträge. Kanzlerin Angela Merkel und Regierungschef Wen sollen bei einem ausführlichen und vertraulichen Gespräch am Montagabend auch die Menschenrechtslage in der Volksrepublik erörtert haben. Das Treffen am Wannsee habe auch "einem intensiven Meinungsaustausch über die gesellschaftliche Entwicklung in China" gedient, verlautete aus Regierungskreisen. - Deutschland hat nur zu wenigen Staaten so intensive Beziehungen, dass regelmäßig Regierungskonsultationen stattfinden. Die längsten Kontakte dieser Art bestehen zu Frankreich, die anderen Partner sind Italien, Spanien, Polen, Russland und Israel. In diesem Jahr kamen China und Indien hinzu.

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Die sozialdemokratische Opposition hält an ihrem Widerstand gegen Steuersenkungen in Deutschland fest. SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf, die von Union und FDP geplante Steuersenkung zu stoppen, um den Staatshaushalt nicht weiter zu belasten. Schäuble müsse "im Kabinett sein Veto einlegen", sagte Gabriel dem "Hamburger Abendblatt". Der Finanzminister habe nach der Verfassung im Kabinett eine Sonderstellung, die er nutzen müsse. Ein Regierungssprecher hatte am Montag gesagt, die Koalition habe sich in der Frage noch nicht festgelegt. Eine ganze Reihe FDP-Politiker hatte Schäuble offen attackiert und von ihm Vorschläge zu steuerlichen Entlastungen verlangt. Die "Rheinische Post" berichtete unter Berufung auf das Finanzministerium, Schäuble wolle die zusätzlichen Einnahmen aus der guten Konjunktur im Gegensatz zur FDP dazu nutzen, Schulden abzubauen und weniger Kredite aufzunehmen als geplant.

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Die Nato hat Deutschland um Unterstützung im Libyen-Einsatz gebeten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, es liege eine Anfrage des Bündnisses vor. Er bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenportals "Spiegel Online". Demnach war die Anfrage bereits Anfang vergangener Woche eingegangen. Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) habe der Bitte umgehend zugestimmt und damit auch genehmigt, dass die Bundeswehr den Alliierten für die Luftschläge gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi Bauteile für Bomben sowie Geschosse liefere. Deutschland hatte sich bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über den Libyen-Einsatz im März enthalten und eine militärische Beteiligung abgelehnt.

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Nach Beratungen von 150 Regierungsgegnern in Damaskus hat der syrische Staatschef Baschar al-Assad die Opposition zu Gesprächen aufgerufen. Zu dem Treffen am 10. Juli, bei dem insbesondere Verfassungsänderungen debattiert werden sollten, würden alle Interessengruppen, Intellektuelle und Politiker eingeladen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur SANA. Dabei gehe es auch um jene Klausel, die festschreibt, dass Assads seit 1963 herrschende Baath-Partei die führende Rolle im Staat innehat. Die Abschaffung dieser Klausel gehört zu den zentralen Forderungen der Opposition. Die Gegner des Präsidenten hatten bei ihrer Versammlung in der syrischen Hauptstadt einen friedlichen Übergang hin zur Demokratie gefordert.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überall viel Sonne. Gegen Abend sind im äußersten Westen und Nordwesten einzelne Hitzegewitter möglich. Höchstwerte zwischen 25 und 34 Grad, an der Ostsee etwas kühler. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch im Osten nochmals sonnig und trocken. In der Westhälfte bereits deutlich kühler mit teils kräftigen Schauern und Gewittern.

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